Demütigung für FDP-Chef Top-Manager wünschen Westerwelles Rücktritt

Die Krise von FDP-Chef Guido Westerwelle spitzt sich immer mehr zu. Während ein heftiger interner Streit um die richtige Strategie der Partei tobt, bleibt Westerwelle kaum eine Demütigung erspart. Einer Allensbach-Umfrage zufolge wünscht sich eine deutliche Mehrheit von Führungskräften aus der Wirtschaft, dass Westerwelle abtritt. Und für den Wahlkampf in Rheinland-Pfalz ist er nicht mal vorgesehen.
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FDP-Chef Westerwelle: Kritik von allen Seiten Quelle: dpa

FDP-Chef Westerwelle: Kritik von allen Seiten

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HB BERLIN. Deutschlands Führungsspitzen stellen der schwarz-gelben Bundesregierung insgesamt ein verheerenden Zeugnis aus. Zwar verbesserte sich das Ansehen der Regierung in dem am Dienstag veröffentliche "Elite-Panel" des Demoskopie-Instituts Allensbach gegenüber der Juni-Umfrage um 20 Prozentpunkte. Allerdings äußerten sich immer noch 72 Prozent der Befragten unzufrieden mit der Arbeit der Regierung. Als klaren Verlierer sieht die Umfrage für die Zeitschrift "Capital" den FDP-Chef.

85 Prozent der Befragten sieht den Hauptgrund für die Probleme der Liberalen in der Parteispitze. Fast zwei Drittel hielte es für besser im Sinne der Partei, wenn Guido Westerwelle das Feld räumen würde. Bei der Frage eines Nachfolgers aber ist ein Großteil der Führungskräfte in Wirtschaft und Verwaltung allerdings ratlos. Selten, aber relativ am häufigsten genannt werden FDP-Generalsekretär Christian Lindner und auch Wirtschaftsminister Rainer Brüderle.

Brüderle, der im Juni gerade acht Prozent positive Urteile bekam, steigerte sich in der Umfrage auf 50 Prozent. Einhergehend mit Brüderles Aufstieg findet auch die Wirtschaftspolitik der Regierung mit 55 Prozent im Winter 2010 erheblich mehr Wertschätzung als im Juni mit noch 44 Prozent. Auch Kanzlerin Angela Merkel konnte zulegen: Mit 54 Prozent hält die Mehrheit der befragten Führungskräfte Angela Merkel wieder für eine starke Kanzlerin, eine Verbesserung um zehn Prozentpunkte.

Davon ist Westerwelle aktuell weit entfernt. Seine schlechten Imagewerte machen ihn auch für den Landtagswahlkampf in Rheinland-Pfalz uninteressant. Die rheinland-pfälzische FDP hat ihn bisher nicht für Wahlkampfauftritte im Land angefragt. "Ich habe bisher einen solchen Wunsch noch nicht geäußert", sagte der FDP-Spitzenkandidat für die Landtagswahl im März, Herbert Mertin, am Dienstag in Mainz. Damit dementierte er Äußerungen von FDP-Generalsekretär Christian Lindner, wonach sich alle wahlkämpfenden Landesverbände um Großveranstaltungen und Abschlusskundgebungen mit Außenminister und Vizekanzler Westerwelle beworben hätten.

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22 Kommentare zu "Demütigung für FDP-Chef: Top-Manager wünschen Westerwelles Rücktritt"

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  • Nicht nur Westerwelle ist überflüssig sondern die ganze FDP.Und nicht nur die FDP ist überflüssig sondern die ganzen SED-Einheitsparteien!

  • Es ist fuer mich unverständlich, das ein Schreihals und Selbstdarsteller wie Westerwelle das Amt des Aussenministers bekleidet. Wo sind wir Deutschen gelandet ? Es ist die reinste Verschwendung von Steuergeldern, Westerwelle fuer sein unkompetentes und zynisches Geplapper in der Regierung zu halten.

  • Die FDP hat einfach nicht das getan wofür sie gewählt worden ist. 2/3 der FDP-Wähler wollten etwas anderes als die FDP-Stammwähler. Diese 2/3 sind bitter enttäuscht worden. Nur die FDP-Stammwähler, 1/3 der damaligen FDP-Wähler, sind der FDP noch treu.
    Die FDP ist eine Klientel-Partei, und das ist der Schwachpunkt.

