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Coronavirus Markus Söder appelliert an die Bevölkerung, zu Hause zu bleiben

Das Robert Koch-Institut verschärft seine Einschätzung zu den Auswirkungen des Coronavirus. Daraus zieht Bayerns Ministerpräsident Konsequenzen.
18.03.2020 - 19:56 Uhr Kommentieren
Der Ministerpräsident sei bereit, „notfalls auch allein voranzugehen“, so Regierungskreise. Quelle: dpa
Markus Söder

Der Ministerpräsident sei bereit, „notfalls auch allein voranzugehen“, so Regierungskreise.

(Foto: dpa)

Berlin Der Präsident des Robert Koch-Instituts hat seine Warnung an die Bevölkerung am Mittwoch erneut verschärft: „Wenn wir es nicht schaffen, die Kontakte untereinander über einige Wochen nachhaltig zu reduzieren, haben wir in zwei Monaten bis zu zehn Millionen Erkrankte“, sagte Lothar Wieler.

Vor allem junge Leute zeigten nach wie vor eine „riesige Mobilität“, anstatt zu Hause zu bleiben. Er rief erneut eindringlich dazu auf, bei allen notwendigen Kontakten einen Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern einzuhalten.

„Wir stehen am Anfang der Epidemie“, machte Wieler klar, und diese breite sich „exponentiell“ aus, sagte der RKI-Chef. Deutschland liege nur ein bis zwei Wochen hinter Italien. Am Mittwochmorgen hatte das RKI in Deutschland 8198 positiv getestete Covid-19-Fälle registriert. Das waren 1042 und damit etwa 15 Prozent mehr als am Vortag. Die Zahl der Toten lag unverändert bei zwölf.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) appellierte an die Bevölkerung, sich an die Auflagen zu halten und möglichst zu Hause zu bleiben. Wenn die bisherigen Maßnahmen nicht ausreichend Wirkung zeigen oder die Menschen sich weiter in größeren Gruppen treffen, zieht Söder auch eine Ausgangssperre in Betracht. „Ich kann es zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausschließen“, sagte er am Mittwoch.

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    Man hoffe sehr, dass die bisher getroffenen Maßnahmen wirkten. Söder rief deshalb die Menschen in Bayern auf, sich an die Beschränkungen zu halten. „Wenn jeder mitmacht, dann haben wir eine gute Chance“, sagte der CSU-Chef.

    Ausgangssperre oder Verschärfung von Maßnahmen?

    Intern macht Söder aber deutlich, dass er sehr wohl auch zum Mittel der Ausgangssperre greifen würde. Dabei würde er wie schon zuvor bei anderen Maßnahmen notfalls allein vorangehen, wenn es keine Einigung zwischen Bund und Ländern gebe, hieß es in Regierungskreisen. Die anderen Länder würden ohnehin mit Zeitverzögerung folgen.

    Auch in der Wirtschaft werde die Frage diskutiert, ob eine schnell verhängte Ausgangssperre nicht besser sei als eine sich über Tage und Wochen hinziehende schrittweise Verschärfung von Maßnahmen. Entsprechende Signale soll die bayerische Landesregierung von Vertretern großer Konzerne erhalten haben.

    In anderen Ländern wie Frankreich, Spanien und Italien gibt es bereits weitgehende Ausgangssperren. In Italien, wo sie seit einer Woche landesweit gelten, steigen die Fall- und Todeszahlen weiter, allerdings etwas langsamer.

    Bis Dienstag starben dort nach Angaben des Zivilschutzes in Rom 2 503 Menschen. Das waren 345 Tote mehr als am Vortag, am Montag war die Zahl noch um 349 gestiegen. Die Zahl der Infizierten stieg um rund 12,6 Prozent auf 31.506. Vergangene Woche war die Zahl der Infizierten pro Tag noch zwischen 17 und 21 Prozent gestiegen. Es sei aber noch zu früh, einen Trend daraus abzulesen, betonten Experten.

    Kritik an den Maßnahmen zur Kontaktreduzierung hatte Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery geäußert: „Wer so etwas verhängt, muss auch sagen, wann und wie er es wieder aufhebt“, sagte er der „Rheinischen Post“. „Da wir ja davon ausgehen müssen, dass uns das Virus noch lange begleiten wird, frage ich mich, wann wir zur Normalität zurückkehren?“

    Es sei ja nicht möglich, Schulen und Kitas bis Jahresende zu schließen. Denn so lange werde es mindestens dauern, bis es einen Impfstoff gebe. Als Negativbeispiel nannte der langjährige Präsident der deutschen Ärztegewerkschaft Marburger Bund das Land Italien. „Die waren ganz schnell an ihren Kapazitätsgrenzen, haben aber die Virusausbreitung innerhalb des Lockdowns überhaupt nicht verlangsamt.“ Ein Lockdown sei eine politische Verzweiflungsmaßnahme.

    Mehr: Die Kanzlerin fordert die Bürger auf, sich solidarisch zu verhalten, und warnt vor den Folgen bei Missachtung der Coronakrise-Regeln. Eine Ausgangssperre gibt es nicht – vorerst.

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