DGB-Kundgebungen zum 1. Mai „Wir sind eine riesige Selbsthilfegruppe“

Mindestlohn, Rente, Arbeitslosigkeit – für den Gewerkschaftsbund liegen die Themen auf der Straße. Mitgliederschwund? Wurde abgewendet. Trotzdem hat der DGB ernste Probleme: mit Arbeitgebern, aber auch den Beschäftigten.
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„Wir müssen deutlich machen, was die Gewerkschaften für jeden einzelnen erreicht haben“, sagt DGB-Ehrenamtler Holger Schild (l.). Quelle: SO-PRESS

„Wir müssen deutlich machen, was die Gewerkschaften für jeden einzelnen erreicht haben“, sagt DGB-Ehrenamtler Holger Schild (l.).

(Foto: SO-PRESS)

DüsseldorfDer Flyer ist zugleich ein Gutschein. Für eine Waffel. Gebacken von den DGB-Frauen. Die bauen ihren Stand heute auf dem Rathausplatz im nordrhein-westfälischen Lippstadt auf. Ab 11 Uhr spielt die College Cave Band, dann spricht Manfred Menningen von der IG Metall, nach ihm beginnt das Familienfest mit internationaler Folklore. Und den Waffeln.

„Es gab vor einigen Jahren 1. Mai-Veranstaltungen von uns, da sind die Leute nur wegen des Familienfests gekommen“, sagt Holger Schild, seit 20 Jahren für den Deutschen Gewerkschaftsbund aktiv, mittlerweile ehrenamtlicher Vorsitzender für den Kreis Soest. Doch das hat sich zuletzt wieder geändert. Jobsorgen und Themen wie Leiharbeit und Mindestlohn treiben die Menschen um. „Und schon ist der Platz auch zur Kundgebung wieder gut gefüllt.“

Es ist nicht nur Schilds subjektives Empfinden, auch in den Mitgliederlisten der Gewerkschaften spiegelt sich der neu gewonnene Rückhalt. Insgesamt zählte der DGB Ende 2012 rund 6,15 Millionen Mitglieder – nach jahrelangem Rückgang blieb die Zahl nahezu konstant. Vier der acht im DGB organisierten Gewerkschaften konnten im vergangenen Jahr sogar einen Mitgliederzuwachs verzeichnen: die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft, die Gewerkschaft der Polizei, die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten und die IG Metall.

„Als Einzelkämpfer kommt in einem Unternehmen niemand mehr weiter, deshalb setzen wieder mehr Menschen auf Solidarität“, sagt DGB-Ehrenamtler Schild. „Und die Gewerkschaften stehen für Solidarität.“ Menschen, die an den selben Symptomen leiden, verbünden sich. „Wir sind eine riesige Selbsthilfegruppe.“

Eine Form der Entsolidarisierung zeigt sich allerdings in der Luftfahrt, im Schienenverkehr und bei Krankenhäusern. Seit 2001 rücken in diesen Branchen Spartengewerkschaften ins Rampenlicht, die für bestimmte Berufsgruppen eigenständige Tarifverträge aushandeln. So verhandelt allein an den Flughäfen die Vereinigung Cockpit für die Piloten, die UFO für die Flugbegleiter, Verdi für das Bodenpersonal und auch die Fluglosten haben eigene Gewerkschaften. „Da die Spartengewerkschaften komplementäre Berufsgruppen organisieren, sind sie besonders durchsetzungsstark“, heißt es in einem Bericht des arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW). „Jede einzelne Gewerkschaft kann durch einen Streik die Wertschöpfungskette unterbrechen.“

Als mögliche Folgen werden Neideffekte beschrieben. „Branchengewerkschaften werden unter Druck gesetzt, höhere Lohnforderungen zu stellen, um weiteren Abspaltungen vorzubeugen. Betroffene Unternehmen verlieren ihre Planungssicherheit, weil sie häufiger verhandeln müssen und ihnen mehr Konflikte ins Haus stehen.“

„Verteilungskampf unter den Beschäftigten hat zugenommen“
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26 Kommentare zu "DGB-Kundgebungen zum 1. Mai: „Wir sind eine riesige Selbsthilfegruppe“"

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  • Die Rede gestern von DGB-Sommer war ein einziges dumems BlaBla
    Er hat alles das beklagt was die Schröder-Regierung angerichtet hat.
    Aber wo war Sommer denn damals?
    Er hat doch Schröder nicht gestoppt.
    Heute also so reden, ist pure Heuchelei

  • Der DGB ist ein Unglück für unser Land, und zwar deswegen, weil dessen Einzelgewerkschaften, insbesondere Verdi, nicht kooperieren, sondern in Konflikt treten und dabei in erpresserischer Weise Schäden für die Bevölkerung billigend in Kauf nehmen. Dies haben wir in letzter Zeit des Öfteren erlebt. Im Endeffekt haben wir dadurch nur Verlierer.

