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„Der Flügel“ Der Einfluss von rechts in der AfD wird größer

Immer mehr AfD-Mitglieder sind Teil des rechtsnationalen „Flügel“ rund um Björn Höcke. AfD-Politiker fordern ihn auf, für den Vorsitz zu kandidieren.
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Die rechtsnationale Gruppierung „Der Flügel“ rund um Höcke befindet sich im Streit mit der AfD-Parteispitze. Quelle: Reuters
Björn Höcke

Die rechtsnationale Gruppierung „Der Flügel“ rund um Höcke befindet sich im Streit mit der AfD-Parteispitze.

(Foto: Reuters)

Berlin Mehr als 40 Prozent der AfD-Mitglieder in Ostdeutschland sind Anhänger der rechtsnationalen AfD-Teilorganisation „Der Flügel“. Das berichtet die „Bild am Sonntag“ mit Verweis auf interne Analysen der Sicherheitsbehörden. Im Westen sei die Zahl niedriger, aber wie im Osten mit wachsender Tendenz.

Sowohl „Der Flügel“ um den Thüringer AfD-Landesvorsitzenden Björn Höcke als auch die AfD-Jugendorganisation Junge Alternative (JA) werden vom Verfassungsschutz als sogenannte Verdachtsfälle näher beobachtet. Bei beiden Sammlungsbewegungen liegen dem Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) „stark verdichtete Anhaltspunkte dafür vor, dass es sich um eine extremistische Bestrebung handelt“.

Das durch den „Flügel“ propagierte Politikkonzept sei primär auf „Ausgrenzung, Verächtlichmachung und weitgehende Rechtlosstellung von Ausländern, Migranten, insbesondere Muslimen, und politisch Andersdenkenden gerichtet“, heißt es in einer Mitteilung des BfV vom März 2019.

Derzeit befindet sich die Gruppierung im Streit mit der AfD-Parteispitze. Höcke hatte vor einer Woche gesagt, er könnte garantieren, „dass dieser Bundesvorstand in dieser Zusammensetzung nicht wiedergewählt wird“. Mehr als 100 AfD-Funktionäre und -Mandatsträger hatten in einem Appell „für eine geeinte und starke AfD“ einen „Personenkult“ um Höcke kritisiert.

Jetzt haben führende westdeutsche AfD-Politiker Höcke dazu aufgerufen, bei der kommenden Wahl des Gremiums selbst anzutreten. Höcke habe mit seiner Attacke „die Machtfrage“ gestellt, sagte der hessische AfD-Chef Klaus Herrmann der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Deshalb dürfe er sich auf dem Bundesparteitag im November nicht verstecken. Er müsse „den Mut haben, sich zu stellen“. Da Höcke behaupte, er könne es besser, dürfe er sich nicht nur um eine nachgeordnete Position bewerben. Es gehe um den Vorsitz.

Der Vorsitzende der AfD in Rheinland-Pfalz, Uwe Junge, sagte der Zeitung, wenn jemand meine, er wisse, „wo es langgeht“, dann solle der auch „seinen Hut in den Ring werfen“. Höcke müsse jetzt den „Schneid“ haben, sich den Mitgliedern zu stellen. „Dann wäre das auch entschieden. Und ich bin mir sicher, er wird scheitern.“

Am Wochenende startete die AfD in Brandenburg und Sachsen ihren Landtagswahlkampf. In beiden Ländern wird am 1. September ein neuer Landtag gewählt. Die Landtagswahlen in Thüringen folgen am 27. Oktober. Bei der Europawahl im Mai war die AfD sowohl in Sachsen als auch in Brandenburg stärkste Kraft geworden, in Thüringen lag sie hinter der CDU.

In jüngsten Umfragen lag die AfD in Sachsen gleichauf mit der CDU bei 24 bis 26 Prozent, in Brandenburg auf Augenhöhe mit den Sozialdemokraten bei 19 bis 21 Prozent.

Mehr: Der Verfassungsschutz verschärft die Überwachung der Identitären. Doch dabei darf es nicht bleiben, wenn die freie Gesellschaft geschützt werden soll: Auch die AfD muss überwacht werden.

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