Cyber-Attacke Bundestags-Netzwerk droht „Totalschaden“

Die Cyber-Attacke auf das Netzwerk des Bundestages hat es laut Berichten so sehr beschädigt, dass es ersetzt werden muss. Kostenpunkt: mehrere Millionen Euro. Und der Angriff der unbekannten Hacker dauert weiterhin an.
Update: 11.06.2015 - 08:23 Uhr 17 Kommentare
Die Folgen der Cyberattacke auf den Bundestag sind wohl schwerwiegender, als bisher angenommen. Quelle: AFP
Neues IT-Netzwerk benötigt

Die Folgen der Cyberattacke auf den Bundestag sind wohl schwerwiegender, als bisher angenommen.

(Foto: AFP)

BerlinDie Cyberattacke auf den Bundestag hat Medienberichten zufolge deutlich mehr Schaden angerichtet als bisher bekannt. Nach Informationen von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ muss das Parlament sein gesamtes Computer-Netzwerk neu aufbauen. Der Hackerangriff geht derweil weiter. Angeblich fließen weiter unkontrolliert Daten ab.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sei zu dem Ergebnis gekommen, dass das Netz nicht mehr gegen den Angriff verteidigt werden könne und aufgegeben werden müsse. Einem Bericht von „Spiegel Online“ zufolge fließen noch immer Daten in unbekannter Richtung ab.

Der netzpolitische Sprecher der Grünen, Konstantin von Notz, bestätigte das Ausmaß. Er sagte dem rbb am Donnerstag, es habe sich „um einen hochkarätigen Angriff von geheimdienstlicher Qualität“ gehandelt.

Dem oder den Angreifern ist es laut den Berichten gelungen, den sogenannten Verzeichnisdienst des Bundestages zu übernehmen: In dem Dienst werden die Parlamentsrechner, insgesamt mehr als 20.000 Stück, als Netzwerk organisiert. Der oder die Hacker hätten somit Zugriff auf beliebige Systeme des Bundestages sowie auf alle Zugangsdaten der Fraktionen, Abgeordneten und Bundestagsmitarbeiter.

Auch weil die Angreifer mittlerweile Administratorenrechte im Bundestag an sich gebracht hätten, solle nun das alte Netzwerk aufgegeben und ein neues Netzwerk aufgebaut werden, heißt es in dem Bericht des Rechercheverbunds. Die Geheimschutzstelle, der NSA-Untersuchungsausschuss und die Personalverwaltung des Bundestages seien von dem Angriff offenbar nicht betroffen, da sie besonders gesicherte Netzwerke nutzen.

„Die Trojaner sind noch immer aktiv“, hieß es laut „Spiegel Online“ aus Parlamentskreisen. Nach Angaben von mehreren mit dem Fall vertrauten Quellen fließen demnach weiterhin Bundestagsdaten aus dem „Parlakom“-Netz in unbekannte Richtung ab.

In Parlamentskreisen wird offenbar bereits von einem drohenden „Totalschaden“ gesprochen: Womöglich müsse nicht nur die Software der „Parlakom"-Rechner neu installiert, sondern auch die komplette Hardware ausgetauscht werden. Dies würde Monate dauern und Kosten in mehrstelliger Millionenhöhe verursachen. Als Konsequenz des Hackerangriffs habe das BSI inzwischen Teile des parlamentarischen Datenverkehrs über das besser gesicherte Datennetz der Bundesregierung umgeleitet.

„Möglichkeiten der Irreführung sind enorm hoch“
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17 Kommentare zu "Cyber-Attacke : Bundestags-Netzwerk droht „Totalschaden“"

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  • Ist denn wenigstens zuverlässig ausgeschlossen, dass nicht der BND die Bundestagsverwaltung bespitzelt?

    Bisher ist mir diese Klarstellung noch nicht bekannt geworden.

  • "Weshalb wird den westlichen Bürgern verwehrt, was den ostdeutschen Bürgern gewährt wird?" Das Sie sich nicht lächerlich dabei vorkommen, wenn Sie sowas schreiben... Das ist halt der Vorteil der Anonymität, die Leute denken gar nicht darüber nach was zu äußern wagen. Weil BND nicht mit der Stasi zu vergleichen ist. Eine vollkommende Veröffentlichung ist absurd, da sie laufende Ermittlungen gefährdet. Und die Stasiunterlagen liegen nicht einfach zur Einsicht bereit. Auch da könnten sie Sie sich mal informieren.

