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Coronakrise RKI-Präsident Wieler sieht regionale Unterschiede bei Corona-Infektionen

Wieler betont, dass zur Bewertung der Pandemie verschiedene Werte berücksichtigt werden müssen. Eine Überlastung des Gesundheitssystems soll weiter vermieden werden.
28.04.2020 - 14:26 Uhr 4 Kommentare

RKI zur Lage in den Krankenhäusern: „Wir haben keinerlei Engpässe“

Berlin Das Robert Koch-Institut (RKI) hat zu anhaltender Disziplin in der Corona-Pandemie aufgerufen. Die Menschen sollten sich weiter an die gültigen Regeln halten, betonte RKI-Präsident Lothar Wieler (RKI) am Dienstag in Berlin.

Deutschland habe das Virus anders als andere Länder bisher sehr erfolgreich in Schach halten können. „Wir wollen diesen Erfolg verteidigen“, sagte Wieler. „Wir wollen nicht, dass die Fallzahlen wieder zunehmen.“ Das gelte gerade vor dem Hintergrund der ersten Lockerungen.

Die sogenannte Reproduktionszahl (R) wird laut RKI derzeit (Stand 27.4.) auf 1 geschätzt – ein Infizierter steckt damit im Mittel einen weiteren Menschen an. Dabei gibt es allerdings große regionale Unterschiede. Der Wert bundesweit sei gerundet, er liege genau genommen bei 0,96, erläuterte Wieler.

Zuvor hatte er bei 0,9 gelegen. Ob der Anstieg möglicherweise mit mehr Kontakten an den Osterfeiertagen zusammenhängt, könne nicht gesagt werden, so der RKI-Chef. Er riet davon ab, bei der Bewertung der Infektionswelle allein auf die Reproduktionszahl zu blicken: Man müsse verschiedene Daten im Gesamtbild sehen.

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    Eine Überforderung des Gesundheitssystems gelte es weiter gemeinsam zu vermeiden, betonte Wieler. Ausgehend von der derzeitigen Situation seien keine Engpässe in Kliniken zu prognostizieren. Voraussetzung sei aber, dass die Zahl der Neuansteckungen niedrig bleibe.

    Wieler rief die Bürger auf, weiter so weit wie möglich zuhause zu bleiben, sich an die Kontaktbeschränkungen zu halten, regelmäßig die Hände zu waschen, mindestens eineinhalb Meter Abstand zu halten und wo das schwer möglich sei, einen Nase-Mund-Schutz zu tragen.

    Verschiedene Kennzahlen berücksichtigen

    Wieler betonte angesichts der Debatten um die Reproduktionszahl, es werde nie so sein, dass ein Faktor allein dazu führe, dass man völlig andere Maßnahmen durchführe. R sei gewiss ein wichtiger Faktor, man wolle ihn unter 1 halten.

    Je niedriger der Wert, desto sicherer könne man sich fühlen. Weitere zu berücksichtigende Kennzahlen seien aber auch die täglich gemeldeten Neuinfektionen, die Kapazitäten im Gesundheitssystem und die Testkapazitäten.

    Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte im Zuge der Ankündigung erster Lockerungen bei Corona-Maßnahmen deutlich gemacht, dass schon vermeintlich kleine Änderungen der Reproduktionszahl erhebliche Folgen haben können.

    Der Berliner Virologe Christian Drosten hatte im NDR-Podcast gewarnt: Wenn die Reproduktionszahl nach Lockerung der Maßnahmen wieder über 1 kommen sollte, könne die Epidemietätigkeit in nicht erwarteter Wucht wieder losgehen. Experten der Helmholtz-Gemeinschaft hatten sich Mitte April in einem Positionspapier dafür ausgesprochen, R durch strikte Maßnahmen deutlich unter 1 zu drücken, bevor man lockert.

    Dem RKI wurden Wieler zufolge in der vergangenen Woche rund 2000 erfasste Neuinfektionen pro Tag übermittelt, deutlich weniger als in Vorwochen. Seit Wochenbeginn lägen die täglichen Fallzahlen bei rund 1000 pro Tag, hier sei jedoch ein Meldeverzug durch das Wochenende zu berücksichtigen.

    Die Anzahl der neu übermittelten Todesfälle sei weiter hoch, die Sterberate liege nach der Statistik erfasster Fälle inzwischen bei 3,8 Prozent. Es gebe weiter viele Ausbrüche in Krankenhäusern und Pflegeheimen.

    Mehr: Alles über die aktuellen Entwicklungen in der Coronakrise lesen Sie in unserem Newsblog.

    • dpa
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    4 Kommentare zu "Coronakrise: RKI-Präsident Wieler sieht regionale Unterschiede bei Corona-Infektionen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Sehr gut erkannt, Herr Wieler.
      Und was machen wir mit dieser Erkenntnis?
      Das RKI schwimmt doch im See von Nicht-Erkenntnissen, Annahmen, Hochrechnungen und fiktive Meinungen.
      Aber was fehlt - auch nach Monaten - belastbare Fakten und testen, testen, testen... damit wir diese endlich haben.
      Die täglichen "Wasserstandsmeldungen" sind doch ohne im Zusammenhang zu sehen nur Angstmache und das Volk gefügig zu halten.

      Bleibt trotzdem gesund!

