Der Präsident und die Frauen Wilde Debatte über Gaucks „wilde Ehe“

Ein CSU-Politiker fordert den designierten Bundespräsidenten Joachim Gauck auf, vor dem Einzug in Bellevue sein Privatleben zu ordnen. Damit löst er einen Sturm der Entrüstung aus. Nur Gauck selbst sagt nichts.
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Der zukünftige Bundespräsident Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt: Wilde Ehe in Schloss Bellevue? Quelle: dpa

Der zukünftige Bundespräsident Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt: Wilde Ehe in Schloss Bellevue?

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BerlinNorbert Geis hat es geschafft: Der CSU-Hinterbänkler und Familienpolitiker ist in aller Munde. Der Außenminister wirft ihm Stillosigkeit vor, der Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion attestierte ihm mangelnden Respekt, und ein alter Freund fordert ihn öffentlich auf, den Mund zu halten.

Was ist passiert?

Geis, 73, hatte den künftigen Bundespräsidenten Joachim Gauck in einem Interview aufgefordert, er solle doch mal heiraten. Die „Passauer Neue Presse“ zitierte Geis mit den Worten: „Es dürfte wohl im Interesse des Herrn Gauck selbst sein, seine persönlichen Verhältnisse so schnell als möglich zu ordnen, damit insoweit keine Angriffsfläche geboten wird.“

Der 72-Jährige Joachim Gauck ist seit 1959 verheiratet und hat vier Kinder. Von seiner Frau lebt er aber seit 1991 getrennt. Seit 2000 ist er mit der Journalistin Daniela Schadt liiert, die ihn im Falle seiner Wahl zum Bundespräsidenten am 18. März als First Lady ins Schloss Bellevue begleiten würde. Vor seiner Kandidatur 2010 hatte Gauck versichert, seine Lebensgefährtin heiraten zu wollen, wenn er Präsident werde. Die Ehe mit seiner ersten Frau ist aber noch nicht geschieden.

Die Forderung von Geis, Gauk solle sein Privatleben „ordnen“, löste empörte Reaktionen aus.

Außenminister Guido Westerwelle nannte die Debatte über Gaucks persönliche Verhältnisse unsäglich. „Die Kritik an den persönlichen Lebensverhältnissen des nominierten Bundespräsidenten ist stillos“, sagte der FDP-Politiker der „Rheinischen Post“. Deutschland sei schließlich ein „modernes Land“.

„Halt den Mund!“
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61 Kommentare zu "Der Präsident und die Frauen: Wilde Debatte über Gaucks „wilde Ehe“"

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  • Wenn wir christliche Werte vermitteln wollen oder dafür sind, dass die Ehe in unserem Land etwas ist das besonders zu schützen ist, ein Lebensmodell das durch Gesetze gefördert wird.
    Dann kann man es nicht hinnehmen, dass der erste Mann im Staat lebt wie ein steinzeitlicher Häuptling in einem noch nicht kultivierten Flecken von Afrika.

    Wenn man will, dass unsere Politiker noch ein bisschen etwas von Anstand in ihrer Vorbildfunktion ab geben, dann geht das nicht, dass der erste Mann im Staat, ein Präsident der uns als Bürger repräsentiert, lebt wie ein Moslem im tiefsten Saudi-Arabien oder wie ein Moslem in Afghanistan.
    Wir müssen uns das mal geben, da ist ein Mann der sich Christ schimpft, dazu Evangelischer Pfarrer ist, an der Spitze eines kultivierten, der Einehe verpflichtetem Staatswesen.
    Da kann man doch nicht mit einer Konkubine zusammen leben.
    Zu Staatsbesuchen und anderen öffentlichen Veranstaltungen mit ihr gehen.
    Wo bleibt hier der Aufschrei der Kirchen.
    Dann können wir gleich sagen, lebt wie es euch gefällt und schlaft mit wem ihr wollt.
    Haltet euch Mätressen und Konkubinen und lasst Moral, Moral sein, kümmert euch nicht darum was andere anständige Menschen dazu sagen.

  • Gauck wird mit seiner Konkubine einziehen. In Afrika hat auch jeder Politiker seine Nebenfrauen, in Arabien sowieso. Deutschland muss auch hier toleranter werden. Andere Länder machen es uns vor. Gegen den Kleingeist!