  • Das muß man doch verstehen, das ist ja auch Neuland wie die DDR-Kanzlerin sagte.
    Da kann so was schon mal passieren

  • Den letzten beißen die Hunde!
    In der gehobenen deutschen Mittelschicht und in der Oberschicht beginnt man sich auf den Tag X vorzubereiten. Der Doppelpass ist nicht nur bei den Migranten beliebt. Wer es sich leisten kann bzw. hervorragende Kontakte ins Ausland hat besorgt sich die doppelte Staatsbürgerschaft bzw. Doppelpässe. Vielen dämmert mittlerweile das der Personalausweis und der deutsche Reisepass mitnichten völkerrechtlich etwas über die tatsächliche Staatsbürgerschaft aussagt. Googelt das mal und IHR werdet Bauklötze staunen, ein sehr umfassendes Thema. Überhaupt lässt sich auf diese Art viel einfacher und unkontrollierter Vermögen und Einkommen im Ausland verstecken. Mit einer doppelten Meldeadresse, Papier ist ja so geduldig, werden zukünftig Daten-austausche mit dem steuerlich ungünstigeren Wohnsitz oder “Zweitwohnsitz“ vermieden. So schlägt die Feudalkruste dem Finanzamt in Zukunft immer noch ein Schnippchen. Die kleinen Schwarzarbeiter und eventuelle Sozialbetrüger wird man aber dran kriegen und das ist ja wohl das Wichtige. Und ob z. B. die Türkei tatsächlich einmal alle Daten über Landsleute der EU meldet darf doch wohl sehr bezweifelt werden.
    Wer unbedarft ist, dem wird von grünen Systemlingen sogar geholfen, also nicht nur den Migranten.
    http://web.de/magazine/unterhaltung/stars/politikerin-boris-becker-auswandern-helfen-30699604
    Baden-Württembergs Integrationsministerin Bilkay Öney (44, SPD) will Boris Becker dabei helfen, die doppelte Staatsbürgerschaft zu erlangen. Bei Twitter erschien ein Beitrag der Politikerin, der direkt an den Ex-Tennisstar gerichtet ist:
    Lb @TheBorisBecker wenn Sie 'nen Doppelpass haben wollen, kann ich Ihnen die Beibehaltungsgenehmigung geben. Bin zuständig in @RegierungBW
    — Bilkay Öney (@bilkayoeney) June 10, 2015
    Was zeigt uns das?!
    Die deutsche Mittel- und Unterschicht wird wieder einmal grandios verarscht und vorgeführt und für diesen “Totalschaden“ sind sie wieder einmal selbst verantwortlich!

  • Ich stimme Ihnen zu. Wir erfahren, dass die Behörde nichts weiß, aber man will sich scheinbar auf die Russen festlegen.

    Ist denn wenigstens bekannt, seit wann die Verwaltung ausspioniert wurde?

    Das der BND alles auspioniert ist bekannt. Es ist daher davon auszugehen, dass nicht die Russen, nicht die Amerikaner, sondern der eigene BND die Finger im Spiel hat.

    Dessen ungeachtet ist bisher nicht nach außen aufgefallen, dass weder die Bundesregierung noch die Abgeordneten in ihren Aktivitäten gebremst wurden. Vielleicht ist auch ausgerechnet dieser Geheimdienst der einzige, der die dort hinterlegten Unterlagen liest.

    Wenn in diesem Netzwerk irgendwo die Selektorenliste des NSA hinterlegt ist, dann ist sie auch in den Händen derer, die sich dafür interessieren. Weshalb dürfen wir potentiell von dieser Spähaktion betroffenen Bürger nicht erfahren, dass wir in aussoioniert und überwacht wurden. Die Stasi-Unterlagen liegen ja auch in der Gauckbehörde für die Betroffenen zur Einsicht bereit.

    Weshalb wird den westlichen Bürgern verwehrt, was den ostdeutschen Bürgern gewährt wird?

