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Debatte SPD sucht neue Wege der Kandidatenkür

Die Debatte um eine Kanzlerkandidatur von Peer Steinbrück macht der SPD bewusst, welche Aufmerksamkeit ihr eine Kandidatenkür unter Beteiligung von Nichtmitgliedern bescheren würde. Doch die Basis will das nicht.
25.10.2011 - 11:19 Uhr 1 Kommentar
Der frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD), der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel und der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank Walter Steinmeier (v.l.). Quelle: dpa

Der frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD), der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel und der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank Walter Steinmeier (v.l.).

(Foto: dpa)

Berlin Günter Grass hat es der SPD jüngst noch einmal ins Stammbuch geschrieben. Die Sozialdemokraten sollten sich öffnen und bei der Aufstellung von Kandidaten auch Nichtmitglieder mitbestimmen lassen. Der spätere Literaturnobelpreisträger hatte dies 1969 auf seiner SPD-Wahlkampftour durch Deutschland schon einmal vorgeschlagen, um die Partei für breitere Wählerschichten interessant zu machen: „Ich war für eine größere Öffnung im Sinne von „Mehr Demokratie“ wagen.“ Doch damals wie heute scheiterten solche Idee am Widerstand der Basis.

Viele Genossen fürchten eine Entwertung der Mitgliedschaft, wenn auch Sympathisanten ohne Parteibuch mitstimmen dürfen. Daher wird die SPD bei ihrem Parteitag im Dezember nur eine „Parteireform light“ absegnen. „Wir sollten auch Nicht-Mitglieder einbeziehen, weil sie zur Mobilisierung beitragen“, hatte Generalsekretärin Andrea Nahles wiederholt betont. Ohne Erfolg. „Das Thema ist leider durch“, heißt es in der Parteispitze. Dort sieht man kurzfristig kaum Chancen, das Thema vor dem Bundesparteitag erneut anzupacken. Daran ändern auch die guten Erfahrungen bei Frankreichs Sozialisten und die der SPD neues Interesse bescherende Kanzlerkandidaten-Debatte nichts.

2,86 Millionen Links-Wähler hatten sich in Frankreich an der ersten offenen Abstimmung der Sozialisten nach US-Vorbild beteiligt. François Hollande gewann die Wahl zum Präsidentschaftskandidaten mit 56,6 Prozent. Dank der medialen Begleitung brachte Hollandes Wahl der Partei einen großen Schub - ihm werden gute Chancen gegen Nicolas Sarkozy eingeräumt. Und gespalten wurde die Partei auch nicht. Martine Aubry, die unterlegene Rivalin, rief zur Unterstützung Hollandes auf: „Von nun an verkörpert er die Hoffnungen.“

In der SPD wird mit großer Genugtuung registriert, dass sich am Sonntag mit 5,61 Millionen weit mehr Zuschauer für den Auftritt von Altkanzler Helmut Schmidt (92) und Peer Steinbrück (64) bei ARD-Talkmaster Günther Jauch interessierten als vor einem Monat für den Auftritt von Kanzlerin Angela Merkel. Die CDU-Chefin wollten damals nur knapp 4,3 Millionen Bürger sehen.

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    Das Interesse an einer Vorwahl des SPD-Kanzlerkandidaten, etwa zwischen Steinbrück und Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier, dürfte groß sein und könnte der SPD helfen, neue Wähler für sich zu mobilisieren. Der saarländische SPD-Parteichef Heiko Maas fordert vor diesem Hintergrund seine Partei auf, sich ein Beispiel an den französischen Sozialisten zu nehmen und die K-Frage nicht mehr im kleinen Kreis durch den Vorschlag des Parteivorsitzenden zu lösen.

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    1 Kommentar zu "Debatte: SPD sucht neue Wege der Kandidatenkür"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Die 3 SPD Kanzlerkandidaten können froh sein wenn sie 2013
      noch irgendwo einen Job als Hausmeister finden. Jetzt muss Schluss sein mit dümmlichen Gerede und das vor allen von den Medien. Unsere Politiker Bonner Hausmannskost entsprungen brauchen jetzt alle Hilfe von uns, auch wenn das
      Schmerzen bereitet.

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