Details zur Pkw-Maut Verkehrsministerium dementiert konkrete Mautpläne

Noch vor der Sommerpause will Verkehrsminister Dobrindt seine Pläne für eine Pkw-Maut vorlegen. Nun werden erste Details über die neue Vignette bekannt: Geplant ist eine dreistellige Jahrespauschale mit Ökorabatt.
Update: 25.05.2014 - 13:37 Uhr Kommentieren
Auch für deutsche Autobahnen soll bald eine Pkw-Maut erhoben werden. Quelle: dpa

Auch für deutsche Autobahnen soll bald eine Pkw-Maut erhoben werden.

(Foto: dpa)

BerlinDie Details der umstrittenen Pkw-Maut stehen einem Bericht des „Focus“ zufolge fest. Jeder Halter eines deutschen Autos und Fahrer aus dem Ausland sollten für die Benutzung der deutschen Autobahnen eine pauschale Gebühr von 100 Euro im Jahr bezahlen; möglich sei aber auch der Kauf einer Vignette für zehn Tage zu zehn Euro und für zwei Monate zu 30 Euro, berichtete das Magazin am Sonntag vorab aus seiner jüngsten Ausgabe. Das Verkehrsministerium rechnet dem Bericht zufolge mit dem Verkauf von 130 Millionen Vignetten pro Jahr. Die Vertriebskosten berechnet es mit drei Euro pro Stück.

Damit deutsche Autofahrer nicht mehr belastet werden als heute, soll die Gebühr nach dem Bericht mit der Kfz-Steuer verrechnet werden. Allerdings werde für fast ein Drittel der Autos weniger als 100 Euro pro Jahr an Steuern fällig. Damit die Betroffenen durch die Maut folglich nicht belastet werden, seien Öko-Stufen bei der Gebühr geplant. Elektroautos sollen von der Maut ganz befreit werden. Die Maut wird laut „Focus“ für alle Fahrzeuge fällig, nicht nur für Pkw, sondern auch für Kleinlaster und Busse. Dies sei bisher nicht vorgesehen gewesen.

Das Bundesverkehrsministerium wies den Bericht zurück. „Die dargestellte Gesamtkonzeption entspricht nicht den Plänen des Bundesverkehrsministers“, teilte eine Sprecherin von Ressortchef Alexander Dobrindt (CSU) am Sonntag in Berlin mit.

Eingetrieben werden soll die Maut, indem sich jeder deutsche und ausländische Pkw-Halter, der die Autobahn benutzen will, auf einer Internetseite unter Angabe seiner Daten und seines Kennzeichens registrieren lässt. Automatisch werde dann die Maut berechnet, nach Überweisung des Betrags könnten die Autobahnen dann genutzt werden.

An Grenzübergängen und grenznahen Tankstellen soll es zudem Verkaufsstände für die Vignetten geben. Ob eine sichtbare Vignette auf der Windschutzscheibe erforderlich sein wird, werde derzeit noch geprüft, berichtete der „Focus“.

Dobrindt will die Maut ab 1. Januar 2016 erheben. Das Konzept will er vor der Sommerpause vorlegen. Es gehe um einen „Milliarden-Betrag in einer Wahlperiode“, hatte der Minister am Freitag „Focus Online“ gesagt. „Ich bin nicht bereit, länger auf den notwendigen Finanzierungsanteil der im Ausland zugelassenen Kraftfahrzeuge, die auf unseren Straßen fahren, zu verzichten.“

In diesen Großstädten kosten Staus die meiste Zeit
Tag der deutschen Einheit
1 von 8

Der Automobilklub „Mobil in Deutschland“ hat acht deutsche Großstädte auf staubedingte Verzögerungen im Straßenverkehr untersucht. Das Datenmaterial stammt von einem Navigationsgerätehersteller, der die Verkehrsbelastung in 161 Städten weltweit gemessen hat. In welcher Stadt stehe ich am längsten im Stau? An welchen Wochentagen stockt der Verkehr am häufigsten? Wie viel Wartezeit kostet mich die Rush-Hour? Für all diese Fragen soll der Stau-Index Antworten liefern.

