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Coronakrise Wirtschaft fordert Plan für Rückkehr zur „Post-Corona-Normalität“

Die Ergebnisse des jüngsten Impfgipfels gehen der Wirtschaft nicht weit genug. Führende Verbände verlangen ein Konzept für eine bundesweite Öffnungsstrategie.
29.05.2021 - 09:20 Uhr Kommentieren
Trotz sinkender Inzidenzzahlen wird die Pandemiebekämpfung wohl noch lange erforderlich sein. Quelle: dpa
Testzentrum in Bayern

Trotz sinkender Inzidenzzahlen wird die Pandemiebekämpfung wohl noch lange erforderlich sein.

(Foto: dpa)

Berlin Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat die Ergebnisse des Impfgipfels von Bundesregierung und Bundesländern als unzureichend kritisiert. „Bund und Länder planen weiterhin nicht langfristig“, sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang. Es sei wichtig, jetzt ein „klares Signal“ für die Planung einer bundesweiten Öffnungsstrategie zu setzen, damit es Öffnungen geben könne, sobald die epidemiologischen Voraussetzungen vorlägen.

Lang räumte ein, dass eine konsequente Pandemiebekämpfung trotz Impffortschritt und sinkender Inzidenzzahlen noch viele Monate erforderlich sein werde. „Die Rückkehr in eine Post-Corona-Normalität wird ein schwieriger gesellschaftlicher Balanceakt zwischen notwendigen Einschränkungen und Schritten zur Normalisierung.“ Bund und Länder sollten daher noch vor den Sommerferien „in eine sorgfältige Konzeptplanung einsteigen, wie eine Rückkehr zur Post-Corona-Normalität im Verlauf des Jahres gelingen kann“.

Auch der Handelsverband HDE verlangt von der Politik einen klaren Plan. „Wir dürfen uns nicht im Klein-Klein verlieren“, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth dem Handelsblatt. „Der Einzelhandel muss angesichts der klaren wissenschaftlichen Erkenntnisse zur geringen Infektionsgefahr beim Einkauf und mit Blick auf die sinkenden Infektionszahlen in ganz Deutschland flächendeckend ohne Test- und Terminpflicht wieder öffnen können.“

Es sei gut, dass einzelne Regionen bereits vorangegangen seien, jetzt müssten die anderen rasch nachziehen, betonte Genth. Das gebiete auch die Fairness gegenüber der gesamten Branche.

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    Der Verband der deutschen Messewirtschaft (Auma) beklagte ebenfalls das Fehlen einer flächendeckenden Perspektive. „Die Messewirtschaft braucht Planungssicherheit anhand konkreter Öffnungstermine. Es muss möglich sein, dass Genesene, Geimpfte und Getestete Messen besuchen können“, sagte Auma-Geschäftsführer Jörn Holtmeier den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

    „Ganze Stadtzentren drohen zu veröden“

    Mit der Orientierung an Neuinfektionszahlen wie bislang sei eine solche Planungssicherheit nicht gegeben. In anderen Ländern, vor allem in Asien, seien Präsenz-Messen schon wieder möglich. „Jeder Tag ohne Signal bedeutet ein steigendes Risiko, dass Messen nicht stattfinden können“, sagte Holtmeier. Das bringe auch Messebauer, Hotels, Gastronomie und Transportfirmen in immer größere Not.

    Am Donnerstag hatten Bund und Länder bei einem Impfgipfel vereinbart, dass sich Kinder ab 12 Jahren vom 7. Juni an generell gegen Corona impfen lassen können sollen. Der digitale Corona-Impfpass, der als wichtiges Instrument für sichere und dauerhafte Öffnungen gilt, war nicht dezidiert Thema bei dem Spitzentreffen. Der Nachweis soll von Apotheken, Impfzentren und Arztpraxen spätestens Ende Juni ausgestellt werden können. Das genaue Verfahren ist allerdings noch unklar.

    Der BDI hält es für einen Planungsfehler, wenn der Impfnachweis Ende Juni und damit erst einen Monat nach Beginn der Massenimpfungen verfügbar sein soll. „Das bisherige deutsche Pandemiemanagement zeigt, dass ein später Planungsbeginn zu unnötigen Verzögerungen in der Umsetzung wichtiger Schutzmaßnahmen geführt hat“, sagt Hauptgeschäftsführer Lang. Es müsse aber darum gehen, den Weg aus der Krise für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen „planbarer und sicherer“ zu gestalten.



    Lang erinnerte in diesem Zusammenhang, dass die Unternehmen seit Beginn der Coronakrise mit umfassenden Hygiene-, Test- und Homeoffice-Lösungen in einem „hohen Maß“ zur Pandemieeindämmung beitrügen. Ab dem 7. Juni würden sie zudem mit dem Impfstart ihrer Betriebsärztinnen und -ärzte einen „zusätzlichen signifikanten Beitrag“ zur Entlastung von Impfzentren und Hausarztpraxen leisten können.

    Eine forcierte Impfkampagne ist auch für den Handel wichtig. Die Impfungen müssten weiter auf Hochtouren laufen, um „so schnell wie möglich wieder weitere Normalität in die Innenstädte einziehen lassen zu können“, sagte der HDE-Hauptgeschäftsführer Genth. Es dürfe hier nicht zu „unnötigen“ Verzögerungen kommen. „Das halten die Unternehmen nicht mehr aus“, so Genth. „Ganze Stadtzentren drohen zu veröden.“

    Mehr: Kommentar - Die Politik wird auch beim Impfstart von Schülern enttäuschen

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