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Coronakrise „Beschränkungen der Kontakte reichen nicht aus“: RKI-Chef warnt vor einem Kippen der Lage

Die Infektionszahlen in Deutschland steigen wieder „besorgniserregend“ an: Lothar Wieler spricht sich für einen harten Lockdown aus – sofern die Kontakte nicht ausreichend reduziert werden.
10.12.2020 - 10:59 Uhr Kommentieren
Wieler bezeichnete die aktuelle Situation als besorgniserregend. Quelle: Reuters
RKI-Chef Lothar Wieler

Wieler bezeichnete die aktuelle Situation als besorgniserregend.

(Foto: Reuters)

Berlin Die Corona-Lage in Deutschland hat sich nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) seit vergangener Woche verschlechtert. Nachdem die Fallzahlen seit Wochen auf einem hohen Plateau gelegen hätten, sehe man aktuell wieder einen Anstieg, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Berlin.

Das sei höchst besorgniserregend. Das Plateau, auf dem man sich befinde, sei „äußerst fragil“, erklärte Wieler. Die Lage könne schnell kippen: Die Fallzahlen könnten rasch exponentiell ansteigen, dafür reichten wenige zusätzliche Fälle aus. „Das müssen wir verhindern.“

Die Zahl der binnen eines Tages gemeldeten Corona-Neuinfektionen hatte bis Donnerstagfrüh einen Höchststand erreicht: Die Gesundheitsämter übermittelten dem RKI 23.679 Neuinfektionen, wie aus den Zahlen hervorging. Der bisherige Rekordwert war am 20. November mit 23.648 gemeldeten Fällen erreicht worden.

Bereits im Lagebericht vom Mittwoch schrieb das RKI, seit dem 4. Dezember sei ein deutlicher Anstieg der Fallzahlen zu beobachten.

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    In den vergangenen Wochen hätten sich zudem vor allem junge Leute infiziert: Die Altersgruppe der 15- bis 34-Jährigen weist die meisten Neuinfektionen auf. Leider beobachte man auch immer mehr ältere Menschen, die sich infizierten.



    13.000 der insgesamt 20.000 Menschen in Deutschland, die in Zusammenhang mit Covid-19 gestorben sind, waren mindestens 80 Jahre alt, so Wieler. Aktuell beobachte man etwa doppelt so viele Corona-Ausbrüche in Alters- und Pflegeheimen wie im Frühjahr. Die Zahl der intensivmedizinisch behandelten Patienten liege derzeit bei 4278.

    Es sei zu bemerken, dass eine gewisse Ermüdung in der Bevölkerung vorherrsche und sich ein anderes Bewusstsein zu den Maßnahmen breitmache. Die Kontaktbeschränkungen reichen laut Wieler nicht aus – Kontakte müssten noch stärker reduziert werden.

    Bisher komme man so etwa bloß auf eine Kontaktreduktion von 40 Prozent – 60 Prozent seien jedoch notwendig. Irland und Belgien hätten mit einem harten Lockdown die Kontakte erfolgreich um mehr als 60 Prozent gesenkt und damit Ansteckungen reduziert.

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    Wenn die Menschen in Deutschland nicht von allein ihre Kontakte derart beschränkten, dann müsse es wohl andere Maßnahmen geben, so Wieler. Dann gebe es keine Alternative zu einem harten Lockdown.

    Es werde ein beschauliches Weihnachten, so Wieler. Er könne alle Mitmenschen nur bitten, an den Weihnachtstagen nicht zu reisen und alles Mögliche aufs Virtuelle zu beschränken. In den USA sei Thanksgiving ein warnendes Beispiel gewesen. Hier stiegen die Zahlen seitdem deutlich an.

    „Wir müssen verhindern, dass Menschen überhaupt erst krank werden“, mahnte der RKI-Chef. „Wir stehen diesem Virus nicht machtlos gegenüber, wir haben eine Strategie.“

    Innerhalb Deutschlands sieht das RKI große Unterschiede: In manchen Regionen gelinge es offenbar besser als in anderen, Infektionen zu verhindern. „Das zeigt, dass Infektionsschutzmaßnamen wirken, wenn sie effektiv umgesetzt werden“, sagte Wieler. Die Leiterin des RKI-Lagezentrums, Ute Rexroth, ergänzte, besonders besorgniserregend sei die Lage in Thüringen und Sachsen.

    Zur Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) erklärte der RKI-Chef: „ Es handelt sich dabei um einen Entwurf.“ Dieser könne noch immer angepasst werden. Man werde am Anfang nicht genügend Impfstoffdosen haben, um alle zu impfen.

    Bei einem begrenzten Impfstoff hätten daher die Menschen Vorrang, bei denen das Risiko bestehe, dass sie schwer erkranken, oder die einen Beruf mit einem hohen Ansteckungsrisiko ausüben.

    Mit Agenturmaterial

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