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Deutsche Bahn AG Donya Amer soll neue Digitalvorständin der Bahn werden

Mit der 48-jährigen Betriebswirtin soll eine IT-Expertin von Bosch zur Deutschen Bahn wechseln. Der Bund habe sich entschieden, heißt es in Regierungskreisen.
03.06.2021 - 15:03 Uhr Kommentieren
Mit der 48-jährigen IT-Expertin kann die Deutsche Bahn eine Managerin gewinnen, die Mitarbeiter bei Bosch als gradlinig und unprätentiös beschreiben. Quelle: Bosch
Donya Amer

Mit der 48-jährigen IT-Expertin kann die Deutsche Bahn eine Managerin gewinnen, die Mitarbeiter bei Bosch als gradlinig und unprätentiös beschreiben.

(Foto: Bosch)

Berlin, Frankfurt Schneller als erwartet hat die Deutsche Bahn AG eine neue Digitalchefin gefunden. Nach Informationen des Handelsblatts aus Regierungs- und Unternehmenskreisen soll Donya Amer diese Aufgabe übernehmen. Die 48-jährige Betriebswirtin ist derzeit CEO der Bosch-Tochter Bosch Climate Solutions. Ein Bahnsprecher wollte die Personalie offiziell nicht bestätigen.

Die Stelle der Digitalvorständin war vakant geworden, nachdem Sabina Jeschke vor einigen Monaten überraschend ihren Rücktritt erklärt hatte. Ihr letzter offizieller Arbeitstag war der 31. Mai. Interimistisch hat nun Sigrid Evelyn Nikutta, CEO von DB Cargo, die Aufgaben des Ressorts übernommen.

Mit Amer kann die Bahn eine Managerin gewinnen, die Mitarbeiter bei Bosch als gradlinig und unprätentiös beschreiben. Sie verstehe es gleichwohl gut, ihre Ziele durchzusetzen.

In Regierungskreisen hieß es, sie habe „wirklich alle überzeugt“ und sei „die beste Wahl.“ Der Bund habe sich entschieden, aber die Personalie müsse noch vom Aufsichtsrat beschlossen werden. Zudem sei noch zu klären, hieß es in den Kreisen weiter, wie schnell ihr jetziger Arbeitgeber sie freigebe und ob beide Seiten beim Gehalt zusammenfänden, „bis dann die Bahngremien im Juni entscheiden“. Im Gespräch seien vier weitere Persönlichkeiten gewesen. Im Aufsichtsrat hieß es, es gebe noch eine zweite, gleich qualifizierte Frau.

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    Amer sei „weltweit vernetzt“ und darüber hinaus „sehr selbstbewusst und sehr mit sich im Reinen“. Bei Bosch habe sie „erfolgreich die Transformation zu einem klimaneutralen Unternehmen abgeschlossen“.

    Vor allem aber hat Amer das Unternehmertum im Blut. Eigentlich arbeitet sie als Beraterin mit Erfahrungen im IT-Bereich und beim Thema Transformation. Doch die leidenschaftliche Taucherin bemerkte schon vor einigen Jahren bei ihren Freizeitausflügen, wie viel Plastik im Meer treibt. So kam das Thema Klimaschutz auf die Agenda der IT-Expertin, die sich selbst gerne als „leidenschaftliche Klimaverbesserin“ bezeichnet. Sie selbst taucht ohne Gerät und ist in der Lage, bis zu fünf Minuten ohne Sauerstoff unter Wasser zu bleiben.

    Bosch arbeitet dank Amer klimaneutral

    Gleichzeitig hat sich ihr bisheriger Arbeitgeber dem Thema Klimaschutz verschrieben. Seit Februar vergangenen Jahres produziert Bosch als weltweit erster Industriekonzern an seinen 400 Standorten CO2-neutral. Kurzerhand verband Amer all das und entwickelte daraus eine Geschäftsidee: eine Beratungssparte innerhalb der Bosch-Gruppe mit dem Ziel, die Erfahrungen des Stiftungsunternehmens bei der Nachhaltigkeit mit externen Unternehmen zu teilen und diese mit dem eigenen Wissen zu unterstützen.

    Die Geschäftsführung von Bosch war angetan, gab grünes Licht. Im April 2020 – mitten in der Pandemie – unterzeichnete Amer gemeinsam mit ihrem Kollegen und Chief Technology Officer (CTO) Torsten Kallweit die Gründungspapiere. Er wird nun demnächst wohl auf seine Mitstreiterin verzichten müssen.

    Auf Amer wartet eine interessante, aber gleichzeitig herausfordernde neue Aufgabe. Die Digitalisierung ist für die Bahn neben dem Ausbau des Schienennetzes der Schlüssel, um künftig mehr Passagiere in die Züge zu bekommen. Der Bund als Eigentümer hat dem Management den Auftrag erteilt, die Zahl der Fahrgäste im Fernverkehr auf 260 Millionen zu verdoppeln – ein wichtiges Element der Klimapolitik. In Regierungskreisen heißt es, Amer wechsle nicht aus finanziellen Gründen. Vielmehr sei die „neue Herausforderung die Motivation“.

    Digitale Technologie macht es möglich, mehr Züge auf die Schiene zu bringen, das Netz besser auszulasten. Amers Vorgängerin Jeschke hatte noch kurz vor ihrem Ausscheiden Projekte in Stuttgart und München angestoßen, wo mithilfe von Künstlicher Intelligenz die Verspätungen im S-Bahn-Netz reduziert werden sollen und die Wartung etwa von ICE optimiert werden kann.

    Gerangel um Zuständigkeit im Bahnvorstand

    Die Bahn ist also für eine ambitionierte Managerin wie Amer mit vielen Ideen eine große und ideale „Spielwiese“. Allerdings war die Zuständigkeit für das Thema „digitale Schiene“ in der Vergangenheit nicht immer klar geregelt. Infrastruktur-Vorstand Ronald Pofalla hatte die Zuständigkeit für die digitale Schiene an sich gerissen. Jeschke soll unter anderem deshalb gegangen sein, weil sie sich mit ihren Ideen nicht so durchsetzen konnte, wie sie es für notwendig erachtete. Die Zuständigkeiten könnten nun wieder neu zugeordnet werden.

    Amer hat schließlich Erfahrung im Umgang mit Hierarchien in großen Unternehmen. Nach ihrem Abitur startete sie zunächst eine Ausbildung bei einer Bank. Es folgte das Studium im Fachgebiet Business-Administration mit den Schwerpunkten Finanzen und Personal. Danach stieg sie bei dem IT-Riesen IBM in Frankfurt ein. Dort arbeitete sie 17 Jahre in der Beratung. Ein wichtiges Thema war die technologische Transformation von Unternehmen.

    2017 folgte sie dem Ruf zu Bosch. „Amer hat die Begabung, Menschen zu begeistern – ob es Mitarbeiter oder Kunden sind“, heißt es dort. Bleibt zu hoffen, dass es der Managerin gelingt, auch die gut 320.000 Mitarbeiter der Deutschen Bahn mit ihren Ideen mitzureißen.

    Mehr: Was die Bahn mit dem eigenen Glasfasernetz vorhat.

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