Debatte um Übernachtungsgeld ZDF-Journalistin Schausten reagiert auf Internet-Häme

Das TV-Interview mit Bundespräsident Wulff hat nicht nur ihm beißenden Spott im Internet beschert. Auch Fernsehjournalistin Schausten traf Häme. Jetzt reagierte sie – und korrigierte eine Behauptung gegenüber Wulff.
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Ob Bettina Schausten in diesem Augenblick bereits gewusst hat, dass ihre Antwort ihr noch eine Menge Ärger einbringen würde? Quelle: Screenshot

Ob Bettina Schausten in diesem Augenblick bereits gewusst hat, dass ihre Antwort ihr noch eine Menge Ärger einbringen würde?

(Foto: Screenshot)

BerlinInternetnutzer und Online-Medien sind mitunter ebenso böse wie kreativ - Bundespräsident Christian Wulff kann seit Tagen ein Lied davon singen. Die Satire-Seite „Der Postillon“ verbreitete am Donnerstag eine fingierte Stellungnahme Wulffs zu den Anrufen bei der „Bild“-Zeitung. Unter anderem heißt es in dem mit zahlreichen Anspielungen auf den ehemaligen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg gespickten Text, Wulff wolle „vorübergehend, ich betone vorübergehend, auf das Führen der Bezeichnung Bundespräsident verzichten“.

Auf Facebook hat eine Gruppe inzwischen dazu aufgerufen, sich vor dem Schloss Bellevue zu versammeln und nach arabischem Vorbild dem Bundespräsidenten die Schuhe zu zeigen. Diese Geste drückt Verachtung aus.

Wulffs TV-Interview am Mittwochabend stoppte die Flut an Häme zwar nicht, brachte den Spöttern aber ein weiteres Ziel. Nachdem die ZDF-Journalistin Bettina Schausten gesagt hatte, sie zahle ihren Freunden für Übernachtungen 150 Euro, machten sich bei Facebook mehrere Gruppen über die Moderatorin lustig. Die Seiten „Fr. Schausten muss ihre bezahlten Übernachtungen bei Freunden offenlegen“, „Übernachte bei Bettina Schausten“ und „400 Fragen an Frau Schausten“ hatten am Donnerstagnachmittag zusammen über 5500 Fans.

Schausten selbst reagierte auf die Häme gegen sich gelassen. „Die Welle, die da heute durch das Internet ging, fand ich amüsant“, sagte die Leiterin des ZDF-Hauptstadtstudios der Nachrichtenagentur dpa. „Ich darf Ihnen sagen: Nein, ich nehme kein Übernachtungsgeld von Freunden, die auf meiner Gästematratze übernachten. Darum ging es in dem Interview mit Wulff aber auch nicht.“

Der Bundespräsident habe versucht, das ganze Thema auf die Ebene von normalen Besuchen bei Freunden herunterzubrechen. Sie habe sich dabei den Einwand erlaubt, dass man bei Urlaubsaufenthalten selbstverständlich auch Freunden anbieten könne, einen finanziellen Beitrag zu leisten, betonte Schausten. Das habe sie in der Vergangenheit auch selbst schon getan.

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13 Kommentare zu "Debatte um Übernachtungsgeld: ZDF-Journalistin Schausten reagiert auf Internet-Häme"

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  • Etr Bettina, ja et Bettina laesst sich von Freunden & Bekannten Quittungen ausstellen ueber 150.00 Euro, um diese dann bei der Steuer absetzen zu koennen. Dann duerfen diese im Gegenzug dann auch grosszuegig um soenst bei ihr auf der Luftmatrze wohnen...;-) , clever.
    Ein Fall fuer die IRS!

  • Wenn die Medien "an sich selbst" und ihre Akteuere die gleichen Anforderungen stellen würden, wie an andere, besonders wie an Politiker, müsste jetzt "investigativ" weiter recherchiert werden ...

  • Frau Schausten mit vorantragendem Ehrencodex muss ihren Journalisten-Beruf aufgeben, denn sie hat GELOGEN ! Sie verlangt garnicht 150 EUR pro Nacht von ihren Freunden.

    Also das ist ja unerhört und jetzt will sie alles unter den Teppich kehren !!!

