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Coronavirus Spahn hält pauschale Schließungen von Unternehmen für unangemessen

Gesundheitsminister Spahn mahnt im Umgang mit dem Coronavirus zur Verhältnismäßigkeit. Weder Grenzen noch Unternehmen müssten geschlossen werden.
02.03.2020 - 11:44 Uhr Kommentieren

Coronavirus: „Schließen von Grenzen wäre keine angemessene Entscheidung“

Berlin Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) warnt vor Überreaktionen wegen der Ausbreitung des Coronavirus. Weder die Grenzschließungen, pauschale Absagen von Großveranstaltungen oder die Schließung von Unternehmen seien angemessen, sagte Spahn in Berlin. Die Epidemie werde „unser Gesundheitssystem unter Stress setzen“ – doch insgesamt sei Deutschland gut vorbereitet.

Kurz zuvor setzte das Robert-Koch-Institut (RKI) das Gesundheitsrisiko auf „mäßig“ herauf. RKI-Chef Lothar Wieler sagte, die Lage sei „sehr dynamisch“ und müsse jeden Tag neu bewertet werden. Bis Montagfrüh registrierte das für Infektionskrankheiten zuständige Bundesinstitut 150 nachgewiesene Fälle in zehn Bundesländern und 49 Landkreisen. Bislang hatte das RKI das Risiko mit „gering bis mäßig“ angegeben.

Spahn trat am Montag mit Wieler und anderen Experten gemeinsam vor die Presse. Der Minister sagte, man wolle Ängsten und Unsicherheiten in der Bevölkerung „mit Sachinformationen“ entgegenwirken. Der Auftritt sei „Teil einer verstärkten Kommunikationsoffensive“ seines Ministeriums zur Coronavirus-Epidemie.

Noch könne nicht abschließend beurteilt werden, wie gefährlich das Virus sei, sagte Christian Drosten. Der Virologie der Berliner Charité kritisiert, dass gerade in den sozialen Medien die Risiken überbetont werden. In den meisten Fällen verlaufe die durch das Virus ausgelöste Atemwegserkrankung nach derzeitigem Stand milde, die Sterblichkeitsrate liege zwischen 0,3 und 0,7 Prozent.

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    Spahn erklärte, er halte eine Schließung von Grenzen und Einschränkungen der Reisefreiheit in Europa weiter für „keine angemessene Entscheidung“. Auch die Einstellung von Direktflügen von und nach China, dem Ursprungsland des Virus, lehnte Spahn als unverhältnismäßig ab. Ein solcher Schritt könne dazu führen, dass bis zu 30.000 Deutsche aus China ausgeflogen werden müssten.

    Schließungen ganzer Unternehmen als Schutzmaßnahme steht der Minister skeptisch gegenüber. Es komme dabei auf den Einzelfall an. Das „lokale tätige Handwerksunternehmen“ sei anders zu bewerten als ein internationaler Konzern, bei dem regelmäßig Mitarbeiter aus dem Ausland kämen.

    Ähnliches Augenmaß fordert Spahn auch im Umgang mit Großveranstaltungen. Als Minister könne er nicht alle Veranstaltungen absagen, die örtlichen Gesundheitsämter würden jeden Einzelfall anhand von festgelegten Kriterien abwägen. So hänge die Bewertung vom Teilnehmerkreis ab, aber auch von Faktoren wie der Belüftung des Veranstaltungsorts.

    Wenn Großveranstaltungen auf behördliche Anordnung ausfallen, müssen die Gesundheitsämter die Kosten tragen. Auf die Frage, ob ein Entschädigungsfonds für abgesagte Veranstaltungen geplant sei, gab Spahn keine Antwort. Grundsätzlich seien die wirtschaftlichen Auswirkungen auf unterschiedliche Branchen und Unternehmen in Bundesregierung aber Thema, so der Minister.

    Mehr: Wirtschaftsminister Peter Altmaier schätzt die Coronavirus-Krise falsch ein. Er will erst mal die Fakten sortieren. Das hört sich gut an, ist aber ein Ausdruck der Orientierungslosigkeit.

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