  • War für eine altertümliche Sichtweise! Wollen wir ein modernes Europa oder für welche Ansichten stehen wir eigentlich? Warum können wir es nicht jedem selbst überlassen, wie er denn leben möchte?
    Ich bin sehr dafür, traditionelle Werte nicht einfach über Bord zu schmeißen, aber das muss wirklich jeder für sich selbst entscheiden. Nicht umsonst zeigen die Umfragen, dass eine breite Mehrheit der Bevölkerung kein Problem damit hat!

  • Sie haben vollkommen recht. Ein Bundespräsident, noch dazu einer mit kirchlichen Hintergrund, der das Ehebruchverbot der Bibel kennen müßte, darf der Jugend
    nicht vormachen, es sei normal mit seiner Konkubine statt mit der angetrauten Ehefrau ins Schloss Bellevue einzuziehen. Herr Gauck bewirbt sich schließlich nicht um das Amt eines Puffpräsidenten von Sankt Pauli sondern um das Präsidentenamt der Bundesrepublik Deutschland. Da wird eine gewisse moralische
    Vorbildfunktion schon noch erwartet werden dürfen.
    Im übrigen sei den ganzen sonstigen wertneutralistischen Kommentatoren hier gesagt, dass
    niergendwo sonst in Europa ein Präsident es sich erlauben dürfte die Konkubine statt die Ehefrau an seiner Seite zu haben. Wir Deutschen sind mit derartig
    überzogenen libertären Verhaltensweisen wieder mal auf perverse Weise mächtig einzigartig in Europa und der Welt. Anderswo hat man für diese angebliche Modernität
    -vollkommen zu Recht- absolut nichts übrig.

  • Es gibt andere, viel massivere Gründe die gegen GAUck sprechen.
    siehe:
    http://anstaendigenaufstand.blogspot.com/2012/02/gauck-ein-prasident-der-rechten.html

  • Die Moralisten brauchen ihre Zwangsjacke denn ohne die würden sie zu echten "Wildsäuen".

  • Es ist das Letzte, was unsere Republik noch gebrauchen kann. Der Bundespräsident soll die absolute ethische und moralischr Instanz für und darstellen. Dazu paßt nicht, dass er eine Frau mit in seinen Dienstsitz nimmt, die dort absolut nichts zu suchen hat. Er lebt mit ihr nicht in einer ethisch und moralisch einwandfreien Verbinung. es gibt für uns und ihn nur die Möglichkeit, dass er mit seiner angetrauten Gattin ins Amt einzieht oder auf das Amt verzichtet. Dann doch lieber Herrn Wulff. Herr Wulff lebte wenigstens in georneten Verhältnissen und wurde von der Regenbogenpresse wegen Kleinigkeiten gestürzt. Unsere Bundeskanzlerin war auf dem etischen Weg, als Sie Gauck ablehnte.

  • Moral? Die jenigen die gestern noch gegen Wulff gemotzt haben, sind bei Gauck plötzlich blind. Sehr fragwürdig.

  • Sehr richtig: das sollte man. die zivilrechtliche Ehe ist ohnehin erst 100 Jahre alt und jeder Familienrichter wird bescheinigen, was das für ein Unsinn ist. Grundgesetzlich geschützt gehören ausschließlich Kinder, nicht Ehen. In der Form, dass die beiden Erzeuger ohne weiter Voraussetzungen für das Kind zuständig sind, und zwar beide gleich, ohne Bevorzugung oder je nach sichtweise zwangsweiser Kinderzuständigkiet der Mutter. Wäre mal schön für Väter, wenn die Mutter ihre Rachsucht nicht mehr am gesetzlichen Kindsbesitzt festmachen könnte. Und die Pfründe für Ehen sind eh von vorgestern. Insofern ist Gauck das beste Vorbild für die Jugend, weil er zeigt, dass es nicht funktioniert. Und: imemrhin hat er über 30 Jahre durchgehalten. Das ist mehr, als die sich von 100 Jahren unter "lebenslänglich" vorstellen konnten.

  • Ich finde, dass Sauer der Normalfall sein sollte, nicht die Ausnahme - da kann ich keine fehlende, sondern im Gegenteil eine "vorhandene" Empanzipation erkennen, wenn man schon den komischen Begriff bemühen will. Was Frau Kohl davon hatte, sich zum Opfer zu machen, hat nicht nur ihr Sohn beeindruckend beschrieben.

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