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Debatte Oma als „Umweltsau“ – Laschet entrüstet sich über Umweltsatire des WDR

Ein satirisches Lied des WDR von der Oma als „Umweltsau“ sorgt für Diskussionen. NRW-Ministerpräsident Laschet kritisiert es via Twitter, Intendant Buhrow entschuldigt sich „ohne Wenn und Aber“.
30.12.2019 - 06:27 Uhr 5 Kommentare
WDR-Intendant Tom Buhrow hat sich für die Aktion entschuldigt. Quelle: dpa
WDR

WDR-Intendant Tom Buhrow hat sich für die Aktion entschuldigt.

(Foto: dpa)

Düsseldorf „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ gehört zu den Klassikern der witzigsten Kinderlieder. Nun aber hat der WDR mit einer von seinem Kinderchor gesungenen satirischen Verballhornung des Liedes eine Welle der Empörung ausgelöst.

Stein des Anstoßes ist der Vers: „Meine Oma ist 'ne alte Umweltsau.“ Ein sogenannter Shitstorm im Netz mit mehr als 40.000 Facebook-Kommentaren bis Sonntagvormittag zog über den Westdeutschen Rundfunk hinweg. Der WDR hatte das Video schon am Freitagabend von der WDR2-Facebookseite gelöscht und entschuldigte sich „für die missglückte Aktion“.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) machte auf Twitter seiner Entrüstung über die Umweltsatire Luft. Sein Vorwurf: „Die Debatte um den besten Klimaschutz wird von manchen immer mehr zum Generationenkonflikt eskaliert. Niemals dürfen Kinder von Erwachsenen für ihre Zwecke instrumentalisiert wird.“

Schließlich rief am Samstagabend sogar WDR-Intendant Tom Buhrow vom Krankenhausbett seines 92-jährigen Vaters in einer Spezialsendung von WDR 2 an. Dort bezeichnete er das „Video mit dem verunglückten Oma-Lied“ als Fehler. „Ich entschuldige mich ohne Wenn und Aber dafür.“ Sein Vater habe immer hart gearbeitet. „Er ist keine Umweltsau“, sagte Buhrow.

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    In dem Video sangen rund 30 Mädchen im Studio unter anderem die Zeilen: „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad. Das sind tausend Liter Super jeden Monat. Meine Oma ist 'ne alte Umweltsau.“ In einer anderen Strophe hieß es: „Meine Oma fährt mit 'nem SUV beim Arzt vor, überfährt dabei zwei Opis mit Rollator.“

    „Wir haben mit einem großen Hammer auf einen relativ kleinen Nagel geschlagen“, sagte WDR 2-Programmchef Jochen Rausch reumütig in der Spezialsendung und entschuldigte sich mehrmals.

    Man habe das Wort „Umweltsau“ in Verbindung gebracht mit der „lieben Oma“, die abends Geschichten vorlese. „Das drückt bei vielen Menschen den roten Knopf“, so Rausch. Man habe nicht mit der „nötigen sprachlichen Feinheit“ gearbeitet und „nicht lange genug nachgedacht“.

    Zwar warfen viele Hörer und Nutzer den Verantwortlichen mangelnden Respekt vor Älteren und eine Instrumentalisierung von Kindern für ein „beschämendes“ oder „ideologisches“ Video vor. Andere aber lachten darüber. „Scheinbar können es viele Menschen nicht vertragen, wenn man ihnen den Spiegel vorhält“, sagte eine Hörerin in der Sendung.

    „Gefühle eines Teils des Publikums verletzt“

    Am Sonntagnachmittag kam es sogar zu Demonstrationen vor dem WDR-Gebäude in Köln. Dutzende Menschen versammelten sich nach dem Aufruf einer Privatperson unter dem Motto „Unsere Oma ist keine Umweltsau“ – einige von ihnen gehörten augenscheinlich zur rechten Szene, wie ein Polizeisprecher sagte. Außerdem kam es zu einer spontanen Gegendemonstration aus der linken Szene und verbalen Auseinandersetzungen zwischen beiden Lagern.

