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Deutsch-französische Kooperation Saarland buhlt um neues Zentrum für künstliche Intelligenz

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China investiert massiv in künstliche Intelligenz

Auch für die Wirtschaft hat die KI eine herausragende Bedeutung. Eine McKinsey-Studie, die im vergangenen Jahr veröffentlicht wurde, kam zu dem Ergebnis, dass das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands bis 2030 durch den Einsatz von intelligenten Robotern um bis zu vier Prozent höher liegen könne als ohne ihren Einsatz. Das entspricht 160 Milliarden Euro.

Verschläft die Wirtschaft dagegen den Wandel, könnte Deutschland das für 2030 prognostizierte Bruttoinlandsprodukt verfehlen, warnen die McKinsey-Forscher. Auch weltweit sehen die Experten ein enormes Potential. Der globale Markt für KI-basierte Dienstleistungen, Software und Hardware wächst laut McKinsey jährlich um bis zu 25 Prozent und wird bis 2025 voraussichtlich 130 Milliarden Dollar groß sein.

Sich in diesem Bereich hohe Ziele zu setzen, ist für Länder wie USA und China längst eine Selbstverständlichkeit. Sie haben erkannt, dass künstliche Intelligenz als Technologie für viele Branchen immer wichtiger wird. Chinas Staatsrat hat etwa im vergangenen Jahr mitgeteilt, dass das Land bei KI bis 2025 führend sein will. Der Wert der heimischen Branche werde bis 2020 wohl auf umgerechnet etwa 19 Milliarden Euro steigen und bis 2025 auf rund 51 Milliarden Euro.

Bisher gelten die USA in dem Bereich als führend. Allerdings drückt die Volksrepublik aufs Tempo. Anfang des Jahres meldete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua, die Hauptstadt Peking plane für umgerechnet 1,76 Milliarden Euro einen großen KI-Gewerbepark.

Dort sollen sich bis zu 400 Firmen ansiedeln. Angelockt werden sollen insbesondere Jungunternehmen, die sich mit der Aufbereitung riesiger Datenmengen (Big Data), der biometrischen Personenerfassung, maschinellen Lernprozessen (Deep Learning) sowie der Auslagerung von Speicher- und Software-Diensten ins Internet (Cloud Computing) befassen. Xinhua berief sich seinerzeit auf einen Behördenbericht des Bezirks Mentougou im Westen Pekings. Zuletzt hatte die Metropole bereits Entwürfe für eine Testzone zur Entwicklung des autonomen Fahrens vorgestellt.

Solche massiven Investitionen der Volksrepublik entfalten auch eine Sogkraft für ausländische Unternehmen. So kündigte Google kürzlich an, in Peking ein KI-Forschungsteam aufzubauen, obwohl die US-Suchmaschine in China blockiert wird.

Die wahrscheinlichen GroKo-Partner in Deutschland sehen neben der Mikroelektronik, der modernen Kommunikationstechnik, der Robotik, den Datenwissenschaften, der IT-Sicherheit und Quantentechnologien die künstliche Intelligenz als „technologische Basis und Triebfeder der Digitalisierung“. Deshalb versprechen sie in ihrem Koalitionsvertrag nicht nur die Forschung zu diesen Schlüsseltechnologien, sondern auch soziale und geisteswissenschaftliche Begleitforschung intensiv zu fördern.

„Wir wollen, dass KI-Systeme in Deutschland produziert, angewendet und in marktfähige Produkte übersetzt werden“, erläuterte der CDU-Abgeordnete Uhl die Pläne. „Deutschland muss hier mit den USA und China Schritt halten.“

Uhl setzt darauf, dass in dem geplanten deutsch-französisches Zentrum für künstliche Intelligenz die KI-Forschung „konzentriert weiterentwickelt“ werden könne. „Dabei liegt das Augenmerk besonders auf sechs Bereichen“, erläuterte er. Etwa die Entwicklung des smarten, vernetzten Zuhauses, in dem immer mehr Geräte mit Internet-Anschluss zum Einsatz kommen. Oder der Medizinbereich: Maschinen können inzwischen in Scans aus dem Computertomographen oder Röntgenbildern Anzeichen einer Krankheit oft besser und schneller entdecken als Menschen.

Weitere Anwendungsmöglichkeiten sieht Uhl in der Steuerung der Energieversorgung, der Mobilität, etwa beim autonomen Autofahren, sowie in der Industrie 4.0. Der Begriff steht für die sogenannte vierte industrielle Revolution. Die Digitalisierung bringt Veränderungen in der Warenproduktion. Maschinen werden per Software gesteuert, können miteinander vernetzt und auch über das Internet gewartet werden.

Und einen sechsten Punkt nennt der CDU-Politiker, den er als besonders wichtig ansieht: „Wichtig ist bei allen Anwendungen, dass ethische Grenzen stets beachtet werden“, sagte er. Entscheidend sei dabei, dass die Beherrschbarkeit der KI-Systeme durch den Menschen stets gewahrt bleibe. „Die den Systemen zugrundeliegenden Algorithmen müssen prüf- und kontrollierbar bleiben“, so Uhl.

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