Demo in Frankfurt „Blockupy ist großer Schwachsinn“

Früher waren die Grünen selber globalisierungskritisch und gingen dafür auf die Straße. Zu den Blockupy-Aktivisten, die in Frankfurt gegen die EZB demonstrieren, gehen manche dann doch lieber auf Distanz.
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Heftige Ausschreitungen bei Protesten gegen die EZB

BerlinFür die Grünen ist heute ein Tag, der ihnen einen schwierigen Spagat abverlangt. Die Bewegung Blockupy hat aus Anlass der Eröffnung der neuen EZB-Zentrale in Frankfurt zu einem Protesttag aufgerufen. Für die Demonstranten ist das Gebäude das Symbol einer völlig verfehlten Krisenpolitik in den südlichen Euro-Ländern. Eine Ansicht, die teilweise auch von den Grünen geteilt wird.

Jedenfalls wies die Grünen-Vorsitzende Simone Peter heute Morgen der Europäischen Zentralbank als Teil einer demokratisch nicht legitimierten Troika eine Mitverantwortung für die ungerechte Krisenpolitik zu. Auf der anderen Seite müssen die Grünen sich im Umgang mit der EZB wohl auch eine gewisse Zurückhaltung auferlegen.

Immerhin regiert die Partei in Hessen mit und stellt mit Tarek Al-Wazir den Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung und stellvertretenden Ministerpräsident. Al-Wazir sollte um 11 Uhr eine Rede auf dem Festakt der EZB halten. Sein Sprecher Marco Kreuter räumte ein, dass der Auftritt natürlich nicht leicht für den Minister sei. „Uns ist wichtig, auseinanderzuhalten, dass man die große Mehrheit, die hier in Frankfurt berechtigte Anliegen vertritt, trennt, von der kleinen gewaltbereiten Minderheit“, sagte Kreuter dem „Tagesspiegel“.

Mit berechtigten Anliegen dürfte Kreuter sich auf die Kapitalismuskritiker von Blockupy beziehen, die der EZB vorwerfen, mit ihrer Politik die Armen immer ärmer und die Reichen immer reicher zu machen. „Es gibt nichts zu feiern an Sparpolitik und Verarmung!“ heißt es im Protest-Aufruf der Bewegung. Die Zahl der Demonstranten schätzte Blockupy auf mehrere Tausend.

Allerdings gibt es auch Grünen-Politiker, die mit den Protesten überhaupt nichts anfangen können. Der frühere hessische Landtagsabgeordnete Daniel Mack twitterte etwa: „#Blockupy ist großer Schwachsinn. Gut, dass EZB und EU in Not geratenen Staaten helfen. Das ist Europa! #Frankfurt“ Prompt erntete Mack Widerspruch aus Berlin. „Nicht dein ernst“, entgegnete ihm ein grüner Bezirksverordneter aus Neukölln.

Draghi geht auch auf die Demonstranten ein
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13 Kommentare zu "Demo in Frankfurt: „Blockupy ist großer Schwachsinn“"

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  • Die "Werte" werden durch EZB &Co zerstört: Durch hemmungslose Gier nach Geld. Durch Aufwiegen aller Werte nur noch in Geld.

    Die "Chaoten" haben keine andere Möglichkeiten darauf aufmerksam zu machen als durch Gewalt.

    In unserem Lande wird über alles gespochen, jeder kann alles sagen.

    Doch es bleibt ohne Konsequenzen. ES ÄNDERT SICH NICHTS!

  • Die Geister die ich rief....
    Unsere Gesellschaft sollte sich auf " gute " Werte, wie Familie, Zusammenhalt und Gemeinwohl besinnen.
    Die Spinner aus dem "schwarzen Block " sind wohl am Gegenteil interessiert.
    Revolte, Gewalt und Chaos, helfen nur den Menschen, die noch mehr Kontrolle und Überwachung fordern.
    Im Moment sehe ich nur die Möglichkeit, durch Teilnahme an den BT- Wahlen - grundlegend etwas ändern zu können.
    Selbst auf die Gefahr hin, das Veränderungen länger dauern können.
    Der Preis den wir zahlen müssen ( für eine friedliche Gesellschaft ) ist mir jedenfalls lieber, als meine Kinder und Enkel bluten zu sehen.
    PS: Die Grünen mit Ihrer sozialistischen Moral und Zielstellung, sollten hier einfach mal die Schnauze halten.

