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Coronakrise Zeitarbeitsbranche beklagt Umsatzrückgang um fast 50 Prozent

Besonders in der Metall- und Elektroindustrie brechen die Aufträge weg. Um Entlassungen zu vermeiden, greifen drei von vier Personaldienstleistern auf Kurzarbeit zurück.
10.06.2020 - 13:12 Uhr Kommentieren
In der Krise hat die Fahrzeugindustrie weniger Bedarf an Zeitarbeitern. Quelle: imago images/Pressefoto Kraufmann&Kraufmann
Autoproduktion

In der Krise hat die Fahrzeugindustrie weniger Bedarf an Zeitarbeitern.

(Foto: imago images/Pressefoto Kraufmann&Kraufmann)

Berlin Die Coronakrise trifft die Zeitarbeitsbranche hart. Im Durchschnitt melden die Unternehmen einen Umsatzrückgang um fast die Hälfte (49,5 Prozent), wie der Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister (BAP) in einer Umfrage unter 257 Mitgliedsunternehmen ermittelt hat. Die Ergebnisse der nicht repräsentativen Befragung, die vom 31. März bis zum 30. April stattfand, liegen dem Handelsblatt vor.

Mehr als jedes zweite Unternehmen (57 Prozent) beklagt einen Umsatzrückgang zwischen 20 und 59 Prozent. Bei gut einem Drittel der Unternehmen (36 Prozent) liegt er sogar bei 60 Prozent und mehr. Nach Branchen ist vor allem die Metall- und Elektroindustrie betroffen, auf die allein ein Drittel des durchschnittlichen Umsatzrückgangs entfällt.

Die Zeitarbeit zählt zu den Branchen, die besonders sensibel auf Krisen reagieren. Ihre Beschäftigten haben ein höheres Risiko, arbeitslos zu werden, als in anderen Wirtschaftszweigen. Die Große Koalition hat deshalb befristet das Instrument der Kurzarbeit auch für die Personaldienstleister geöffnet, um Entlassungen zu vermeiden.

Wie die BAP-Umfrage zeigt, haben bereits knapp drei von vier der befragten Unternehmen (73,5 Prozent) das Instrument genutzt. Weitere 14 Prozent planen Kurzarbeit. Von den Unternehmen, die bereits in Kurzarbeit sind, nutzen 58 Prozent das Instrument für ihre internen Mitarbeiter.

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    Gut 65 Prozent haben aber auch zumindest Teile ihrer Zeitarbeitnehmer in Kurzarbeit geschickt, weil sie in der Coronakrise keine Einsatzmöglichkeiten für sie finden. Auch andere Hilfen der Bundesregierung zur Bewältigung der Folgen der Viruspandemie nimmt die Zeitarbeitsbranche in Anspruch.

    So haben beispielsweise 23,7 Prozent der Unternehmen Soforthilfe beantragt, um nicht in Liquiditätsprobleme zu geraten. Einen Kredit der staatlichen Förderbank KfW nehmen knapp neun Prozent in Anspruch. Die Stundung von Steuern oder Sozialversicherungsbeiträgen ist für 7,4 beziehungsweise 5,8 Prozent der Firmen relevant.

    Nur jedes neunte Unternehmen will einstellen

    Die Coronakrise trifft aber nicht nur die Zeitarbeitsbranche, sondern den Arbeitsmarkt insgesamt. Wie der Personaldienstleister Manpower am Mittwoch unter Berufung auf eine im April durchgeführte Umfrage unter weltweit 34.000 Arbeitgebern mitteilte, planen neun Prozent der Unternehmen für das dritte Quartal mit weniger Personal.

    Unmittelbar vor der Krise im Vorquartal wie auch im dritten Quartal vergangenen Jahres waren es lediglich drei Prozent der Firmen. Nur noch elf Prozent der Unternehmen beabsichtigen, zwischen Juli und September Mitarbeiter einzustellen. Im Vorquartal waren es 18 Prozent, vor einem Jahr 17 Prozent. 72 Prozent der Arbeitgeber erwarten keine Veränderungen bei der Belegschaft.

    Ein Fünftel der Firmen ab 250 Mitarbeiter hat den Abbau von Arbeitsplätzen ins Auge gefasst, zugleich sucht nur noch ein Fünftel neue Mitarbeiter. Im Vorquartal wollten noch 30 Prozent einstellen.

    Mehr: Erst die Kurzarbeit, dann der Rauswurf? Die große Jobangst

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