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Cyber-Kriminalität Vernetzter Kampf gegen das technisierte Verbrechen

Wenn Polizisten zu sorglos twittern, ärgert sich Holger Münch. Der BKA-Präsident der digitalen Generation hat große Pläne im Kampf gegen Cyberkriminalität. Dafür müssen die Ordnungshüter lernen, sich besser zu vernetzen.
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BKA-Präsident Holger Münch hat der Cyberkriminalität den Kampf angesagt. Quelle: dpa
BKA-Präsident Holger Münch

BKA-Präsident Holger Münch hat der Cyberkriminalität den Kampf angesagt.

(Foto: dpa)

Berlin Die Polizei in Deutschland muss nach Ansicht von BKA-Präsident Holger Münch noch versierter in Sachen Internet werden. Dabei reichen seine Vorstellungen vom professionellen Kommunizieren in sozialen Netzwerken bis zum vernetzten Kampf gegen das wachsende Verbrechen im Cyberspace. „Wie halten wir technisch Schritt? Das ist eine Riesenherausforderung“, sagte der Chef des Bundeskriminalamts (BKA) der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Münch (53) leitet seit knapp einem halben Jahr Deutschlands oberste Polizeibehörde.

Standardisierte Fortbildungen könnten laut Münch helfen, dass jeder Polizist mit neuen Deliktformen umzugehen lernt. „Wenn ein junger Mensch in die Polizeistation kommt und einen Datendiebstahl anzeigt, dann hat der nicht fortgebildete Polizeibeamte ein Problem“, sagte er. „Das Foto auf dem gesperrten Handy als Beweismittel zu sichern, das können heute nur Experten. Da müssen wir uns weiterentwickeln.“

Die Polizei müsse sich auch stärker den neuen Medien öffnen. Das BKA erarbeite eine Strategie für die eigene Kommunikation. Bald werde es auch eine digitale Lösung für Hinweise aus der Bevölkerung geben. Münch hat dabei eine Situation vor Augen wie beim Anschlag auf den Boston-Marathon 2013 mit Hunderten Zeugen: „Viele Bürger in dieser Republik wollen uns Hinweise geben, Beweismittel schicken, Fotos, Videos. Die müssen wir aufnehmen können.“

Der sorglose Umgang vieler Nutzer mit sozialen Netzwerken mache indes auch vor Polizisten nicht halt, gestand der BKA-Chef ein. Es komme vor, „dass Kollegen im Einsatz posten: Wir ziehen jetzt ab.“ Das sei unklug, weil andere Personen die Informationen missbrauchen könnten.

Knackpunkte bei der IT-Sicherheit
Datenschutz und IT-Sicherheit
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Zuletzt hat der große Datenklau bei Sony die Themen wieder ganz nach oben gespielt. Dass Security-Chefs die Cloud, insbesondere wenn öffentlich, mit Argusaugen betrachten, ist aber nur ein Teil des Themas. Blogger Eric Knorr nennt in „Six reasons why improving security is so hard“ sechs Stolperfallen, die mehr im Allzumenschlichen liegen. Im Einzelnen:

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1. Narzisstische CEOs
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Security kostet Zeit und Geld. CEOs haben aber eigene, kurzfristige Erfolge im Blick. Hier hilft nur: auf die mittel- und langfristigen Gefahren für das Unternehmen hinweisen (inklusive Image-Schäden), falls eine Datenpanne passiert.

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2. Verkäufergeschwätz
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Sicherheitsanbieter schrecken noch nicht einmal davor zurück, Logos für besonders spektakuläre Malware zu entwerfen (als Gag, versteht sich). Davon dürfen sich Security-Verantwortliche nicht ablenken lassen. Natürlich ist die Bedrohung von außen groß - die interne, etwa durch nicht erfolgte Korrekturen von lückenhafter Software, aber auch.

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3. Betriebsblockaden
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Nur als Beispiel: das Management definiert Client-side Java als Risiko Nummer eins. Der Security-Verantwortliche soll alles entfernen. Schon monieren die Linien-Manager, dass einige ihrer Anwendungen auf Client-side Java angewiesen sind.

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4. Arrogante Sicherheitschefs
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Immer wieder ungern gesehen sind Security-Manager, die tönen, es sei doch offensichtlich, dass man dies oder jenes nicht anklickt, sieht doch jeder, dass das Malware ist. Der Endanwender kann das nicht wissen! Ohne regelmäßige Trainings geht es nicht. Dabei gilt: Besser kurze, aber regelmäßige Schulungen anbieten.

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5. Scheinbare Unverwundbarkeit
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Firewalls, Intrusion Detection Systeme, sichere Cloud: Gute Tools können ein Unternehmen in falscher Sicherheit wiegen. Das heißt: geschäftskritische Daten müssen unbedingt verschlüsselt werden, Admin-Privilegien ständig auf ihre Richtigkeit überprüft werden und so weiter und so fort.

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6. Dem Fatalismus frönen
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Zu glauben, man könne ja doch nichts machen, ist der größte Fehler von allen. Selbst wenn es klar ist, dass die Security-Technologie den Bösen Jungs immer einen Schritt hinterher hinkt.

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Im Kampf gegen die wachsende Internetkriminalität sollten die Bundesländer ihre Ressourcen vernetzen und das BKA als Dienstleister in Anspruch nehmen, sagte Münch. Die Zuständigkeit für die einzelnen Fälle solle selbstverständlich bei den Ländern bleiben. Münch sagte: „Wir brauchen einen Verbund und auch zentrale Stellen, die Ressourcen und Kompetenzen zur Verfügung stellen, damit ein Ermittler nicht unverhältnismäßig lange auf eine Datenauswertung warten muss.“

Da komme das BKA mit Spezialwissen ins Spiel: „Welche Methoden muss man entwickeln, um Daten im Petabyte-Bereich auswerten zu können? Wie knackt man lange Passwörter?“ Die Datenflut in Fällen von Wirtschaftskriminalität oder Betrug sei ein Problem. Münch setzt hier auf eigene Kapazitäten der Polizei, denn die Erfahrung mit externen Dienstleistern sei gemischt: „Wie ich aus den Ländern erfahre, sind auch die Durchlauf- und Wartezeiten bei externen Anbietern länger geworden, denn auch die kämpfen mit dem wachsenden Datenvolumen.“

Cybercrime - Wirtschaftsspionage und der BND

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