  • Wahlsieger Westerwelle

    Hr. Westerwelle war ein prima Wahlsieger für die FDP, solange die FDP in der Opposition war. Nun ist das Traumpaar Merkel/Westerwelle an der Regierung und der Absturz ist steil.
    Wahrscheinlich hat Hr. Westerwelle schon lange jeden echten Konkurrenten in der FDP ausgeschaltet. Hr. brüderle stellt sich zu gerne in den Schatten seines Chefs und die anderen FDP Politiker sind noch weniger bekannt.
    Die FDP wird noch eine lange, schmerzvolle Zeit brauchen um sich von ihrem Wahlsieger Westerwelle zu emanzipieren. Zwischendurch dürfte die Partei bei unter 5% liegen.

  • Es hat ja keinen Sinn, weiterhin auf dem Stuhl zu sitzen, und so tun als wäre nichts passiert. Vor den Wahlen hat nur einer gemeint ist Herr Westerwelle grosse Sprüche geklopft, und nichts ist von all seinen ideen bei den Wählern angekommen. Und jetzt wo er am Amt ist, ist nichts von ihm zu hören. Schauen Sie doch mal an, die der neben der Merkel sitzt. Über 95 Prozent schaut er nach unten, und zeigt sein Gesicht gar nicht mehr. Wenn er ein bisschen Charakter hätte, würde er die Geschichte nicht an die Spitze treiben, und gleich aufhören. Fast von jeder FDP Ecke ist zu hören, dass er ein Klotz am bein ist, und ihn keiner bei einer Veranstaltung weder sehen noch einladen will.

    Herr Westerwelle hören Sie auf, bevor die Situation für Sie noch unerträglicher wird. All das schreibe ich nicht weil ich ein Westerwelle Gegner bin, sonder ahne was aus Sie zukommen wird. ihr Posten als Vizekanzler ist ein sehr wichtiger Posten, wo man im Ausland etwas mehr beachtet, als andere Posten. Hören Sie auf! ich meine es gut mit ihnen...

  • Es ist klar, dass Leute wie brüderle oder Ursula Leyen die vehement Sozial- und Arbeitsplatzabbau vorantreiben, bei gewissen Wirtschaftsetagen die nur auf Profit aus sind Anerkennung finden. Genau aus diesem Grund scheint Westerwelle etwas richtig zu machen. Wenn diese wirtschaftlichen Profitgeier die über jede Leiche gehen, westerwelle absetzen wollen, scheint er etwas anders zu machen.
    Das die ziele der FDP nicht erreicht werden konnten, war bereits im Vorfeld klar. Nun muss ein Sündenbock her.

  • Sie meinen Schwule in der Politik können Deutschland eher Schaden?

  • @HahA: Es kommt überhaupt nicht darauf an, was Sie, oder ich über Homosexualität denken bzw. empfinden. Es ist aber politisch sehr wichtig, was viele Wähler (heimlich) darüber denken. ich bin mir sicher, daß meine Einschätzung zutrifft. Ein homosexueller Finanzminister oder bürgermeister ist noch einmal im Empfinden der breiten Masse etwas ganz anderes als ein sich verliebt mit seinem "Mann" zeigender deutscher Außenminister bei einem Staatsbesuch in einem anderen Land. Der "normale" bürger fühlt sich dann eben nicht "würdig" vertreten. Glauben Sie im Ernst, daß würde bei der beurteilung von und im Hinblick auf das Kesseltreiben auf Westerwelle keinerlei Rolle spielen? Und wichtig: Die Opposition, die ja gesellschaftspolitisch eher auf der Seite Westerwelles ist, unterstützt ihn in diesem Punkt aus parteitaktischen Gründen natürlich auch nicht. Westerwelle war vom FDP-Ergebnis bei der bundestagswahl so "besoffen", daß er Realpolitik nicht mehr wahr genommen hat. Jetzt bekommt er die Quittung. Tut mir leid, daß ich nicht "politisch korrekt" war.

  • Es sind in der Vergangenheit schon Politiker wegen weniger blödsinnigen Äußerungen, bemerkungen und anderem Unsinn zurückgetreten. Das waren dann meist Menschen, die noch einen A.... in der Hose hatten; will sagen: die Charakter hatten.
    Westerwave sichert seine und die seines Gatten Pfründe, sichert Netzwerke fürs Geldverdienen und liegt so lange wie möglich dem Steuerzahler auf der Naht.
    An seinen großen Vorgänger (H.D. Genscher) wird er weder politisch, diplomatisch noch charakterlich auch nur annähernd herankommen.

  • Völlig richtig, dass der Guttenberg auch sein Girli mitgenommen hat.
    Die Marlene hat auch zur Motivation beigetragen.

    Der Guttenberg ist zurzeit die einzige deutsche ganzheitliche Polit-Foto-Alternative zu Putin und Co.

    Oder soll der Gabriel erst auf einen Esel reiten?

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