Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Coronakrise Grüne rufen zu Laptop-Spenden für bedürftige Schüler auf

Ohne die nötige technische Ausstattung ist digitales Lernen kaum möglich. Da hilft auch der Laptop-Zuschuss der Regierung nicht, meinen die Grünen.
28.04.2020 - 05:00 Uhr 3 Kommentare
Bedürftige Schüler soll nach dem Willen der Großen Koalition für den Kauf eines Laptops für den Unterricht zu Hause einen Zuschuss von 150 Euro bekommen. Quelle: dpa
Schüler am Laptop

Bedürftige Schüler soll nach dem Willen der Großen Koalition für den Kauf eines Laptops für den Unterricht zu Hause einen Zuschuss von 150 Euro bekommen.

(Foto: dpa)

Berlin Die Sprecherin der Grünen-Bundestagfraktion für digitale Infrastruktur, Tabea Rößner, hat zu Laptop-Spenden für bedürftige Schüler aufgerufen. Hintergrund ist die Sorge, dass bestimmte Schüler abgehängt werden könnten, wenn zu Hause keine Geräte wie Laptops, PCs oder Tablets vorhanden sind.

„So wie ich meinen alten Laptop spenden werde, rufe ich Unternehmen und Privatpersonen auf, ebenfalls ihre alten Laptops zu spenden und damit einen Beitrag zu leisten“, sagte Rößner dem Handelsblatt.

Viele Unternehmen wie auch Privatpersonen besäßen noch alte Geräte, die sie schon längst nicht mehr nutzen. Die Grünen-Politikerin erinnerte daran, dass es bereits zahlreiche gemeinnützige Vereine gebe, die gespendete Altgeräte annehmen, Daten professionell löschen und die Geräte dann an Bedürftige verteilen.

Kritisch sieht Rößner das kürzlich von der Großen Koalition angekündigte „Sofortausstattungsprogramm“ für Schulen. Die Summe von über eine halbe Milliarde Euro soll für die Erstellung von Online-Lehrangeboten genutzt werden. Außerdem sollen bedürftige Schüler einen Zuschuss von 150 Euro bekommen, für den Kauf eines Laptops oder eines anderen Gerätes für den Unterricht zu Hause.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Aus Rößners Sicht reicht der Laptop-Zuschuss nicht aus. „Durch die stark erhöhte Nachfrage nach Laptops für das Homeoffice dauert es derzeit nicht nur länger, bis Laptops in den Geschäften sind, sondern es ist auch der Preis gestiegen – gerade bei günstigen Geräten“, sagte die Grünen-Politikerin. Es sei auch nicht in allen Familien ein Internetanschluss vorhanden, der auch Geld koste. „Wir sollten daher diskutieren, ob der Zuschuss auch für einen Anschluss verwendet werden kann“, so Rößner.

    Höhe des Zuschusses erntet Kritik

    Bildungsexperten und Lehrerverbände hatten seit Beginn der Schulschließungen davor gewarnt, dass bestimmte Schüler ohne die nötige technische Ausstattung abgehängt werden könnten. An der Höhe des geplanten Laptop-Zuschusses gibt es denn auch Kritik.

    Es sei blanker Hohn, anzunehmen, dass Eltern und Jugendliche, die sich bisher die Anschaffung eines digitalen Endgerätes nicht leisten konnten, dies mit 150 Euro könnten, sagte der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann. Ähnliche Kritik kam von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

    Zwar wird in den Schulen jetzt allmählich der Lehrbetrieb wieder aufgenommen, an einen normalen Schulalltag mit allen Schülern ist wegen strenger Abstands- und Hygieneregeln aber voraussichtlich noch monatelang nicht zu denken.

    Die Grünen-Politikerin Rößner warnte: „Durch die Krise droht die Schere zwischen den digital abgehängten und den digital gut ausgestatteten Menschen in diesem Land noch schneller immer größer zu werden.“ Während Unternehmen, Bundesministerien und Verwaltung derzeit tausende von Laptops beschafften, um ihre Mitarbeiter im Homeoffice arbeitsfähig ausstatten zu können, hätten viele Familien das Nachsehen. Vor allem diejenigen, die aufgrund der Krise von Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit betroffen seien. Dies hätten „gerade jetzt kein Geld übrig, um davon eine Ausstattung für den digitalen Unterricht der Kinder anzuschaffen“.

    Erschwerend kommt hinzu, dass für die Schulpolitik in Deutschland die Bundesländer selbst zuständig sind. Über die Verteilung der Hilfsgelder kann der Bund daher nicht allein entscheiden. In Gesprächen mit den Ländern muss erst noch geklärt werden, welche Schüler Anspruch auf die 150 Euro erhalten sollen und wann und wie das Geld ausgegeben wird.