    • Teil 2
      3.
      Die tatsächliche (mathem.) Verdopplungszeit (nicht die auf Schätzungen beruhende 7-Tages Verdopplung):
      Am 23.03. betrug diese 3,5 Tage und nimmt seitdem tgl. um ca. 0,5 Tage zu.
      Stand heute: 25 Tage.
      4.
      Berechnung: Neuinfizierte minus Verstorbene minus Genesen:
      Bis zum 06.04. (2 Wochen nach Eintritt der Maßnahmen): Anzahl der aktuellen Kranken nahm tgl. zu.
      Ab 07.04. (2 Wochen (+ 1 Tag) nach Eintritt der Maßnahmen): Tgl. sinkende Tendenz der aktuellen Erkrankten.

      Nun die Frage an die "Handelsblatt Community": Wie lassen sich diese Kennzahlen interpretieren bzw. was lässt sich aus diesen ableiten?

      - Meine Interpretation wäre:
      Dass bei vorliegendem faktischem Zahlenmaterial davon auszugehen ist, dass die vorgenommenen Maßnahmen in einem kontinuierlichen Trend messbar greifen.

      - Meine Ableitung:
      Die Maßnahmen sollten noch beibehalten werden, um die tgl. Zahl der Neuinfektionen dauerhaft unter 1.000 zu senken.

      Wie dem auch sei,
      zumindest kann sich jeder mündige Bürger ein Bild von der objektiven Entwicklung und derzeitigen Lage machen.
      Daher sollte Hauptziel aller bei dieser Pandemie agierenden Verantwortlichen sein, dass die Bürger statistische Entwicklungen bzw. deren Kennzahlen kommuniziert bekommen.
      Das Nicht nur für den jeweiligen Tag.
      Sondern Zahlen bzw. Relationen müssen im Zeitverlauf sichtbar und verständlich sein.
      Diese - auf objektiven Faktenlage basierende - transparente Vorgehensweise würde bei den Menschen nicht nur mit mehr Verständnis in dieser durchaus schwierigen Situation einhergehen; sondern wäre gleichzeitig ein Garant dafür, in der Gesellschaft maximalste Akzeptanz zu erzielen.

      Jedenfalls habe ich ein ungutes Gefühl dabei, wenn sich Maßnahmen auf Schätzwerte stützen, die auch noch jeder Schätzer unterschiedl. einschätzt.

      Bleiben Sie bitte alle GESUND!!!
      Beibt sogar noch Platz, mich dem Hinweis des vorherigen Schreibers mit der Frage anzuschließen, wie GROß denn nun die regionalen Unterschiede beim Vorgehen der C-Krise sind?

    • TEIL 1
      Ein HALLO an alle Mit-Leser.
      Einerseits schätzen Virologen den sog. Reproduktionswert auf 1.
      Andererseits muss man LEIDER als mündiger Bürger das Interesse einiger Virologen - aber auch vieler Politiker -, Kennzahlen zu interpretieren und diese objektiv zu publizieren, als nicht sonderlich hoch schätzen.
      Dass Wissenschaftler sich bei Bewertungen von Infektionsentwicklungen auf Schätzungen berufen ist zweifelsohne selbstverständlich.
      Unverständlich und nicht nachvollziehbar ist jedoch, dass anscheinend gleichzeitig objektive Kennzahlen eine äußerst geringe Beachtung zur Bewertung der aktuellen Lage sowie als Mittel der Einschätzung zur Entwicklung erfahren.

      KONKRETE Darstellung:
      • Schätzung:
      Aktuelle läge der Reproduktionswert bei 1.
      => Manche Virologen erachten diese Schätz-Kennzahl an einem Tag als Risiko.
      => Die gleichen Virologen sehen an einem anderen Tag dann doch wieder keine zunehmende Gefahr; oder noch nicht.
      => Andere Virologen stellen als dominierende Aussagekraft die gesamte Kennzahl des Reproduktionswert in Frage
      • Hier die Faktenlage:
      [Die Zahlenbasis (tgl. Neuinfizierte, tgl. Genesene, tgl. Verstorbene) basiert auf dem täglichen Zahlenmaterial des RKI´s]

      1.
      Am 05.04. (1 Tag nach Ablauf der 2-Wochenfrist der ergriffenen Maßnahmen (Inkubationszeit) lag die Zahl der Neu-Infektionen zum Vortag bei:
      5.936
      Am 06.04. (Ablauf der 2-Wochenfrist der ergriffenen Maßnahmen (Inkubationszeit) lag die Zahl der Neu-Infektionen zum Vortag bei:
      3.677 (= minus 40%)
      Am 28.04. Neu-Infektion zum Vortag: 1.144 (= minus 80% zum 05.04.)
      (Lt. RKI kann eine tägliche Neu-Infektionszahl von ca. 1.000 von den Gesundheitsämter nachverfolgt werden)

      2.
      Die durchschnittliche Neu-Infektionsrate (der letzten 7 Tagen) in Deutschland stellt sich wie folgt dar:
      Am 22.03. (1 Tag vor Eintritt der ersten Maßnahmen): 18%
      Am 06.04. (2 Wochen nach Eintritt der ersten Maßnahmen): 7,6 %
      Am 28.04.: 1,2%

      (Teil 2 kann hoffentlich hier noch folgen)

    • Und was hat es jetzt mit den regionalen Unterschieden auf sich?
      In der Überschrift wird es groß angekündigt. Statt dass der Artikel aber darauf Bezug nimmt, wird im Text nur genau die Überschrift wiederholt.
      Wie sehen die regionalen Unterschiede denn nun aus?

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