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Coronakrise Scholz und Söder steigern als tatkräftige Krisenmanager ihre Beliebtheitswerte

Vor der Krise hätten Finanzminister Scholz und Bayerns Ministerpräsident Söder nicht unterschiedlicher sein können. In der Coronakrise gleicht sich ihr Politikstil nun an.
31.03.2020 - 16:29 Uhr Kommentieren
Der Bundesfinanzminister nahm an der Kabinettssitzung der bayerischen Staatsregierung teil. Quelle: RTEUTERS
Olaf Scholz und Markus Söder (v.l.)

Der Bundesfinanzminister nahm an der Kabinettssitzung der bayerischen Staatsregierung teil.

(Foto: RTEUTERS)

Berlin Ein sozialdemokratischer Vizekanzler, der an einer Kabinettssitzung der bayerischen Staatsregierung teilnimmt – das gab es noch nie. Zumindest nicht nach der Erinnerung von Markus Söder. „Es sind einzigartige Zeiten“, sagte der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef an der Seite seines Gastes aus Berlin. Das Novum eines solchen Besuchs zeige die „exzellente Zusammenarbeit“ in der Coronakrise zwischen Bund und Land. Und zwischen den beiden persönlich.

Söder und Scholz – das waren bis vor Kurzem Politiker, die unterschiedlicher kaum sein konnten. Hier der spröde Hanseat Scholz, der seine Zuhörer bei öffentlichen Auftritten einschläferte, dort der Haudrauf Söder, der die politische Zuspitzung perfektionierte. Doch in der Coronakrise gleichen sich die Politikstile beider an, beide geben den tatkräftigen Krisenmanager.

Scholz ist derzeit omnipräsent. Es vergeht kein Tag, an dem er nicht ein Zeitungsinterview gibt oder in einer Talkshow sitzt. Er spricht nun von einer „Bazooka“ und „Kleinwaffen“, die er im Kampf gegen die Krise einsetze. Der Finanzminister will Bürger und Unternehmer beruhigen, erklären, was der Staat für sie tut. So ähnlich macht es auch Söder, der schon länger die Rolle des fürsorglichen Landesvaters angenommen hat und sie nun in der Krise perfektioniert.

Am Dienstag saßen Söder und Scholz zusammen mit Vertretern der bayerischen Wirtschaft, hörten sich Sorgen und Wünsche an. Beide beeindrucken mit großen Zahlen. Scholz hat einen 600 Milliarden Euro schweren Rettungsschirm für die Wirtschaft aufgelegt. Söders Bayern-Fonds ist mit 60 Milliarden Euro in den Relationen eines Bundeslandes ähnlich dimensioniert.

Bei ihrem gemeinsamen Auftritt betonen beide Politiker immer wieder, wie eng sie ihre Hilfsmaßnahmen miteinander abgestimmt hätten. Und tatsächlich ist das Rettungsnetz für die bayerischen Unternehmen lückenlos geknüpft, wenn man die Hilfsangebote von Bund und Land zusammen betrachtet. Das ist nicht in jedem Bundesland so. Entsprechend lobt Scholz die bayerischen Maßnahmen als „massiv“.

Bund und Bayern in guter Finanzlage

Scholz wie Söder sind überzeugt: Der Staat muss in dieser Krise alles aufbieten, um die Wirtschaft zu stützen und Arbeitsplätze zu erhalten. Und beide haben dazu die Möglichkeiten. Bund und Bayern sind nach Jahren hoher Haushaltsüberschüsse in einer guten Finanzlage. Und auch bei der Frage, ob nun bald die öffentlichen Beschränkungen für die Bürger gelockert werden sollten, stimmen Scholz und Söder überein. Ihre Antwort lautet: Nein, Gesundheit geht jetzt vor.

Tatkräftige Krisenmanager kommen immer gut an, auch jetzt. Beide gehören nun zu den beliebtesten Politikern Deutschlands. Das bleibt auch in ihren Parteien nicht unbemerkt. Scholz wie Söder werden als Kanzlerkandidaten gehandelt. Eigentlich führe am Vizekanzler kaum ein Weg mehr vorbei, meinen Genossen. Sein Krisenmanagement macht die Niederlage im Kampf um den SPD-Vorsitz vergessen.

Über Söder heißt es schon länger, er sei eigentlich der beste Kandidat für die Union, auch weil bei der Schwesterpartei keiner der Bewerber für den Parteivorsitz richtig überzeugt. Was die Reaktion auf solche Spekulationen angeht, auch da ähneln sich Scholz und Söder derzeit: Angesichts der Krise blocken sie alle Fragen dazu derzeit ab.

Mehr: Kanzlerin Merkel und der Bayer Söder machen die beste Figur in der Coronakrise. Die Opposition wirkt dagegen richtungslos, meint Thomas Sigmund.

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