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Deutschlandtrend Union und SPD verlieren enorm an Rückhalt – Grüne so beliebt wie seit 2011 nicht

Die Grünen profitieren vom Stimmenverlust der GroKo-Parteien, zeigt eine Umfrage der ARD. Der bundesweite Trend deckt sich mit dem Trend für Hessen.
Update: 19.10.2018 - 12:52 Uhr 4 Kommentare
Die jüngsten Umfrageergebnisse dürften die beiden Grünen-Bundesvorsitzenden freuen. Quelle: dpa
Annalena Baerbock und Robert Habeck

Die jüngsten Umfrageergebnisse dürften die beiden Grünen-Bundesvorsitzenden freuen.

(Foto: dpa)

Berlin/Düsseldorf Union und SPD verlieren in der Wahlbevölkerung weiter an Zustimmung, ergab die Deutschlandtrend-Umfrage der ARD. Wäre am Sonntag Bundestagswahl, käme die Union auf 25 Prozent und die SPD auf 14 Prozent. Dies ist für beide Parteien der schlechteste Wert, seit es die Umfrage gibt.

Dagegen würde sich 16 Prozent der Befragten für die AfD entscheiden – der Wert ist seit der letzten Umfrage am 11. Oktober unverändert hoch geblieben. Die Grünen würden 19 Prozent wählen – zwei Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche und der höchste Wert seit September 2011.

Die Linke käme auf neun Prozent (minus ein Punkt) und die FDP auf elf Prozent (plus ein Punkt). Insgesamt würde die Regierungskoalition aus Union und SPD nur 39 Prozent erhalten.

Der bundesweite Trend deckt sich auch mit den Umfrageergebnissen zu der Landtagwahl in Hessen, die am Sonntag ansteht. Nach einer Umfrage der beiden Sender ARD und ZDF zur Hessenwahl liegt die CDU derzeit bei 26 Prozent (2013: 38,3), die Grünen werden bei 20 bis 22 Prozent gesehen und haben damit das Potenzial zweitstärkste Kraft vor der SPD zu werden.

Die Sozialdemokraten kämen demnach auf 20 Prozent der Wählerstimmen, die AfD auf zwölf und FDP und Linke auf jeweils acht Prozent.

„Bundesweit leben die Grünen von der Anti-Groko-Stimmung“, kommentiert Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier in der „Rheinischen Post“ die Umfrageergebnisse und macht die Schwächen der Großen Koalition im Bund für die schlechten Umfragewerte seiner CDU vor der Landtagswahl am 28. Oktober verantwortlich.

Allerdings vermied Bouffier einen direkten Angriff auf die Grünen und griff stattdessen allgemein „die Linken“ an. „Die Linken dürfen in Hessen nicht in irgendeiner Weise an die Regierung kommen“, sagte er. Das würde den Wirtschaftsstandort Hessen Arbeitsplätze kosten. Laut Umfrage wäre eine Grün-Rot-Rote Koalition möglich.

Die Generalsekretärin der FDP, Nicola Beer, stimmte in die Warnung Bouffiers mit ein. „Hessen braucht jetzt keinen Linksruck mit Grün-Rot-Rot, sondern Tempo für Zukunftsperspektiven“, sagte Beer dem Handelsblatt. „Die wirtschaftliche Vernunft gebietet es, alle Parteien, welche die weltoffene, exportorientierte hessische Wirtschaft in Frage stellen und die Globalisierung zurückdrehen wollen, nicht an die Regierung kommen zu lassen.“

Aus Beers Sicht ist Hessen bei Infrastruktur, Digitalisierung, Bildung und Innovation schon jetzt durch Schwarz-Grün zurückgefallen. „Da brauchen wir nicht noch mehr Staat- und Planwirtschaft, sondern mehr Wettbewerbsfähigkeit und Fortschritt“, betonte die aus Hessen stammende FDP-Politikerin. Noch strahle das Rhein-Main-Gebiet mit seinem Flughafen und dem Finanzstandort Frankfurt weit über die Region hinaus und schaffe Wohlstand und Arbeit. „Aber die Konkurrenz schläft nicht, denn der wirtschaftliche Erfolg Hessens ist kein Selbstläufer“, sagte Beer.