Platz 8: Bremen

Hier verlängert sich die durchschnittliche Fahrtzeit um 17 Prozent, wenn der Verkehr nicht ungehindert fließen kann. Am Dienstagabend und Donnerstagmorgen sind die Straßen laut Messungen am häufigsten verstopft. Am Freitagmorgen und -Abend dagegen fließt der Verkehr. 17 Minuten beträgt die durchschnittliche Wartezeit während der Rushhour. Berufspendler vergeuden pro Jahr insgesamt 50 Stunden im Verkehr. Insgesamt aber ein ordentliches Zeugnis für Bremen – vom Automobilklub „Mobil in Deutschland“ gibt es dafür die Note 2.

Stress and the City
2 von 8

Platz 7: Düsseldorf

In der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt verzögert sich die Fahrzeit während Staus um 18 Prozent. Die meiste Geduld brauchen Autofahrer am Mittwochabend und Montagmorgen. Am besten geht es dagegen am Freitagmorgen und am Montagabend voran. 21 Minuten Wartezeit muss man während der Rushhour einplanen. Berufspendler kommen pro Jahr auf 59 Stunden Verzögerung. Insgesamt gibt es aber auch für Düsseldorf die Note 2.

ADAC warnt vor wachsenden Staus
3 von 8

Platz 6: Frankfurt am Main

Die Bankenmetropole hält mehr Geduldsprüfungen für Pendler bereit. Hier beträgt die staubedingte Verzögerung 22 Prozent. Die schlimmsten Stautage sind der Donnerstagabend und der Dienstagmorgen. Die besten Fahrzeiten dagegen sind der Montagabend und Freitagmorgen. 26 Minuten länger braucht man hier in der Rushhour. Berufspendler müssen rund 69 Stunden Verzögerung pro Jahr miteinplanen. Fazit: Note 3.

Warnstreiks bei der Bahn
4 von 8

Platz 5: München

In der bayerischen Landeshauptstadt verlängern Staus die Fahrzeit im Durchschnitt um 24 Prozent. Auch hier stehen Autofahrer am Donnerstagabend und Dienstagmorgen am häufigsten im Stau. Am zügigsten kommt man dagegen am Freitagmorgen und Freitagabend ans Ziel. Ist man während der Rush-Hour unterwegs, braucht man 27 Minuten länger. Und aufs Jahr gerechnet muss ein Berufspendler mit 71 Stunden Verzögerung rechnen. Note 3 für München.

Verkehr Deutschland
5 von 8

Platz 4: Köln

Auf den vorderen vier Plätzen finden sich die deutschen Großstädte, in denen Staus ein häufiges Ärgernis nicht nur für Pendler sind: Wer in Köln im Stau steht, dessen Fahrzeit verlängert sich im Durchschnitt um 26 Prozent. Die Haupt-Stauphasen sind hier der Freitagabend und der Montagmorgen. Am Montagabend und Freitagmorgen fließt der Verkehr. 30 Minuten dauert die Fahrt zu Rushhour-Zeiten länger. 76 Stunden Verzögerung fallen pro Jahr für einen Berufspendler an. Das reicht nicht für mehr als die Note 4.

Stau nach Unfall auf der A100
6 von 8

Platz 3: Berlin

In der Hauptstadt dauert es noch länger, bis man ans Ziel kommt, wenn man erst in einem Stau steckt. Die Fahrzeit verlängert sich im Durchschnitt um 28 Prozent. Am Donnerstagabend und Montagmorgen staut es sich in Berlin am meisten. Am Montagabend und Freitagmorgen dagegen sind die Straßen relativ frei. Zu Rush-Hour-Zeiten muss man 27 Minuten länger einplanen und ein Berufspendler steht hier 71 Stunden im Jahr im Stau. Auch hier heißt es: Note 4.

Hamburger Appell für neue Verkehrspolitik
7 von 8

Platz 2: Hamburg

Besonders staugeplagt sind die Hamburger. Hier verlängert sich die Fahrzeit für Stauopfer im Durchschnitt um fast ein Drittel (32 Prozent). Am längsten steht man am Montagmorgen und Freitagabend im Stau. Am zügigsten geht es am Montagabend und Freitagmorgen voran. Während der Rush-Hour braucht man hier 31 Minuten länger. Und aufs Jahr gerechnet, muss ein Berufspendler mit 78 Stunden Verzögerung rechnen. Das Urteil von „Mobil in Deutschland“: Note 5.

  • afp
Startseite

Mehr zu: Details zur Pkw-Maut - Verkehrsministerium dementiert konkrete Mautpläne

0 Kommentare zu "Details zur Pkw-Maut: Verkehrsministerium dementiert konkrete Mautpläne"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%