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Coronavirus RKI: „Lage ist so ernst wie nie zuvor“

Der Präsident des Robert-Koch-Instituts warnt vor den steigenden Infektionszahlen. Gesundheitsminister Spahn blickt zudem hoffnungsvoll auf die Impfstoffzulassung.
15.12.2020 - 13:25 Uhr 2 Kommentare
Aktuell lägen die Fallzahlen im Dezember deutlich höher als im November, so Wieler. Quelle: Reuters
Lothar Wieler und Jens Spahn auf der Pressekonferenz in Berlin

Aktuell lägen die Fallzahlen im Dezember deutlich höher als im November, so Wieler.

(Foto: Reuters)

Berlin Die Corona-Lage in Deutschland ist nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) so ernst wie nie zuvor in der Pandemie. Die Fallzahlen seien so hoch wie noch nie und sie steigen weiter an, erklärte RKI-Präsident Lothar Wieler am Dienstag auf der Bundespressekonferenz in Berlin.

An der Pressekonferenz nahmen außerdem auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), die Vorsitzende des Ethikrates Alena Buyx und die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek teil. Es bestehe die Gefahr, dass sich die Situation weiter verschlimmert und es immer schwieriger wird, mit der Pandemie und ihren Folgen umzugehen.

Mit zwischen 12.000 und 29.000 gemeldeten Neuinfektionen pro Tag lägen die Fallzahlen im Dezember deutlich höher als im November, führte Wieler aus. Aktuell seien 325.000 Menschen in Deutschland mit Sars-CoV-2 infiziert, in den Sommermonaten seien es wenige Tausend gewesen. Immer stärker betroffen sei die Gruppe der 80-Jährigen, mit besonders hohem Risiko für schwere und tödliche Krankheitsverläufe.

Deutschland sei zudem mit seiner vergleichsweise alten Bevölkerungsstruktur in der zweiten Welle besonders gefährdet, so der RKI-Präsident. Es gebe hierzulande rund 23 Millionen Menschen über 60 Jahre. Das Alter sei weiterhin das entscheidende Kriterium. Je älter ein Corona-Patient sei, desto höher das Sterberisiko.

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    Dass sich im Moment viel zu viele Menschen infizierten, sei „Ergebnis von Sorglosigkeit einiger Menschen“, sagte Wieler. Die Neuinfektionszahlen müssten nun deutlich sinken. Er rief dazu auf, Kontakte auf das Nötigste einzuschränken. Er persönlich werde die beschlossene Höchstzahl bei Treffen über Weihnachten nicht ausnutzen, sondern ganz bewusst darunter bleiben.

    EMA bestätigt frühere Zulassung nicht

    Bundesgesundheitsminister Jens Spahn setzt auf einen baldigen Start von Impfungen gegen das Coronavirus. Man dürfe optimistisch sein, dass eine Impfstoff-Zulassung am 23. Dezember erfolgen könne, sagte der CDU-Politiker mit Verweis auf entsprechende Medien-Informationen am Dienstag in Berlin.

    Dies sei „eine gute Nachricht für die Europäische Union“. Ziel sei, eine europäische Impfstoff-Zulassung noch vor Weihnachten zu erreichen und dann in Deutschland noch vor dem Jahreswechsel mit dem Impfen beginnen zu können.

    Er verteidigte es, keine Notfallzulassung vorzusehen, sondern ein reguläres Verfahren der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA). Dies sei wichtig für das Vertrauen in Impfstoffe.

    Die EMA hat unterdessen nicht bestätigt, dass der Corona-Impfstoff bereits am 23. Dezember für die EU zugelassen wird. Sie gehe weiterhin vom 29. Dezember aus, sagte eine Sprecherin der Behörde am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Amsterdam.

    Spahn rechnet selbst mit dem jetzt verschärften Corona-Lockdown nicht mit schnellen Effekten bei der Eindämmung der Pandemie. „Auch eine Vollbremsung wird eine lange Bremsspur haben.“ Die weitergehenden Schließungen von Einrichtungen, die ab diesem Mittwoch starten, seien geboten.

    „Lieber jetzt mit Aussicht auf Erfolg als erst nach Weihnachten mit dem Risiko großer Nebenwirkungen.“ Wichtig sei nun, die Vorgaben in allen Bereichen konsequent umzusetzen.

    Mehr: Warum Deutschland weiter auf den deutschen Corona-Impfstoff wartet

    • rtr
    • dpa
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    2 Kommentare zu "Coronavirus: RKI: „Lage ist so ernst wie nie zuvor“"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Jeden Tag das selbe Panikorchester.
      Warum schreibt das Handelsblatt unreflektiert diese ungefilterten Aussagen des RKI und der Regierung.

      Neuinfizierte sind immer noch in Wirklichkeit mit PCR ohne cT-Wertangabe positiv Getestete und die faktisch Neuinfizierte könnten wir feststellen, wollen wir aber nicht.
      Dasselbe gilt für sog. Corona-Tote. Nicht der Hinweis "mit und durch Corona Verstorbene" sondern wir könnten einfach feststellen, wer ursächlich mit durchschnittlich 80 Jahre durch den Virus gestorben sind.
      Ginge auch - muss man aber nicht.
      Wir investieren lieber in die Schadensbegrenzung für die Wirtschaft als schon im Sommer für einen Bruchteil des Geldes tausende von Pflegepersonal und medizinischen Hilfspersonal zu engagieren und dafür zu sorgen, dass die Hotspots Pflege- und Altenheime sowie Krankenhäuser konzeptionell virusfrei zu machen.
      Das Personal bekäme man sicher, wenn diese ordentlich bezahlt würden und die Arbeitsbedingungen vernünftig wären.
      Jetzt erst beginnen wir mit ordentlichen Masken an die Risikogruppen in den Heimen - wie peinlich ist das denn.
      Die Gesundheitsämter arbeiten immer noch mit Bleistift und Fax und deshalb muss der Inizidenzwert auf 50 runter, obwohl wissenschaftlich nicht relevant ist.
      Große Unsicherheit und Unfähigkeit macht sich breit.

      Auf unsere teure aber funktionierende öffentliche Bürokratie konnten wir mal stolz sein - die Fassade bröckelt.

    • "Es bestehe die Gefahr, dass sich die Situation weiter verschlimmert und es immer schwieriger wird, mit der Pandemie und ihren Folgen umzugehen."

      Sie meinen damit die unabsehbaren Folgen einer planlosen Politik die gerade die Volkswirtschaften massakriert?

      Kann ich nur zustimmen!




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