Der Vorsitzende der Linkspartei, Bernd Riexinger, zeigte sich indes offen für ein Linksbündnis in Hessen. „An uns wird es nicht scheitern“, sagte Riexinger dem Handelsblatt. Die Linke wolle einen Politikwechsel, der mehr bezahlbare Wohnungen schaffe sowie mehr Lehrer und besser ausgestattete Kitas und Schulen für die Kinder bringe. Außerdem stünden die Linken in Hessen für mehr Handlungsspielraum der Kommunen und einen konsequenten Klimaschutz. „Wenn die Grünen und die SPD das auch wollen, dann müssen sie das deutlich machen und sich gegen eine Fortsetzung von Schwarz-Grün oder der für die SPD desaströse GroKo entscheiden.“

Riexinger erinnerte daran, dass die Linke in Hessen schon 2008 bereit gewesen sei, die damalige SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti zu unterstützen. Im Jahr 2013 habe man dann mit den Grünen und der SPD sondiert. Da sei aber für die Grünen der Weg zur CDU kürzer gewesen. „Offenbar haben die Grünen seit einiger Zeit mehr Gemeinsamkeiten mit den neoliberalen Konservativen als mit dem fortschrittlichen Lager“, sagte der Linken-Chef.

Die jüngste Deutschlandtrend-Umfrage zeigt auch: Obwohl immer weniger Leute den Volksparteien ihre Stimme geben, sind viele Wähler über deren Erosion besorgt. So sind laut der Umfrage 51 Prozent der Wahlberechtigen besorgt, dass die schwindende Akzeptanz von CDU, CSU und SPD die politische Stabilität in Deutschland gefährden könnte.

Interessant auch: Selbst Wähler, die für kleinere Parteien stimmen wollen, sind über den Bedeutungsverlust der Großen besorgt: Die Hälfte der Anhänger von Linken, Grünen und FDP teilen die Sorge um den Bedeutungsverlust der Volksparteien. Bei den AfD-Anhängern ist es knapp ein Drittel.

Allerdings gibt es auch einen großen Teil der Wähler, der diese Meinung nicht teilt. So erwarten 47 Prozent der Bürgerinnen und Bürger von den neuen Kräfteverhältnissen mit mehreren kleinen bis mittleren Parteien breitere politische Debatten.

Mit Material von Reuters

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4 Kommentare zu "Deutschlandtrend: Union und SPD verlieren enorm an Rückhalt – Grüne so beliebt wie seit 2011 nicht"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • SPD Nummer 4 - Die Waehler sind sowas von undankbar. Und das betrifft natuerlich auch die CDU. Die krachenden Wahlverlierer in Bayern haben immerhin 10 % Prozentpunkte mehr und koennen mit einer "Bruderpartei" locker regieren.

  • Es wundert mich nicht, dass zwei Parteien, die Grünen und die AFD immer stärker Zulauf verzeichnen. Die sogenannten Volksparteien CDU/CSU und SPD haben selbst dafür gesorgt, dass sie immer weiter abseits stehen. Eine Volkspartei setzt ein Volk voraus und dieses Volk ist doch so gar nicht mehr existent. Man spaziere mit offenen Augen durch die Städte und was sieht man? Ich würde sagen - very international... Diejenigen, die damit nicht umgehen können, zieht es ins Lager der AFD und die anderen fühlen sich von den Grünen besser vertreten.Ja, Merkel und Co. - da habt ihr wohl an dem Ast gesägt, auf dem ihr sitzt,,,

  • Das Angela Merkel die CDU in den politischen Tod führt ist unstrittig. Erstaunlich das die CDU
    Abgeordneten ihr folgen. Aber wie schon vor 2 Jahren vorrausgesagt ändert sich die Politische Landschaft in Deutschland. Die SPD wird es 2020 nicht mehr geben und wenn dann um die 5%. Die Grünen haben mit frisch angestrichener Mannschaft Wähler so gut getäuscht, dass man ihnen jetzt sogar das Heimatgefühl abnimmt. Dabei ist Harbeck einer der zu den Grünen kam, als echte Grüne nach den Angriff auf Serbien die Grüne Partei fluchtartig verliessen. Da konnte sich Harbeck der sonst ziemlich unlustig zur Arbeit steht, sich einen Posten aussuchen und aufsteigen.

    Die EU geht es nicht besser mit Merkel. Das Problem Nordirland könnte man lösen indem Irland mit dem Königreich eine Freihandelsabkommen abschliesst. Dann wäre die Nordgrenze kein Problem Aber die EU verhält sich wie eine Drückekolonne .

    Fazit: Deutschland und EU werden auf Dauer sich trennen müssen.

  • Ja Frau Merkel schafft alle, Von wir schffen das zu Ich schaafe euch alle.
    Zuerst die SPD (marginalisiert) jetzt die CDU und CSU.
    Frau Merkel ist der Tod der Volksparteien. Je schneller Frau Merkel von der politischen Bühne abtritt desto besser für die CDU/CSU.
    Aber vielleicht kommen neue Volksparteien wie die AfD und die Grünen?? Wenn sie begreifen dass sie Volkes Wille weitgehendst umsetzen müssen und nicht wie Frau Merkel dem Volk ihren Willen aufzwingen zu wollen, dann sind sie auf dem richtigen Weg.

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