„Die Kohl-Protokolle“ Gericht entscheidet im Juni über Millionenklage von Altkanzler Kohl

Altkanzler Helmut Kohl will vor Gericht eine Rekordsumme von fünf Millionen Euro erstreiten. Zahlen sollen das Schmerzensgeld der Autor und der Verlag des Buches „Die Kohl-Protokolle“. Die Entscheidung fällt im Juni.
Helmut Kohl verlangt fünf Millionen Euro von Schwan, dessen Co-Autor Tilman Jens und dem Heyne-Verlag für die Veröffentlichung von in seinen Augen vertraulichen Zitaten. Quelle: dpa
Ex-Kanzler Kohl fordert fünf Millionen Euro Schmerzensgeld

Helmut Kohl verlangt fünf Millionen Euro von Schwan, dessen Co-Autor Tilman Jens und dem Heyne-Verlag für die Veröffentlichung von in seinen Augen vertraulichen Zitaten.

(Foto: dpa)

KölnDas Landgericht Köln entscheidet am 2. Juni über die Millionenklage von Altkanzler Helmut Kohl gegen seinen ehemaligen Ghostwriter. In der Auftaktverhandlung des Verfahrens gab der Vorsitzende Richter Martin Koepsel am Donnerstag noch keinen Hinweis darauf, ob das Gericht die geforderte Rekordsumme von fünf Millionen Euro Schmerzensgeld für gerechtfertigt hält.

Der 85 Jahre alte Kohl verlangt die Summe wegen einer Verletzung seines Persönlichkeitsrechts durch das Buch „Vermächtnis: Die Kohl-Protokolle“. In diesem Bestseller hatte der Kölner Autor Heribert Schwan, Kohls ehemaliger Ghostwriter, den Altkanzler ausführlich zitiert. Nach Darstellung Kohls waren diese Aussagen aber vertraulich und nicht zur Veröffentlichung bestimmt. Die Klage richtet sich auch gegen Schwans Co-Autor Tilman Jens und den Heyne-Verlag, der das Buch herausgebracht hat.

Helmut Kohl – von blühenden Landschaften zur Selbstdemontage
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Im Schatten des Alten: Das Bild aus dem Jahr 1967 zeigt Helmut Kohl, damals gerade Landesvorsitzender der rheinland-pfälzischen CDU, wie er seinem politischen Vorbild Konrad Adenauer folgt. Der junge Kohl hat zu diesem Zeitpunkt bereits eine steile Parteikarriere hinter sich: Mit 17 Jahren war er 1947 in die CDU eingetreten, seit 1955 hatte er einen Sitz im Landesvorstand inne. 1959 war er in den Landtag von Rheinland-Pfalz gewählt worden, vier Jahre später hatte er den Vorsitz der CDU-Landtagsfraktion übernommen. 1964 war Kohl in den Bundesvorstand der CDU eingezogen. Foto: dpa

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Am 19. Mai 1969 übernimmt Kohl von Peter Altmeier das Amt des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten. Ein Sonderparteitag der CDU wählt ihn am 12. Juni 1973 in Bonn zum Bundesvorsitzenden der Partei. Zwei Jahre zuvor hatte er sich noch Rainer Barzel geschlagen geben müssen. Das Foto zeigt Kohl mit seiner Ehefrau Hannelore und den Söhnen Peter (r.) und Walter im Sommerurlaub im österreichischen St. Gilgen.Foto: dpa

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Im Juni 1975 tragen die Präsidien von CDU und CSU Helmut Kohl die Kanzlerkandidatur an. Kohl nimmt an - und verliert. Bei der Wahl am 3. Oktober 1976 kann der Kanzlerkandidat zwar mit 48,6 Prozent das bis dahin zweitbeste Ergebnis aller Zeiten für die Unionsparteien einfahren, erreicht aber nicht die Ablösung der Regierung Schmidt. Nach der Wahl gibt Kohl das Ministerpräsidentenamt in Rheinland-Pfalz an Bernhard Vogel ab und geht als Oppositionsführer nach Bonn. Foto: reuters

