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Daniel Terzenbach im Interview BA-Vorstand zur Fachkräfteeinwanderung: „Weiter hoher Bedarf in vielen Branchen“

Deutschland muss weiter aktiv um Fachkräfte werben, sagt Daniel Terzenbach, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit. Doch die Coronakrise erschwert das.
28.07.2020 - 19:07 Uhr Kommentieren
Der BA-Vorstand betont, dass trotz der Coronakrise Fachkräfte weiter händeringend gesucht würden. Quelle: imago images/Future Image
Daniel Terzenbach

Der BA-Vorstand betont, dass trotz der Coronakrise Fachkräfte weiter händeringend gesucht würden.

(Foto: imago images/Future Image)

Obwohl durch die Corona-Pandemie die Arbeitslosigkeit in Deutschland steigt, wirbt die Bundesagentur für Arbeit (BA) weiter für die Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland. Derzeit seien von Entlassungen vor allem Beschäftigte aus dem Gastgewerbe, dem Einzelhandel oder der Industrie betroffen, sagte BA-Vorstand Daniel Terzenbach dem Handelsblatt.

„Wir brauchen aber Pflegekräfte, Mediziner, Fachkräfte im Tiefbau oder IT-Fachleute.“ Corona ändere ja nichts daran, dass Deutschland eine alternde Bevölkerung habe, Pflegekräfte weiter händeringend gesucht oder IT-Experten für die Digitalisierung gebraucht würden. „Letztere sogar verstärkt, wenn Corona jetzt zu einem Digitalisierungsschub führt“, sagte Terzenbach.

Das im März in Kraft getretene Fachkräfteeinwanderungsgesetz kann wegen der Reisebeschränkungen und der Notbesetzung in vielen Visastellen bisher kaum Wirkung entfalten. Wie das Auswärtige Amt auf Anfrage mitteilte, haben deutsche Auslandsvertretungen im ersten Halbjahr nur 30.117 Visa zum Zwecke der Erwerbstätigkeit erteilt – weniger gab es in einer ersten Jahreshälfte zuletzt 2015.

„Wir müssen unsere gezielten Werbekampagnen wieder aufnehmen, denn auch andere Länder wie Japan oder China suchen aus demografischen Gründen Fachkräfte“, sagte Terzenbach. „Und wir müssen daran arbeiten, dass die Menschen kommen können, wenn Corona vorbei ist.“ Hierzu müssten vor allem Deutschkurse im Ausland ausgebaut werden.

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    Lesen Sie hier das gesamte Interview:

    Corona lässt die Wirtschaft einbrechen. Wird die Fachkräfteeinwanderung damit obsolet?
    Überhaupt nicht. Corona ändert ja nichts daran, dass wir eine alternde Bevölkerung haben, Pflegekräfte weiter händeringend gesucht werden oder dass wir IT-Experten für die Digitalisierung brauchen. Letztere sogar verstärkt, wenn Corona jetzt zu einem Digitalisierungsschub führt.

    Die Arbeitslosigkeit steigt. Kann man den Bürgern da vermitteln, ausländische Kräfte ins Land holen zu wollen?
    Derzeit sind vor allem Beschäftigte aus dem Gastgewerbe, dem Einzelhandel oder der Industrie betroffen. Wir brauchen aber Pflegekräfte, Mediziner, Fachkräfte im Tiefbau oder IT-Fachleute. Ich rede aber bewusst von Fachkräften, um die wir auch im Ausland werben müssen, nicht von Arbeitskräften allgemein.

    Verschiebt sich der Bedarf durch Corona?
    In Teilen sicherlich. Der Mangel an Köchen oder Fachkräften aus dem Hotel- und Gaststättenbereich war lange eine Wachstumsbremse in der Branche. Jetzt müssen wir schauen, ob die Corona-Pandemie daran etwas ändert, weil etwa die Zahl der Touristen sinkt. Aber wir haben Branchen, in denen der Bedarf nach wie vor hoch ist – der Elektrobereich, der IT-Bereich, der Hoch- und Tiefbau beispielsweise.

    Wie wirkt sich Corona auf die Kooperationsprogramme der Bundesagentur mit einzelnen Herkunftsländern aus?
    Auch da erleben wir Verschiebungen. Im Gesundheitsbereich hatten wir große Hoffnungen auf Mexiko oder Brasilien gesetzt, doch die brauchen im Augenblick selbst jede medizinische oder pflegerische Fachkraft. Dafür sind Länder neu auf uns zugekommen, Jordanien etwa. Da ist, auch durch den Zuzug von Flüchtlingen, der Druck auf den heimischen Arbeitsmarkt stark gestiegen.

    Im Augenblick haben Fachkräfte es wegen der Reisebeschränkungen schwer, überhaupt nach Deutschland zu kommen …
    Ja, aber wir müssen unsere gezielten Werbekampagnen wieder aufnehmen, denn auch andere Länder wie Japan oder China suchen aus demografischen Gründen Fachkräfte. Und wir müssen daran arbeiten, dass die Menschen kommen können, wenn Corona vorbei ist. Voraussetzung sind weiter gute Deutschkenntnisse, da müssen wir dringend die Kursangebote in den Herkunftsländern verbessern. In Indien lag die Zahl der Menschen, die bei den Goethe-Instituten Kurse für „Deutsch als Fremdsprache“ belegt haben, zuletzt bei 20.000 Menschen. Gemessen an der Größe Indiens wünschen wir uns natürlich hier höhere Zahlen. Das könnte helfen.

    Mehr: Die Pandemie macht es den Firmen deutlich schwerer, ausländische Fachkräfte anzuwerben. Dabei ist der Bedarf in vielen Branchen unverändert hoch.

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