DAK-Report Der kranke Deutsche

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Psychische Erkrankungen und Rückenleiden

Unter den Langzeiterkrankungen als Ursache für Arbeitsunfähigkeit sind vor allem die psychischen Erkrankungen auf dem Vormarsch. Mehr als die Hälfte der Fehltage lassen sich auf drei Krankheitsarten zurückführen. An erster Stelle stehen Rückenleiden und andere Muskel-Skelett-Erkrankungen, die Männer etwas häufiger betreffen als Frauen. Jeder fünfte Fehltag wurde damit begründet (22 Prozent). Danach folgen Krankheiten des Atmungssystems mit 17 Prozent Anteil am Gesamtkrankenstand.

Fast genauso viele Ausfalltage gingen auf das Konto der psychischen Erkrankungen. Ihr Anteil am Krankenstand hat sich auf 16 Prozent erhöht (1. Halbjahr 2015: 15 Prozent). Frauen fehlten mit Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen fast doppelt so häufig wie Männer. Die Betroffenen fielen besonders lange aus: Im Schnitt waren es 35 Tage. Die durchschnittliche Erkrankungsdauer von psychischen Erkrankungen übertraf somit sogar die von Krebserkrankungen (32 Tage). Eine starke Erkältungswelle wie zu Beginn des vergangenen Jahres gab es 2016 nicht: Während Husten, Schnupfen und Heiserkeit im ersten Halbjahr 2015 einen Anteil von 20,4 Prozent am Krankenstand hatten, waren es 2016 nur 17 Prozent. Die Zahl der Ausfalltage sank um neun Prozent.

Gesetzeslage: Was tun, wenn man im Urlaub krank wird?

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Warum lang andauernde psychische Erkrankungen eine wachsende Rolle beim Thema Arbeitsunfähigkeit spielen? Darauf gibt es keine eindeutige Antwort. „Eine Ursache ist sicher, dass heute psychische Erkrankungen gesellschaftlich nicht mehr so stark tabuisiert werden“, sagt Marschall. In der Vergangenheit neigten die Ärzte dazu, eher die körperlichen Auswirkungen etwa eine Depression auf den Krankenschein zu schreiben, wie Magen-Darmverstimmung oder Rückenschmerzen, als die seelische Ursache.

Wer ein einer Depression erkrankt war, hat dies möglichst vor dem Arbeitgeber und den Kollegen verheimlich, um nicht stigmatisiert zu werden. Heute ist das Verständnis für solche Erkrankungen in der Öffentlichkeit gewachsen. Zudem haben immer mehr Menschen eigene Erfahrungen mit diesem Thema. Nach Untersuchungen des Robert-Koch-Instituts hat aktuell jeder Dritte im Verlauf eines Jahres eine psychische Erkrankung. Dabei handelt es sich aber oft nur um eine kurze „Episode“, die oft nicht einmal zu einer Krankschreibung führt.

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37 Kommentare zu "DAK-Report: Der kranke Deutsche"

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  • Ich möchte mich für meine unsinnigen Kommentare entschuldigen, ich muss jetzt meine Pillen nehmen und Flaschen sammeln gehen. Untertänigsten Dank, dass sie mich den ganzen Tag, was schreibe ich, Monate ertragen haben.

  • "Es dürfte nach menschlichem Ermessen - neben anderen, nicht direkt beeinflussbaren - Umständen auch einen direkten Zusammenhang zwischen (...)"

    Ich hoffe, ich lerne irgendwann nochmal, Spiegelstriche/Klammern entweder richtig zu setzen oder gleich die Finger davon zu lassen:

    Korrektur:

    Es dürfte nach menschlichem Ermessen - neben anderen, nicht direkt beeinflussbaren Umständen - auch einen direkten Zusammenhang zwischen (...)

  • Die Bundesregierung entnimmt im kommenden Jahr rund tausend Millionen Euro zur Versorgung von Flüchtlingen aus dem Gesundheitsfonds. Durch die Maßnahme sollen die Krankenkassen vor zu großen finanziellen Belastungen bewahrt werden.

  • In Zukunft brauchen sie weder Motivation, Gesundheit, Begeisterung und all den Müll, da ohnehin die Maschinen ihre Jobs machen. Den billigen Dreck brauchen sie auch nicht mehr zu essen und ob sie fett und krank sind, völlig egal. Die Besamung geht per Amazon. So erledigt sich manch eine Sache von selbst.

  • Ich bin nie krank ... ich bin eine kerngesunde Generationen Deutsche.
    Ich stehe früh auf. Arbeite mit Begeisterung täglich 10 h. Null Bock kenne ich nicht.
    Mit dem Verdienst konsumiere ich reichlich. Autos sind meine Leidenschaft.

  • "Motivation lässt sich allerdings weder verordnen noch erzwingen."

    Wichtiger Zusatz: Und sie gedeiht nur in Freiheit.

    Oder was glauben Sie wohl, warum Kim Jong-uns Raketen (Gott sei Dank natürlich!!!) regelmäßig ins Wasser fallen?

  • Es dürfte nach menschlichem Ermessen - neben anderen, nicht direkt beeinflussbaren - Umständen auch einen direkten Zusammenhang zwischen der Abwesenheitsquote vom Arbeitsplatz und der Motivation, seine Arbeit gut zu machen geben.

    Motivation lässt sich allerdings weder verordnen noch erzwingen.

  • Das die Menschen bei der derzeitigen politischen Entwicklung permanent Magenschmerzen haben, kann ich verstehen.

  • Zitat: " Vor 15 Jahren habe ich noch für ein Brötchen 40 Pfennig bezahlt! "

    Heute zahle ich bei Malzen 0,28 €/Brötchen. Macht 2 % Inflation.

  • @ Marcel
    „2. Mein Beruf macht mir Spaß und ich lebe in normalen sozialen Verhältnissen.“
    Mit ein Hauptgrund, warum Sie zufrieden sind.
    Vielen macht ihre Arbeit aber überhaupt keinen Spaß, aber die Umstände lassen sie aus Angst in ihren ungeliebten Jobs, bei cholerischen Chefs und mieser Bezahlung verharren. THE GERMAN ANGST, die überall in diesem Land propagiert wird. Man riskiert nichts und lebt weiter in der vermeintlichen Sicherheit, die nur eine Scheinsicherheit ist. Man verschenkt sein Potenzial aus Angst, man könnte abrutschen. Dank Hartz IV leben wir in einer Gesellschaft, die von (Verlust)Angst geprägt ist. Hinzu kommt, dass sich viele Privathaushalte über Jahre und Jahrzehnte verschuldet haben. Haus und Auto sind finanziert und müssen abbezahlt werden. Da muckt man nicht auf, sondern funktioniert nur noch, weil es ansonsten das Ende der guten bürgerlichen Mittelschicht bedeuten würde, zu der man sich selbst persönlich ja zählt. Wieviele Millionen von Mittelstandsexistenzen wären ab morgen pleite, wenn die Banken die Kreditlinien zurückfordern würden, die Kreditkarten sperren, die Dispoüberziehungen einfrieren würden. Sie verstehen, was ich meine?! Große Teile der deutschen Mittelschicht- und Unterschicht leben in der Verschuldung.

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