  • Vielleicht hat man diese bezahlten Chaoten heute aus Versehen zur falschen Veranstaltung gekarrt?! (o:) Wie auch immer, so manchen von denen sehen wir vielleicht in einigen Jahren als Chef im AA wieder....

  • vorgeführt in eine EU, die für sie Utopia - Niemandsland - heisst, die sie aber, und wir alle, teuer bezahlen werden müssen.

  • Das ist kein Schwachsinn, sondern das um sich schlagen von Gehörnten, die seit 1988 wie Nasenbären vorgeführt werden.

  • BLOCKUPY = AUFSTAND DER UNTERTANEN

    Juristische Definition "Bürger" = Untertanen

    An Frankfurts OB,
    In einer Demokratie haben auch die "Untertanen" das Recht auf gehört zu werden,
    an das sich die Obrigkeit richten sollte.
    Dieses RECHT ist mit einer friedlichen Demonstration NICHT mehr gegeben.

    Sie tragen die Verantwortung dafür!
    Die "Untertanen haben es satt, sich von den sogenannten "Bürgern" ausbeuten zu
    lassen, und auch noch diejenigen zu bezahlen, die Sie niederknüppeln.

  • " Sofern haben die Aktivisten wichtige verbündete verprellt die sie hätten brauchen könnnen, um den protest mit der bürgerlichen mitte zu verstärken um überhaupt erst druck auf die Aktiven Politiker zu machen"

    Sie haben Recht und ohne Verschwörungstheoretiker zu sein, kann man sich zusätzlich die Frage "Cui bono?" stellen. Vielleicht ist die Unterwanderung durch linksinfantile Spinner ja auch gefördert worden, von genau jenen, die wirklich gefährliche Kritik am derzeitigen Herrschafts- und Geldsystem diskreditieren und schwächen wollen. Ein paar Einfaltspinsel, die sich zur 5. Kollonne machen lassen, sind da immer wilkommen. An Zufälle glaube ich, bei dem was derzeit weltweit politisch abgeht, immer weniger...

  • wurde mit eingreifen der linken strömunge aufgekündigt... und seit dem hand in hand gehen mit den gewerkschaften und "den linken", Antifas aufgekündigt, seitdem hält sich der "normal" bürger der veranstaltung auch fern, wie die teilnehmerzahlen zeigen

  • der angesprochene occupy konsens war "überparteilich".... keine Partei Fahnen.... aktive kritik am schuldgeld system....

  • wie man eine gute idee kaputt macht.... mit occupy konnte sich selbst der mittelstand indentifizieren...... (selbst bank angestellte brachten sachspenden ins zeltlager) durch die linke unterwanderung ist das aber gekippt... da genau wie in Spanien die bewegung vom Mai, inwzischen eher trotzkistische forderungen gestellt werden, und nicht mehr das geldsystem an sich in frage gestellt wird... sondern nur mehr umverteilung gefordert wird (gerade aus D raus vom Arbeitenden mittelstand weg zu wem auch immer) Sofern haben die Aktivisten wichtige verbündete verprellt die sie hätten brauchen könnnen, um den protest mit der bürgerlichen mitte zu verstärken um überhaupt erst druck auf die Aktiven Politiker zu machen.... so bleibt es nur bei einigen tausend Demo teilnehmer, und brennende autos erzeugen eher abscheu als sympathie... damit hat sich das thema selbst erledigt... mit "neo kommunisten" ist kein staat zu machen..... so spielt man dem großkapital eher in die Hände.... als es zu bekämpfen....

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