  • Die Geiz-ist-geil-Mentalität ist einfach nicht mehr zu verstehen.

    Wenn ich bei Freunden übernachte gebe ich natürlich etwas Geld für die Umstände, die sich die Freunde machen, dazu.

    Manche Bottle-Party kann da durchaus für Essen,Getränke und Übernachtung auch schon mal teurer als 150 Euro für den Einzelnen werden.

  • Bettina Schausten war unglaublich peinlich. Was man sich heute als Bundespräsident von einer schlecht erzogenen, überheblichen Fernsehjournalistin alles bieten lassen muss, ist schon ungeheuer. Es geht mir dabei nicht um die inhaltlichen Fragen, sondern darum, dass die Frau dem Präsidenten dauernd ins Wort fällt, alberne Behauptungen aufstellt („Sie bezahle ihre Freunde, wenn sie dort isst oder übernachtet“), und es auch ansonsten an keiner Pampigkeit fehlen lässt. Ebenso wie Herr Wulf das Amt des Präsidenten beschädigt haben mag, beschädigen solche „Journalisten“ ständig unsere Demokratie, weil sie sich für den Nabel der Welt halten, ihre unausstehlich schlechten Programme für gut gemacht halten, und keinerlei Gefühl für Stil und Anstand haben.

  • wäre meines Erachtens noch hinzuzufügen:
    in welcher Hotelklasse nächtigen die Journalisten auf unsere GEZ-Gelder (?)
    und
    wie häufig wird ein Beitrag zu dem eine Reise unternommen wird nicht gesendet (?)
    und
    gibt es Untersuchungen bei den öffentlich-rechtlichen) dahingehend, welche private Mitveranlassung gegeben sein könnte (zumindest bei fragwürdigen Ergebnissen der geplanten Beiträge)?

  • Frau Schausten hat eben arme Freunde die man unterstützen muss. In den Kreisen von Herrn Wulf wäre das eine Beleidigung gewesen, einem hundertfachen Millionär auch noch Unterstützung anzubieten.
    Evtl. dem Hausdiener das Trinkgeld freundlich Wulflächelnd in die Brusttasche stecken wäre angebrachter.

  • Zur Bildung tragen die GEZ-Sender nicht bei. Sehen sie sich mal bei KIKA diesen sprechenden Koffer an, der vor sich hin sabbelt. Sollen Kinder sowas sehen ??

    Hören sie sich mal die süffisanten Kommentare bei ARD und ZDF an, das ist Gehirnwäsche und vorgekautes Denken. Und diese endlose Hetzkampagne gegen Manager-Gehälter und Banker-Boni. Endlose Neiddebatte als primitives Ventil für die Zuschauer. Slomka und co als tägliche TV-Dogmatiker.

  • Das ist mal wieder ein typische deutsches Beispiel, wie perfekt wir doch alles machen (wollen). Alle Menschen in D. sind perfekt außer unser Präsident. Der Politiker der frei von Schuld ist und immer die ganze Wahrheit über eine Sachverhalt bei erster Gelegenheit preisgibt, der darf den ersten Stein werfen. Ich garantiere da fliegt nicht ein einziger Stein. Das gilt im Übrigen auch für alle anderen Bürger/Unternehmen in diesem Land.
    Aus Taktik, die eigene Karriere betreffend und wegen der Einschaltquoten, solche bescheuerten Fragen zu stellen und Behauptungen auf zu stellen gehört sich auch nicht
    Hätten wir ein anderes aktuelles Thema, würde die Presse kein Wort mehr über Wulff verlieren, da das fehlt geht die Hexenjagt weiter.
    Ich kann da nur noch mit dem Kopf schütteln.

  • Ich sehe das ganz anders.

    Die Presse in Deutschland denkt, sie ist der eiserne Besen in Deutschland und kann nach Belieben bei hochgehaltener Moral und vorangegangenem ausgiebigem Schnüffeln, jeden Mann oder Frau absägen nach Belieben.

    Herr Wulff und zu Guttenberg sollten diese linke Pitbull-Presse einfach ignorieren und die Bürger sollten das auch tun.

    Weg mit dem ganzen GEZ-TV, diese zig-Milliarden die da abkassiert werden um Lügen und Manipulation zu verbreiten !!

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