  • Tja für Leiharbeiter ist der DGB nicht einmal gewillt um Equal Pay zu erstreiten , sondern es wird heimlich an einen weiteren Tarifvertrag für Leiharbeiter für 8,50 EUR verhandelt. Der DGB hat alle Leiharbeiter damit verraten und ist ihnen in den Rücken gefallen!!!! Bei solchen Verrätern werde ich garantiert nicht Mitglied sein!!!!

  • npd-demo! dun­kel­flug -> flIEG HElI!

    http://central.banktunnel.eu/30130501–1417-ecbint-pROOF-OF-LIFE-flieg-hell.jpg
    http://img809.imageshack.us/img809/3253/301305011417ecbintproof.jpg

    loNS­DAle sweatshirts

    http://www.fnp.de/rhein-main/rhein-mainhessen/Die-linke-Tour-der-Neonazis;art801,496572

  • npd-demo! dunkelflug -> flIEG HElI!

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    http://img809.imageshack.us/img809/3253/301305011417ecbintproof.jpg

    loNSDAle sweatshirts und tor.ch einar!

    http://www.fnp.de/rhein-main/rhein-mainhessen/Die-linke-Tour-der-Neonazis;art801,496572

  • >Der Flyer ist zugleich ein Gutschein. Für eine Waffel. Gebacken von den DGB-Frauen.<

    Besser gehts nicht, um sich selbst zu porträtieren.
    Diese systemgerechten Gewerkschaften erfüllen ihre Aufgaben nicht.
    Deshalb ist ihre Waffelverteilung bezeichnend - jedem Mitglied eine Waffel von Waffeln an die Waffel.

  • Wer so eine Gewerkschaft hat, braucht keine Kapitalisten mehr.
    Der DGB hat die Interessen der Arbeiter vollständig verraten.

    Der DGB setzt sich mehr für den sogenannten "Kampf gegen Rechts", und "Antirassismus" ein, als für die Interessen der Arbeiter, ganz besonders nicht der europäischen oder biodeutschen Arbeiter.

    Die DGB tat nichts gegen die Massenzuwanderung vergangener Jahre und tut nichts Massenzuwanderung nach Deutschland ein, die dem Interesse der Arbeitnehmer nach einem Überangebot an Arbeitsplätzen, Lohndumping und Schwächung der Position der Arbeitnehmer dient.

    Im Gegenteil der DGB beteiligt sich aktiv an der Bekämpfung sämtliche einwaderungskritischer Parteien im Rahmen ihres "Kampfes gegen Rechts".


    Mit dem "Kampf gegen Rechts" --der schon lange nicht nur Extremisten gilt, sondern allen nur im entferntesten rechten und antimultikulturalisitischen Parteien-- engagiert sich der DGB aber nicht nur gegen die Gegner der Zuwanderung sondern darüber hinaus auch wollens nolens für den Machterhalt einer dem Großkapital hörigen Parteienoligarchie bestehend aus CDU/SPD/Grünen und FDP.

  • Wer entdeckt in diesem Statement die vermeintliche Logik? Na klar, nur die Wähler der gegenwärtigen Regierung, denn das ist die einzige Truppe die so verquer denken kann. Andererseits, immerhin hat uns dieses besondere „Talent“ auch geholfen überhaupt in die überaus missliche Euro-Lage zu geraten.

  • soso, de Gewerkschaft ist dafür mehr Geld in den Süden Europas zu pumpen

    Ein Grund mehr die Gewerkschaft nicht zu unterstützen.

    Ach, die haben doch soo viel für die Arbeitnehmer getan

    ja, ja, deshalb können auch alle in D die Vollzeit arbeiten von ihrem Verdienst leben ...


    Die Bosse der großen Gewerkschaften sind doch alle korrupt - deshalb bilden sich wieder kleinere, die sind für die Arbeitnehmer besser zu überblicken - glauben sie zumindest :-)

  • Momentan filmen die Homo-Vergewaltiger-und-Stalker Helfer die Leute wieder beim Duschen!

    http://central.banktunnel.eu/20130501-ecb-heli-dusche---ower.cam.jpg
    http://img15.imageshack.us/img15/8140/20130501ecbheliduscheow.jpg

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