Debatte im Bundestag Embryonen-Gesetz spaltet die Parteien

Sollen Gentests an Embryonen erlaubt sein? Im Streit um die Präimplantationsdiagnostik verschwimmen die parteipolitischen Grenzen. Im Juni soll die Frage ohne Fraktionszwang entschieden werden.
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Reproduktionsmedizin in der Leipziger Universitätsfrauenklinik. Quelle: dpa

Reproduktionsmedizin in der Leipziger Universitätsfrauenklinik.

(Foto: dpa)

BerlinBefürworter und Gegner von Gentests an Embryonen aus dem Reagenzglas haben im Bundestag eindringlich für ihre Positionen in dieser ethisch heiklen Frage geworben. Die Gegner warnten am Donnerstag vor einem Dammbruch - hin zu Embryonen-Selektion und Diskriminierung von Behinderten. Die Fürsprecher einer begrenzten Zulassung wollen erblich vorbelasteten Paaren die Entscheidung für ein Kind erleichtern. Im Juni soll die Frage ohne Fraktionszwang entschieden werden.

Für die Präimplantationsdiagnostik (PID) warb FDP-Fraktionsvize Ulrike Flach: "Es ist ein rechtlich sicherer, verlässlicher Weg für Familien in Not." Einer Frau Wissen über den Embryo vorzuenthalten, führe zur Schwangerschaft auf Probe. Wirtschaftsstaatssekretär Peter Hintze (CDU) mahnte, der Gesetzgeber habe die Pflicht, Paaren eine frühe Auflösung innerer Konflikte zu ermöglichen "und nicht das Drama eines Schwangerschaftsabbruchs abzuwarten".

Flach versicherte: "Auch wir öffnen nicht alle Türen der PID." Geplant seien nur Ausnahmen bei grundsätzlichem Verbot. Diese sollten gelten, wenn Eltern wahrscheinlich wegen schwerer Erbkrankheit eine Tot- oder Fehlgeburt bekämen oder beim Kind später eine schwere Erbkrankheit ausbreche. "Es ist eine Entscheidung pro Kind genetisch belasteter Eltern."

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier bekannte, mit sich selbst "gerungen" zu haben. Ein Verbot sei keine höherwertige ethische Haltung. "Das strikte Verbot löst keine der Fragen, die in der Realität ja für die Familien bestehen."

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