„Das Maß ist eigentlich voll“ Goldman Sachs am Pranger

Goldman Sachs muss um ihren besten Kunden bangen: die Politik. Goldman Sachs hatte den Griechen beim Manipulieren der Statistiken geholfen. Die Regierung in Berlin stellt ihre Geschäftsbeziehungen mit der Bank infrage. Eine Bank, die sich so verhalte, dürfe nicht mit öffentlichen Aufträgen belohnt werden.
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Bundeskanzlerin Angela Merkel: Mehr als nur verstimmt. Quelle: Reuters

Bundeskanzlerin Angela Merkel: Mehr als nur verstimmt.

(Foto: Reuters)

HB BERLIN. Innerhalb der deutschen Regierungsspitze hat eine Diskussion begonnen, die für das weltgrößte Investmenthaus Goldman Sachs schwerwiegende Folgen haben könnte. „Die Regierung überlegt, ob man mit solchen Investmenthäusern noch länger zusammenarbeiten sollte, wenn sich die Betrugsvorwürfe bestätigen sollten“, sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter dem Handelsblatt. Bundeskanzlerin Angela Merkel verfolge aufmerksam das von der New Yorker Börsenaufsicht angestrengte Betrugsverfahren gegen Goldman Sachs. Die Börsenaufsicht wirft dem Institut vor, bei der Vermarktung eines Finanzmarktprodukts wichtige Informationen verschwiegen und Investoren in die Irre geführt zu haben.

Auch in der Griechenland-Tragödie spielte das Investmenthaus eine umstrittene Rolle. Goldman Sachs hatte den Griechen beim Manipulieren der Statistiken geholfen. Ein weiterer Merkel-Vertrauter: „Das Maß ist eigentlich voll. Eine Bank, die sich so verhält, darf nicht mit öffentlichen Aufträgen belohnt werden.“

Die Investmentbank ist damit nur wenige Tage nach dem Bekanntwerden der New Yorker Ermittlungen ins Fadenkreuz der Regierung geraten. Mit deutlichen Worten fordern bereits mehrere Koalitionspolitiker eine Abkehr von Geschäften mit Goldman Sachs. Solange die US-Ermittlungen laufen, müsse die „Zusammenarbeit mit Goldman Sachs auf Eis“ gelegt werden, sagte CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt dem Handelsblatt. Der Obmann der FDP-Bundestagsfraktion im Finanzausschuss, Frank Schäffler, plädiert für Distanz: „Wir sollten die Geschäftsbeziehungen mit der US-Bank ruhen lassen, bis die Vorwürfe geklärt sind.

Goldman Sachs ist mit Bund und Ländern bislang groß im Geschäft. Ob die milliardenschwere Privatisierung der Telekom, der Kauf der Landesentwicklungsgesellschaft in Nordrhein-Westfalen oder das Geschäft mit der Refinanzierung der Staatsschulden – überall ist Goldman Sachs unter den wichtigsten Banken, die diese Projekte begleiten.

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4 Kommentare zu "„Das Maß ist eigentlich voll“: Goldman Sachs am Pranger"

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  • Dann sollte sich die Kanzlerin aber auch subito um die Citigroup kümmern, die bei allen größeren Privatisierungen an vorderster Front beteiligt war. im gleichen Zug könnte man sich um die Machenschaften des Privatkundenablegers Citibank Deutschland (heute Targobank) kümmern, die hunderttausende Anleger, Ratenkredit- und Versicherungsnehmer ins Unglück gestürzt hat

  • ich habe die befürchtung, dass dies nur Geklapper mit leeren Worthülsen ist, um den bürger zu beruhigen. Die Lobbygelder für die Privattaschen der Politiker werden am Ende triumphiren und die bananenpolitiker werden nach dem Motto handeln: was interessiert mich mein Geschwätz von gestern. Lobbygelder haben bisher immer über den Volkswillen gesiegt.

  • Das ist ja wohl das Mindeste, was unsere Regierung tun kann bei auffällig gewordenen banken.

    Wie ist denn z.b. die USA mit den Schweizer banken umgesprungen wegen des Verdachtes auf Konten von Holocaust-Opfern??

    GS iszt einer der größten Krisen-Gewinnler. Warum wohl???

  • Das ist ja wohl das Mindeste, was unsere Regierung tun kann bei auffällig gewordenen banken.

    Wie ist denn z.b. die USA mit den Schweizer banken umgesprungen wegen des Verdachtes auf Konten von Holocaust-Opfern??

    GS iszt einer der größten Krisen-Gewinnler. Warum wohl???

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