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Datenreport 2013 Arm trotz Arbeit

Das Jobwunder erreicht viele Deutsche nicht: Noch nie hatten so viele Menschen Arbeit, aber noch nie war die Gefahr so hoch, trotzdem arm zu werden und zu bleiben. Der Datenreport 2013 zeigt auch: Arme sterben früher.
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Ein kleines Mädchen im Innenhof eines Plattenbau-Wohngebiets in Frankfurt (Oder): Auch Kinder sind von Armut betroffen. Quelle: dpa

Ein kleines Mädchen im Innenhof eines Plattenbau-Wohngebiets in Frankfurt (Oder): Auch Kinder sind von Armut betroffen.

(Foto: dpa)

Wiesbaden Deutschland erlebt seit Jahren zwar einen Beschäftigungsboom, nie zuvor gab es so viele Erwerbstätige. Trotzdem sind heute mehr Menschen von Armut bedroht und mehr Menschen bleiben dauerhaft arm – vor allem Frauen und Ältere zwischen 55- und 64 Jahre. Aber auch unter den jungen Erwachsenen (18 bis 24 Jahre) gilt jeder Fünfte als armutsgefährdet.

Das zeigt der am Dienstag in Berlin vorgestellte „Datenreport 2013. Ein Sozialbericht für Deutschland“. Statistiker und Sozialforscher haben darin Zahlen und Befunde zu wichtigen Lebensbereichen zusammengestellt.

Deutschland hatte 2012 mit 41,5 Millionen so viele Erwerbstätige wie noch nie, von 1991 bis 2012 ist das Bruttoinlandsprodukt um knapp 32 Prozent gewachsen. Doch Arbeit schützt vor Armut nicht: Denn gleichzeitig war das Arbeitsvolumen niedriger als 1991.

Die Zahl der Arbeitsstunden, die jeder Erwerbstätige durchschnittlich leistet, hat in den letzten 20 Jahren kontinuierlich abgenommen. Immer mehr Menschen arbeiten in Teilzeit – gewollt oder unfreiwillig.

Obwohl immer mehr Menschen arbeiten, sind auch immer mehr Deutsche von Armut bedroht. 2011 lag der Anteil armutsgefährdeter Personen bei 16,1 Prozent (2007: 15,2 Prozent). Als arm galt 2011, wer weniger als 980 Euro im Monat zur Verfügung hatte. Gerade bei den 55- bis 64-Jährigen stieg das Armutsrisiko innerhalb von vier Jahren deutlich an: von 17,7 Prozent im Jahr 2007 auf 20,5 Prozent im Jahr 2011.

Unter den 18- bis 24-Jährigen galten 2011 bereits 20,7 Prozent als armutsgefährdet (2007: 20,2 Prozent). Auch die sogenannte dauerhafte Armut stieg den Auswertungen der Statistiker zufolge. 2011 waren demnach 40 Prozent der von Armut gefährdeten Menschen bereits in den vorangegangenen fünf Jahren arm. 2000 lag der Anteil der dauerhaft Armen bei 27 Prozent.

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8 Kommentare zu "Datenreport 2013: Arm trotz Arbeit"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Hm .... Und die Genossen mit dem roten Käppchen wollen die Steuern erhöhen ....
    Die mit dem grünen Käppchen wollen die abgaben auf EE ins grenzenlose treiben , aber NEIN ... das macht nicht arm ......

  • Dumme und faule sind noch nie reich geworden, es sei den sie gewinnen im Lotto. Das Wort Eigenverantwortung scheint bei den Sozialträumern nicht zu existieren.

  • Wartet noch ab, was auf dem Arbeitsmarkt noch so alles passieren wird, wenn ca. 150.000 Bulgaren (Freizügigkeit für Arbeitnehmer/Innen) und ca. 100.000 Rumänen/Innen noch nach Deutschland kommen werden und dann die Stunde für 3 € bis 5 € jede Art von Jobs annehmen. Nicht umsonst wird der gesetzliche Mindestlohn von der SPD und der CDU/CSU gewollt NICHT eingeführt.

  • "Nun zahlen alle den Preis".

    Nö.
    Die Mehrheit zahlt - eine Minderheit kassiert ab.
    Und dieser Status wird zunehmend vererbt.

