Deutscher Handelskongress „Finanzmärkte außer Rand und Band“

Auf dem Deutschen Handelskongress war die Krise der Finanzmärkte beherrschendes Thema. Kanzlerin Merkel forderte, die Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft weltweit zu verankern.
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Angela Merkel spricht auf dem 11. Deutschen Handelskongress. Die Kanzlerin will die deutschen Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft weltweit verankern. Quelle: dapd

Angela Merkel spricht auf dem 11. Deutschen Handelskongress. Die Kanzlerin will die deutschen Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft weltweit verankern.

(Foto: dapd)

BerlinDie Krise an den Finanzmärkten ist auch auf dem Deutschen Handelskongress in Berlin ein beherrschendes Thema. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte in ihrer Rede „eine bessere Regulierung“ der Branche. Sie könne nachvollziehen, dass die Menschen angesichts von „völlig außer Rand und Band geratener Finanzmärkte“ irritiert seien.

Wenn die Finanzmärkte zusammenbrächen, hätte das auch für die Realwirtschaft massive Folgen. Eine deutsche oder europäische Lösung sei allerdings nicht ausreichend, sagte die Kanzlerin. Die große Herausforderung sei, diese Regulierung global anzugehen. Sie plädierte dafür, die deutschen Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft weltweit zu verankern. „Dazu brauchen wir Europa: Wenn wir uns in Europa nicht zusammenschließen, dann werden wir auf den Weltmärkten relativ verloren sein.“

Absage an die Ampel

Der Präsident des Handelsverbandes (HDE), Josef Sanktjohanser, hatte zuvor von einem „exzessiven Treiben von Teilen der Finanzmärkte“ gesprochen. Er forderte die Trennung von Investmentbanken und Kreditinstituten. Nur so sei eine anhaltend gute Kreditversorgung möglich. Die Stimmung der Verbraucher in Deutschland sei gut. Gleichwohl, so Sanktjohanser, befürchteten Unternehmen eine Eintrübung ihrer Geschäfte durch die Finanzmarktkrise.

Die Bundeskanzlerin bekannte sich zur Haushaltskonsolidierung, forderte das aber auch von den anderen EU-Ländern: „Wenn wir uns nicht daran gewöhnen, alle gemeinsam Regeln einzuhalten, dann wird der Euro weiter Schwierigkeiten machen“, sagte Merkel. „Wir müssen uns dauerhaft verpflichten, solide zu wirtschaften.“

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15 Kommentare zu "Deutscher Handelskongress: „Außer Rand und Band geratene Finanzmärkte“"

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  • Es ist außerordentlich wichtig, daß unsere Kanzlerin überall und sehr häufig Reden hält.

    Sie offenbart nämlich dabei jedes Mal, daß sie überhaupt nicht weiß, wovon sie redet, wenn sie das Wort Marktwirtschaft in den Mund nimmt.

    Irgendwann wird das dann auch beim letzten Depp ankommen; es kann allerdings noch lange dauern.

  • @Moliemopp

    Äh, ich bin nicht "obrigkeitshörig" und gehe - wie rund 60% meiner Mitbürger auch - gerne zur Wahl. Nur die dummen 40% bleiben zuhause nd saufen sich ihre Dummheit dann mit Sprüchen, wie Sie sie hier absondern, schön

  • Recht haben Sie, insbesondere dann, wenn anders gehandelt als gesprochen wird.

    Die Sprüche kommen alle aus dem "großen Nikolausbuch" und weil das Handeln mangels Verständnis zum gesagten daneben geht, kommen die "alternativlosen Entscheidungen".

    Italien macht's aktuell vor. Ich hoffe Herr Monti hat Glück. Es wäre ein gewaltiger, sachlicher Druck auf unsere "Berufspolitiker".

  • Es scheint, dass das Thema nur ein Ablenkungsmanöver ist.

    Frau Merkel sollte realisieren, was um sie herum passiert. Sie sollte dabei auch den neuen, progressiven Kurs von Herrn Monti sorgfältig prüfen und realisieren, dass Volkswirtschaften zu wertvoll sind, als dass sie von einer Laienspielgruppe geleitet werden können und dürfen.

    Da gibt es Länder, die drängen die EZB Anleihen ihrer Länder aufzukaufen. Weshalb wohl? Ganz klar, weil sie daraus einen Vorteil haben. Nur Vorteile gibt es aber nicht. Wer hat also den Nachteil? Die EZB. Und wer hat die Nachteile, diese Verluste auszugleichen. Die Antwort ist ganz einfach. Zum erheblichen Teil Deutschland.

    Danach stellt sich die Frage, inwieweit die Aktion der EZB, nämlich Anleihen der Krisenländer aufzukaufen durch die Hintertür das Haushaltsrecht des Bundestages aushebelt.