    Mehrheit der Lehrer nutzt keine neuen digitalen Formate

    Unabhängig davon scheint es um die Digitalisierung in Schulen nicht sonderlich gut bestellt. Das legt zumindest eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Robert Bosch Stiftung nahe. Die meisten Lehrer setzen demnach während Schulschließungen vor allem auf klassische Arbeitsmaterialien statt auf neue digitale Formate. Die große Mehrheit der Lehrerinnen und Lehrer von der Grundschule (79 Prozent) bis zum Gymnasium (90 Prozent) gab an, Aufgabenblätter zu nutzen.

    Video-, Audio- oder Schreibkonferenzen im Netz wurden im Vergleich dazu nur von einem kleinen Teil der Lehrkräfte genutzt. Etwas populärer sind Erklärvideos, die bei gut jedem dritten Lehrer zum Einsatz kamen. Die meisten Lehrkräfte (69 Prozent) sehen Verbesserungsbedarf bei sich selbst, was den Umgang mit digitalen Lernformaten betrifft. Fast genauso viele (64 Prozent) sind der Ansicht, ihre Schule benötige eine bessere technische Ausstattung.

    Mehr: Deutschland tastet sich zurück in die Normalität. Die Länder setzen den Öffnungskurs aber sehr unterschiedlich um. Einheitliche Regeln fehlen.

    Startseite
    Mehr zu: Coronakrise - Grüne rufen zu Laptop-Spenden für bedürftige Schüler auf
    3 Kommentare zu "Coronakrise: Grüne rufen zu Laptop-Spenden für bedürftige Schüler auf"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Die Sprecherin der Grünen-Bundestagfraktion für digitale Infrastruktur, Tabea Rößner, hat zu Laptop-Spenden für bedürftige Schüler aufgerufen.
      Nicht fordern sondern mit gutem Beispiel voran gehen.
      Die inzwischen 100.000 Grünenmitglieder, in den Speckgürteln der Städte beheimatet, könnten doch auch mal der eigenen Bevölkerung helfen.
      Wenn diese Asti, Chianti, Prosecco, Vielflieger-Grünen jeder 1500 Euro spendiert und dafür Computer gekauft würden, so könnten locker 400.000 Computer finanziert und den Schülern zur Verfügung gestellt werden.
      Aber halt, so war das ja nicht gemeint mit den Spenden, die sollen ja andere aufbringen nur nicht die Grünen selber.
      Wenn dann die Schüler die Computer haben müssen diese dann dem überwiegend Links-Grünen Lehrpersonal diesen erklären. Lehrer machen ja gerne bei FFF mit, aber keinen Computerkurs.
      Es ist wie immer, abstruse Forderungen an die Gesellschaft stellen die zu Lasten anderer gehen, nur selber, nein das ist igittigitt. Da müsste man ja auf den einen oder anderen Asti, Chianti, Prosecco, verzichten.
      Verzichten sollen andere, ärmere Menschen, die sind ja das Verzichten besser gewöhnt als die Grünen und darauf einen Prosecco.

    • Ich sehe den Aufruf der Spende als Unterstreichung der eigenen Versäumnisse! Mal wieder. Wenn darüberhinaus Eltern in Ihrer Freizeit Schulen streichen, damit die Kinder / Schüler angenehm lernen können, ... ist für mich der Gipfel erreicht.

      Es sind bewusst in Kauf genommene Versäumnisse, welche pünktlich zur nächsten Wahl ausgeschlachtet werden können. Glückwunsch an die Grünen. Jede Schule ist jetzt optimal wärmegedämmt. Und jetzt stellt ihr Saftnasen fest, dass es Lehrmaterialien braucht. Aber bitte die Laptops nur mit Sonnenstrom benutzen.

    • Ja warum nützten viele Lehrer die klassischen Tools wie Arbeitsblätter? - Weil sie Anweisung von Direktoren und dem Kultusministerium zu folgen haben: Schüler die keine digitale Ausstattung Zuhause haben dürfen nicht benachteiligt werden. - Daher müssen alle die eine digitale Ausstattung haben eben auch mit Arbeitsblättern lernen. - Die im Zweifel der Lehrer den Benachteiligten noch Zuhause vorbei bringen muss.

      Digitaler Wandel an dt. Schulen findet nun nur zwangsweise dank Corona statt. - Weder Schulen, Lehrer noch Schüler wurden darauf vorbereitet. - Jahrelange Versäumnisse der Politik sind schuld daran. - Da kann sich die bayrische Regierung nicht aussnehmen. Laptop und Lederhose war gestern!

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%