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Debatte um Mindestlohn Wirtschaftsweiser sieht Hunderttausende Jobs in Gefahr

8,50 Euro pro Stunde und für jeden – so sehen die Mindestlohnpläne von Schwarz-Rot aus. Doch manch einer fordert Ausnahmen, auch der Wirtschaftsprofessor Christoph Schmidt. Er sieht einige 100.000 Stellen in Gefahr.
25.01.2014 - 14:44 Uhr Kommentieren
Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Dreyer wandte sich gegen die Forderungen der CSU, Rentner zum Beispiel vom gesetzlichen Mindestlohn auszunehmen. Quelle: dpa

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Dreyer wandte sich gegen die Forderungen der CSU, Rentner zum Beispiel vom gesetzlichen Mindestlohn auszunehmen.

(Foto: dpa)

Berlin Der von Union und SPD geplante gesetzliche Mindestlohn ab 2015 könnte nach Einschätzung des Wirtschaftsprofessors Christoph Schmidt mehrere hunderttausend Arbeitsplätze kosten. „Es dürften auf lange Sicht einige 100.000 Stellen im Niedriglohnbereich wegfallen oder in die Schattenwirtschaft abwandern, wenn es rasch und ohne Differenzierung zu Mindestlöhnen von 8,50 Euro pro Stunde kommt“, sagte Schmidt der „WirtschaftsWoche“. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte dagegen, vom Mindestlohn dürfe es keine Ausnahmen geben. CSU-Chef Horst Seehofer bekräftigte in München, seine Partei stehe zu den Vereinbarungen im schwarz-roten Koalitionsvertrag.

Besonders in strukturschwachen Regionen könnten Dienstleistungsbetriebe mit geringer Gewinnmarge nach Einschätzung von Schmidt die höheren Löhne nicht auf die Preise überwälzen. „Dann heißt es beim Haareschneiden der Kinder wieder do it yourself, und die Blumen für die Oma holt man nicht mehr beim Floristen, sondern am Wegesrand“, sagte Schmidt, der auch Vorsitzender des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ist. Das Gremium ist auch bekannt als die fünf Wirtschaftsweisen.

Dreyer wandte sich gegen Forderungen aus der CSU, beispielsweise Rentner vom gesetzlichen Mindestlohn auszunehmen. „Wir haben keine Ausnahmen verabredet“, sagte Dreyer der Zeitung „Die Welt“. „Daher finde ich, dass wir auch nicht über Ausnahmen reden sollten. Über gar keine.“

Bayerns Ministerpräsident Seehofer wiederholte am Samstag in München nicht frühere Forderungen nach Ausnahmen, die über die Koalitionsvereinbarung hinausgehen würden. Er verwies in München nur auf Ehrenamtliche wie auch Praktikanten in der Schul- und Studienzeit, für die der Mindestlohn schon laut Koalitionsvertrag nicht gelten soll. „Wir rütteln auch nicht an dem Mindestlohn, den wir zugesagt haben“, sagte Seehofer. Er warte aber noch auf Antworten auf die Frage, wie es bei Ehrenamtlichen in Sportvereinen oder Kirchengemeinden aussehen solle. Auch Praktikumsplätze für Schüler und Studenten dürften nicht durch staatliche Überreglementierung zerstört werden.

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