    Darum sollte sich Frau Merkel kümmern und nicht die Schuld bei den Finanzmärkten suchen. Finanzmärkte sind zahm, erkennen aber schnell Ungleichgewichte und arbitragieren diese aus. Verständlicher würde man sagen, strafen diese Ungleichgewichte ab. Sie haben dabei in ihrem Handeln kein Gewissen, kein Verpflichtungsgefühl aus der Vergangenheit sondern ausschließlich die Zukunft im Auge. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass der Finanzmarkt nicht danach fragt, weshalb die Länder so hoch verschuldet sind (z.B. weil sie selbst den Finanzmarkt in der Krise gestützt haben). Solange die Akteure im Finanzmarkt so stark mit Bonus und Gehalt geködert werden, werden die Akteure versuchen den schnellen Euro zu machen. Rücksicht ist dabei fehl am Platz.

    Ziel muss es sein, Märkte so zu steuern, dass keine Ungleichgewichte auftreten. Jeder politische Fehler führt zum Ungleichgewicht und lockt den Finanzmarkt. Um den Finanzmarkt zu befrieden, müssen die Fehler korrigiert werden.

    Deutschland blind zum Zahlesel zu degradieren ist ein Fehler. Das muss Frau Merkel verantworten.

  • Blöder Spruch: „Wir müssen uns dauerhaft verpflichten, solide zu wirtschaften.“

    Ja, 6 Jahre an der Macht und nichts ist geschehen.
    Vollbeschäftigung macht man im nationalen Alleingang und dann machen es die anderen nach.

    Wäre es zur Gründerzeit ein internationales Thema gewesen, ein Auto zu bauen, hätten wir heute keins. Benz hat es im Alleingang gemacht. So läuft der Hase.

  • Es ist lächerlich den Finanzmärkten die Schuld zu geben "Außer Rand und Band geratene Finanzmärkte", es sind ausser Rand und Band geratene Politiker, welcher durch das verheerende Konstrukt EURO Europa in diese Situation gebracht haben.

  • Unser wandelnder Hosenanzug spricht von Sozialer Marktwirtschaft. Die haben wir doch schon seit der DDR-Übernahme nicht mehr. Gehen Sie mal auf die Straße und fragen die Leute, was sie alles von Europa schmarotzt haben. Bei denen ist nix angekommen. Wer Lügnern und Betrügern bei Wahlen sein Stimme gibt ist für dieses Desaster mitverantwortlich. Aber unsere Politiker waschen ihre Hände in Unschuld. Sie haben ja nix gewusst und auch nicht begriffen, über was sie alles abgestimmt haben. Jetzt sitzen wir richtig in der braunen Soße. Das Wohl unser Kinder und deren Kinder ist heute schon zerstört durch die Dummheit unserer Politiker. Freunde bringt euer Geld in Sicherheit. Die Merkel greift schon danach. Willkommen in der neuen DDR mit einer Staatsratsvorsitzenden AM. Hat Honnecker alles arangiert.

  • Außer Rand und Band? Genau dies hat Frau Merkel gewollt und genau deshalb stützt und fördert Sie nur Banker!

  • Der Wähler wird nichts ändern. Die Menschen, die die politische Klasse durchschaut haben, gehen nicht mehr wählen. Es gehen nur noch die Obrigkeitshörigen "Du musst wählen!!" zur Wahl und die, die direkt von der politischen Klasse profitieren. Ich habe aber noch eine Hoffnung. Man kann doch heutzutage, über das Internet so eine Art Wahl-Flashmop organisieren. Als Beispiel sollte jeder, der begriffen hat, dass von den etablierten Parteien nichts Positives zu erwarten ist, eine "Sonstige Partei", wie zB. Die Freiheit, Partei Der Vernunft, Die Piratenpartei usw. wählen. Außer die FDP natürlich. Die sind etabliert und trotzdem "Sonstige". So eine Wahl wäre die absolut größte Möglichkeit, diese korrupte Bande in Berlin mal so richtig aufzumischen. Ich war bekennender Nichtwähler. Aber die nächste Wahl werde ich als Abwähler bestreiten. Je mehr, desto besser. Lasst uns den Laden Aufmischen, bevor wir untergehen!

  • Bei Merkel hat man den Eindruck, dass sie beim finanzpolitisch geeinten Europa gleich einen Schritt weiterdenkt. Sie erhofft sich, dass man ihr die Euro-Rettungsmaßnahmen so hoch anrechnet, dass sie zur Europakanzlerin ernannt wird. Und wenn sie jetzt auch noch ihren europäischen Größenwahn auf die Welt ausweitet, dann wird sie wohl die Weltherrschaft im Auge haben. Was der kranke Adolf mit seinem halbabrasierten Schnäuzer nicht mit Mord und Totschlag geschafft hat, schafft Merkel. Und das, in ihren Augen, durch friedliche Maßnahmen. Diese Allmachtsfantasien sind deutschen Politikern wohl in ihre Amtsfunktion implementiert worden. Uns wird ja immer erklärt, dass Deutschland in allem als Vorbild gelten muss, und dass uns die ganze Welt für alles bewundert und um alles beneidet. Dann liegt es doch nahe, dass Merkel sich auf die Fahne geschrieben hat, die Welt zu regieren.

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