    Nicht die Leistung entscheidet - sondern das Eigentum.

  • Widersprecht euch doch nicht in eurem eigenen Artikel. Es sind soviel Menschen wie nie beschäftigt, also erreicht auch soviele wie nie das Jobwunder. Die gehätschelste Gruppe in unserer Gesellschaft, die Arbeitgeber zahlen niedrige Löhne, das sit alles. Die Folge: niedriges Einkommen, staatliche Subventionen, damit diese Arbeitsplätze existieren ( Aufstocker ) und die daraus resultierenden Lebensbedingungen erzeugen den Stress bei den Betroffenen . Das war es. Seit 2005 und der Agenda 2010 hat sich die deutsche Gesellschaft von gleichen Lebensbedingungen für alle Bürger verabschiedet und denen, die besser verdienen, ist es egal. Und das sind immer noch die meisten.

  • Die SPD wird die Rechnung dafür bekommen.Sie wird auf ewig eine getriebene sein.Dann was dort seit Jahren unter mitwirkung der grossen Parteien inkl.FDP gelaufen sind Volksverarmung in Grössenordnungen die jedes Rentensystem zur Kernschmelze bringen wird.

  • Als 1989 der eiserne Vorhang fiel war ich besorgt und traurig. Ich bin zwar gut ausgebildet, bilde mir aber nicht ein besser zu sein als alle Arbeitskräfte Osteuropas. Ein Angleichen der Löhne zwischen den westlichen und östlichen Nationen war mir damals bereits klar. Jetzt sind die Lohnstückkosten innerhalb der EU stark angeglichen und es lohnt kaum noch in z.B. Polen produzieren zu lassen.
    Wer gegen Grenzen, Zölle und Handelsbarrieren ist, muss auch für den Wettbewerb der Löhne zwischen den Handelspartnern sein. Nun zahlen alle den Preis für das panikhafte, unüberdachte Handeln der gesamten Nation.

  • War es etwa die Absicht des Altkanzlers Schröder gewesen, durch Verarmung der Arbeitnehmer diese noch näher an die SPD zu binden?

    Man könnte es vermuten. Aber die Denke ist Pervers wie seine gesamte Agenda 2010 oder das was er unter dem Stichwort Hartz noch so alles in die Welt gesetzt hat.

    Es ist wahr. Noch nie waren so viele in Arbeit. Noch nie konnten so viele von ihrer Arbeit ihren Lebensunterhalt selbst besteiten.

    Es gibt Aufgaben für eine SPD, die in der Tat als sozialverantwortlich zu bezeichnen sind. Und ihre Verdienste sollten auch in kritischen Zeiten nicht unterschätzt werden. Aber die letzten 15 Jahre kann die SPD-Basis im wahrsten Sinne "wegkippen". Sie waren gekennzeichnet von Führungskrägten, die auszogen, sich die Taschen vollzumachen. Leute, denen es sonst nie gelungen wäre, mit ihrer Hände Arbeit den Lebensunterhalt für die Familie zu bewerkstelligen.

    Klopfen wir getrost Schröder, Clement, Müntefering, ... einmal vor diesem Hintergrund ab. Welches Ergebnis stellen Sie für sich fest?

    Die SPD-Basis steht wiederum vor einer entscheidenden Frage: Soll sie dem Vertrag über eine große Koalition zustimmen?

    Für einige mag diese Frage einfach zu beantworten sein, für andere ist es schwer.

    Schwer ist die Antwort dann, wenn man erkennt, dass diese große Koalition in der Lage ist, jedweden Damm der Demokratie einzureißen. Man darf die Frage für die SPD-Basis auch darauf verkürzen: Abstimmung über Demokratie oder Diktatur!

    Es heißt ja nicht, wenn die Basis nicht zustimmt, dass keine demokratische Politik in Deutschland gemacht werden darf. Es heißt aber, dass die Diktatur, die einige bereits heute in der Politik ausmachen wollen, in ihre Grenzen verwiesen wird und die Demokratie wieder Einzug halten kann.

    Es spricht nichts dagegen, Europa, die EU, den Euro kritischer zu überdenken. Es spricht nichts dagegen, dass die Abgeordneten wieder freier denken dürfen. Dass sie nicht mehr unter dem Druck des Koalitionszwangs ihr Gehirn abschalten müssen.

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