    Das Redaktionsteam bedauere, „dass die Satire die Gefühle eines Teils des Publikums verletzt hat“, teilte der WDR mit. Es sei darum gegangen, den Generationenkonflikt, der sich durch die Fridays-for-Future-Bewegung darstelle, mit den Mitteln der Satire aufzugreifen.“ Der Vorsitzende des Deutschen Journalistenverbandes, Frank Überall, sagte dem Deutschlandfunk, er verstehe nicht, warum das Video so polarisieren konnte, weil es klar als Satire gekennzeichnet worden sei.

    Neben Laschet kritisierte auch der CDU-Politiker Ruprecht Polenz, Kinder würden in der Klimaschutzdebatte von Erwachsenen instrumentalisiert. Den Vorwurf, die beteiligten Kinder seien missbraucht worden, wiesen der WDR und auch der künstlerische Gesamtleiter des Chors Zeljo Davutovic zurück: Eltern und Kinder hätten frei über die Teilnahme entscheiden können.

    • dpa
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    5 Kommentare zu "Debatte: Oma als „Umweltsau“ – Laschet entrüstet sich über Umweltsatire des WDR"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Auch ich möchte Herrn Oser nur beipflichten. Ich kann da absolut keine Satire drin erkennen. Das ein Jan Böhmermann das anders sieht, ist logisch; sein Kommentar u.a. dass die Kritiker an dieser "Satire" sicherlich jeden Tag Fleisch vom Discounter essen, sagt alles über seine Ansicht, was Satire ist.

    • Ach übrigens: Gut geschrieben Herr Oser. Danke.

    • Tom Burow ist, nach meiner Ansicht, zurückhaltend ausgedrückt, ein Speichellecker und Opportunist erster Güte und für dieses Amt sowohl intellektuell als auch charakterlich, denkbar ungeeignet. Aber er fährt, glaube ich, mit einem sozialdemokratischen Ticket. Das, und ein Vertrag bis 2024, machen Ihn beim WDR unantastbar. Bleibt eigentlich nur der Rücktritt. "Ich stelle anheim"
      Er hat wohl seinen Gesinnungssender eher nicht im Griff.

    • Meine volle Zustimmung fuer den Beitrag von Herrn Oser!

    • Das was der Chor sang „ Oma = Umweltsau“ war keine Satire und war auch nicht als Satire gemeint.
      Ein für den WDR tätiger Mitarbeiter, Danny Hollek, hat auf Twitter dann den vom WDR kritisierten Song-Text umgedichtet und noch einen Abartigkeit drauf gesetzt, und zwar von die "Oma ist eine Umweltsau" zur " Oma ist eine NAZI-SAU". Das ist eine pauschale Verunglimpfung älterer Menschen. Die heutigen Omas und Opas können keine Nazis gewesen sein, um das zu verstehen reicht einfache Grundrechenart aus, wenn man diese denn könnte. Das ist mehr als ungeheuerlich. Haben wir hier gehört dass der WDR die Zusammenarbeit mit Hr. Hollek aufgekündigt und ihn zur Persona non grata erklärt hat??? Nein, passiert wohl auch nicht, weil es eben vom WDR voll beabsichtigt war, nur über die Reaktion darauf war man etwas überrascht, deshalb wird als Augenwischerei etwas zurück gerudert und zu Hr. Hollek schweigt das WDR.
      Dass die Kinder für politische Zwecke missbraucht werden zeigt auch die Aufführung mit dem Text: Chor sang 2018 im NDR „Fick die Cops, sie sind Bullenschweine“ .Produziert wurde dieses Machwerk von funk. Laut Wikipedia ist funk ein deutsches Online-Medienangebot und Content-Netzwerk der ARD und des ZDF für Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 29 Jahren.
      Wer aber wie jetzt gegen solche ungeheuerliche Hetze, Aufhetzung der Generationen jung gegen alt und Missbrauch von Kindern sich wehrt, sich äußert, oder gar demonstriert, ist natürlich für diese Links-Grüne-Faschisten sofort Rechtsradikal. Also wirklich bereuen tun die nichts, warum auch, war ja volle Absicht.
      Der ÖR-Rundfunk wird mit Zwangsgebühren finanziert zum Hort für Links-Grüne-Stalinistische Agitation und Propaganda. Abschaffung der Zwangsgebühren für die ÖR.

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