Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Datenanalyse Eine Woche Kontaktsperre: Wie die Bevölkerung die Corona-Maßnahmen beurteilt

Tagesaktuelle Statistiken zeigen: Die Akzeptanz der Deutschen für die aktuellen Maßnahmen ist hoch. Doch eine Woche Isolation hinterlässt Spuren.
30.03.2020 - 19:27 Uhr Kommentieren
Die bisherigen Maßnahmen kommen in der Bevölkerung gut an, viele wünschen sich sogar strengere Regeln. Quelle: dpa
Leere Straße in Frankfurt

Die bisherigen Maßnahmen kommen in der Bevölkerung gut an, viele wünschen sich sogar strengere Regeln.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Seit Monaten kämpfen Mediziner, medizinisches Personal und Politiker auf der ganzen Welt gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Auch Deutschland ergreift seit Wochen zusehends strengere Maßnahmen, um der Pandemie einzudämmen, oder präziser: Um die Kurve der Neuinfektionsrate abzuflachen. Dazu zählen unter anderem Schul- und regional auch Restaurantschließungen.

Eine klar formulierte Kontaktsperre gibt es in Deutschland aber erst seit dem 22. März, also seit einer guten Woche. Aus 24.100 bestätigten Infektionsfällen sind inzwischen 57.298 geworden.

Noch ist nicht absehbar, wie effizient die Maßnahmen im Corona-Kampf sind, inzwischen ist die zunächst auf zwei Wochen befristete Kontaktsperre bis zum 20. April verlängert worden.

Doch wie reagieren die Bundesbürger darauf? Wie hoch ist die Akzeptanz in der Bevölkerung? Wo zeigen sich demografische Unterschiede? Wie bewerten die Deutschen ihre wirtschaftliche Lage?

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Das Meinungsforschungsinstitut Civey beleuchtet in einer fortlaufenden repräsentativen Umfrage verschiedene Aspekte des Alltags. Ein Einblick in einige ausgewählte Daten.

    Wie zufrieden sind Sie aktuell mit dem Krisenmanagement der Bundesregierung?

    Die Umfrage zeigt hier klar: Die Mehrheit der Deutschen ist mit den Maßnahmen der Regierung einverstanden. 56,8 Prozent der repräsentativ befragten 142.397 Menschen antworteten mit „sehr“ oder „eher zufrieden“. 13,1 Prozent zeigen sich unentschlossen, aber fast ein Drittel der Deutschen (30,1 Prozent) ist „sehr“ oder „eher unzufrieden“ mit der derzeitigen Vorgehensweise.

    Die Wochensicht zeigt, dass nach der Kontaktsperre vom 22. März die Akzeptanz einmalig um etwa ein Prozent zugelegt hat und danach auch in einer Woche Isolation nicht abgenommen hat. Die Deutschen stehen demnach hinter dem Programm der Bundesregierung, was zuletzt auch von den Wirtschaftsweisen gelobt wurde.

    Unter Arbeitern ist die Zustimmung übrigens mit 40 Prozent aktuell am geringsten, während Beamte mit 60,9 Prozent am positivsten eingestellt sind.

    Wenig überraschend sind Umfrageteilnehmer mit der Wahlabsicht „CDU/CSU“ mit 72 Prozent am zufriedensten mit der Regierung, es folgen Grüne mit 68,7 Prozent und potenzielle SPD-Wähler mit 64,8 Prozent.

    Wähler, die sich der FDP und den Linken am nächsten sehen, sind mit 47,4 beziehungsweise 47,8 Prozent Zustimmung weitaus weniger zufrieden. AfD-Wähler sind den Daten zufolge besonders skeptisch: Nur 15,1 Prozent sind mit der Arbeit in Berlin zufrieden.

    Auch auf Länderebene steigt die Zufriedenheit mit der Regierungsarbeit. Dort hatten einzelne Länder in der vergangenen Woche ihre Maßnahmen verschärft, aber auch bereits konkrete Hilfen etwa für Selbstständige ausgezahlt.

    Nach dem einheitlichen Beschluss von Bund und Ländern zur Kontaktsperre zeigte sich ein kleiner, aber merklicher Anstieg der Positivbewertung.

    Wie beurteilen Sie die Maßnahmen der Politik zur Bekämpfung der Corona-Pandemie?