  • "Neuland" ist abgebrannt und unsere Bundestagsabgeordneten sind derart sensibel, es ist schön und nur fürsorglich von der Bundesregierung diese “armen Würstchen“ vor jeder Aufregung zu beschützen und ihnen keine Informationen zu geben. Die Wahrheit und Fakten im NSA-BND Abhörskandal würde diese Kranken möglicherweise sogar umbringen, diesen Verlust an hochqualifizierten inländischen "Fachkräften" könnte Deutschland unmöglich verkraften!

  • @Frau Baur- Warendorf

    "In Deutschland wird nur verfolgt, wer öffentlich die "Willkommenskultur" und links-grüne Denkweise mitsamt deren Problemen kritisiert."

    Heute in „DEUTSCHE WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN“, in der Systempresse hingegen das übliche laute Schweigen.

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/06/11/frankreich-schwere-unruhen-nach-polizei-gewalt-gegen-migranten/

    "In der französischen Stadt Tourcoing ist es vergangene Woche tagelang zu gewaltsamen Ausschreitungen zwischen Migranten und französischen Sicherheitskräften gekommen. Genauer Ort der Zusammenstöße war das Viertel Bourgogne, wo die Jugendarbeitslosigkeit bei über 50 Prozent liegt. Nach Angaben der Zeitung Direct Matin wurden 16 Autos zerstört. Dutzende Jugendliche wurden festgenommen.
    Die Gewalt brach aus, als im Rahmen einer Polizeikontrolle ein Mann aus bisher nicht genannten Gründen zu Tode kam. Zwei weitere Insassen wurden verletzt. Sicher ist: Der Fahrer soll versucht haben, die Anweisungen der Polizei zu missachten und der Kontrolle zu entkommen."

    Jeder Unsinn und jedes Verbrechen hat seine Zeit und der Krug geht solange zum Brunnen bis er bricht, - und in Frankreich hat er schon Risse.

    Auf Deutschland bezogen, wir brauchen noch ein paar Millionen ausländische “Facharbeiter“ und eine Agenda 2020 bis die Kacke richtig ans dampfen kommt. Was glauben Sie wie wir dann nur noch grüne Kondensstreifen sehen werden. Frau Roth lebt ja jetzt schon die meiste Zeit in ihrer Türkei beim lieben Recep Tayyip Erdoğan.

  • Wie konnte es passieren, dass die NSA Spuren hinterlässt? Die überwachen doch ohnehin alles. Aber sicherlich findet man heraus, dass der Angriff mit russischen Programmen erfolgte :-).

  • @Herr Rene Benedikt

    "Für mich stellt das ein Angriff auf die Bundesrepublik da und sollte mit dem Terror vom 9.11 gleich gestellt werden."

    Frau Merkel und ihre konservativen Wichte gehen da völlig d'accord, allerdings sollten unsere atlantischen Freunde wider erwarten doch dafür verantwortlich sein müssen wir erst einmal in den Hauptstädten der "Five Eyes" vorsichtig nachfragen ob wir überhaupt dürfen, weil mutiges auf den Tisch hauen ist bei der feigen konservativen Mischpoke nur unter opportunen Gesichtspunkten angesagt!!!

    Also bitte solche Hau-drauf-Forderungen erst stellen, wenn eindeutig klar ist das Uncle Sam nicht in der Nummer verstrickt ist. Ach so, die haben den entscheidenden Tipp ja gegeben, so kann man natürlich auch zeigen wie sehr eine arme Vasallensau von einem abhängt. Das ist eine Spezialität der USA, massive Probleme zu kreieren um sich dann für einen gewissen Preis als Lösung anzubieten.

    Oder der Wink mit dem Zaunpfahl, ohne uns gibt es sicherlich noch mehr und unangenehmere Probleme, die typische Vorgehensweise aller kriminellen Mafiosi halt.

  • 20.000 Rechner sollen sich in dem Netzwerk befinden. Im Grundstudium der Informatik wird gelehrt, dass Netzwerk möglichst klein zu gestallten ist und dafür mehre aufzubauchen sind. Also wieder mal ganz die Hausaufgaben gemacht.
    Oder eine feine Möglichkeit unserer Regierung unliebsame Daten
    einfür alle mal verschwinden zu lassen. Mich wundert leider gar nichts mehr was
    von deutscher Regierungssseite aus jeden Tag zu hören ist. Armes hochtechnisiertes Deutschland

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