    Hier zeichnet sich ein, anhand der Grafen durchaus buchstäblich, sehr deutliches Bild. 56,7 Prozent der repräsentativ Befragten (20.293 Personen) geben an, die Maßnahmen der Politik seien angemessen.

    30,8 Prozent der Bundesbürger sind demnach sogar der Überzeugung, die Maßnahmen seien noch nicht ausreichend. Für übertrieben halten die aktuellen Aktionen lediglich 12,5 Prozent der Deutschen.

    Dort hat sich die Stimmungslage durch die Kontaktsperre sehr deutlich verändert – und zwar hin zu mehr Zufriedenheit.

    Die Zahl der Menschen, die die Maßnahmen als „nicht ausreichend“ bezeichnen, ist auf Wochensicht von 49,1 Prozent um fast 20 Prozentpunkt gesunken. Gleichzeitig ist der Anteil der „Zufriedenen“ um mehr als zwölf Prozentpunkte gestiegen.

    Es zeigt sich allerdings auch, dass in der Bevölkerung gleichzeitig die Angst vor einer Corona-Infektion langsam zu sinken beginnt.

    Derzeit zeigen sich 54,1 Prozent der Deutschen (repräsentative Befragung unter 19.489 Menschen) dementsprechend besorgt, 37,4 Prozent nicht. Am 22. März lagen diese Werte noch mehr als sieben Prozentpunkte höher, beziehungsweise mehr als acht Prozentpunkte niedriger.

    Bei der Dauer der Maßnahmen beweisen die Deutschen dabei durchaus Sinn für Realität. Gut ein Drittel (34,5 Prozent) der Befragten rechnet damit, dass die Einschränkungen in zwei bis drei Monaten vorüber sein dürften.

    19,9 Prozent gehen von fünf bis acht Wochen aus, 16,3 Prozent rechnen mit einem Ende in den kommenden vier Wochen. 4,9 Prozent wiederum sehen die Maßnahmen noch länger als neun Monate laufen.

    Machen Sie sich Sorgen, dass sich die Pandemie langfristig negativ auf Deutschland auswirkt?

    Auch scheint es, als sei das Vertrauen in die verhängten Maßnahmen der Politik unter den Deutschen groß. Es machen sich zwar 71,4 Prozent der Befragten (34.594 Teilnehmer, repräsentativ) große Sorgen, dass die Pandemie sich langfristig negativ auf Deutschland auswirken wird (35,6 Prozent sogar „sehr große“).

    Doch zugleich sind 58,8 Prozent der Deutschen optimistisch, dass Deutschland gut durch die Pandemie kommen wird. Die Wochensicht zeigt auch hier, dass die Ansagen der Bundesregierung und die wirtschaftlichen Maßnahmen des vergangenen Wochenendes für mehr Positivismus gesorgt haben – allerdings lag der Wert stetig bei mehr als 50 Prozent.

    Wenn es um die medizinische Lage geht, ist der Großteil der Deutschen der Umfrage zufolge recht entspannt: 63,1 Prozent der Deutschen (53.313 repräsentative Teilnehmer) sind davon überzeugt, dass die gesundheitliche Versorgung in ihrer jeweiligen Region gesichert ist.

    Ein Großteil der Regierungsbezirke weist dabei einen Zustimmungswert von mehr als 60 Prozent auf, vielfach liegen die Werte deutlich darüber (Oberbayern etwa mit 68,2 Prozent).

    Deutlich weniger zuversichtlich sind die Menschen in Sachsen-Anhalt (54,3 Prozent), Brandenburg (55,8 Prozent) und Chemnitz (55 Prozent).

    Die Bundeshauptstadt Berlin liegt aktuell bei 59,4 Prozent – der Stadtstaat ist zudem das einzige Bundesland, in dem die Bürger mit dem Krisenmanagement der Landesregierung überwiegend unzufrieden sind (47,9 Prozent zu 35,1 Prozent).

    Mehr: So kommen Unternehmer und Selbstständige an Soforthilfen und Kredite – der Handelsblatt-Ratgeber.

    Startseite
    Mehr zu: Datenanalyse - Eine Woche Kontaktsperre: Wie die Bevölkerung die Corona-Maßnahmen beurteilt
    0 Kommentare zu "Datenanalyse: Eine Woche Kontaktsperre: Wie die Bevölkerung die Corona-Maßnahmen beurteilt"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%