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Nachdem die FDP 1982 die Koalition mit der SPD verlassen hat, gelingt es Helmut Kohl, sich in einem konstruktiven Misstrauensvotum gegen Bundeskanzler Helmut Schmidt durchzusetzen. Der Bundestag wählt ihn am 1. Oktober 1982 zum Kanzler. Bereits vor der Verkündung des Abstimmungsergebnisses nimmt Kohl die Glückwünsche seiner Parteifreunde entgegen. Foto: dpa

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Nach dem gewonnen Misstrauensvotum macht Kohl im Dezember 1982 den Weg für Neuwahlen frei. Er stellt die Vertrauensfrage und bekommt wie vorher abgesprochen keine Mehrheit. Bei der Bundestagswahl am 6. März 1983 erreicht die Union 48,8 Prozent der Wählerstimmen und bildet eine Koalition mit der FDP. Der Bundestag wählt Kohl am 29. März erneut zum Kanzler. Das Foto zeigt ihn, wie er nach der Wahl auf seine Vereidigung wartet. Kohl ist am Ziel - und am Anfang. Foto: dpa

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Zu einer historischen Geste kommt es am 22. September 1984: Der französische Staatspräsident Francois Mitterrand und der deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl reichen sich über den Gräbern von Verdun auf dem Soldatenfriedhof Douaumont die Hand. Ähnlich wie der Kniefall von Willy Brandt in Warschau wird der Handschlag von Verdun zu einem Symbol, das es in die Geschichtsbücher schafft - er steht sinnbildlich für die deutsch-französische Aussöhnung. Foto: dpa

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Am 7. September 1987 empfängt Helmut Kohl den DDR-Staatsratsvorsitzende Erich Honecker mit militärischen Ehren in Bonn. Für Honecker ist das der Höhepunkt seiner Karriere - er wird behandelt wie die Regierungschefs aus Washington, London oder Paris. Honecker und die DDR werden jetzt auch von der Bundesrepublik anerkannt, an eine baldige Wiedervereinigung glaubt kaum noch jemand. Zwei Jahre später fällt die Mauer.

Kohl hatte Schwan in den Jahren 2001 und 2002 sein ganzes Leben erzählt, damit dieser anschließend als Ghostwriter seine Memoiren verfassen konnte. Bevor der vierte und letzte Band erschien, zerstritten sich die beiden jedoch. Der ehemalige WDR-Redakteur veröffentlichte daraufhin eigenmächtig „Die Kohl-Protokolle“ mit pikanten Äußerungen aus ihren Gesprächen.

Dagegen hat Kohl bereits erfolgreich in einem einstweiligen Verfügungsverfahren geklagt. Jetzt muss das Landgericht im Hauptsacheverfahren über die Zitate entscheiden, was bereits am 21. April geschehen soll. Außerdem will das Gericht dann verkünden, ob Schwan auch seine Kopien der Gesprächsmitschnitte an Kohl abgeben muss. Die Originalkassetten hatte er ihm bereits aushändigen müssen.

Merkel hängt Schröder ab
Die Kanzlerin in Krisenmodus
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Angela Merkel kann zufrieden sein – die nächste Wegmarke ihrer Kanzlerschaft ist erreicht. An Tagen in höchster Verantwortung hat sie nun alle SPD-Kanzler abgehängt.

Der Erste
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Konrad Adenauer war der erste Kanzler der Bundesrepublik – vom 16. September 1949 bis zum 15. Oktober 1963.

Ludwig Erhard und Konrad Adenauer (rechts)
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CDU-Mann Adenauer („Der Alte“) war genau 5142 Tage im Amt, als er mit 88 Jahren abtrat. Sein Nachfolger war der ehemalige CDU-Finanzminister Ludwig Erhard.

Ludwig Erhard
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„Mister Wirtschaftswunder“ war vom 16. Oktober 1963 bis 30. November 1966 Regierungschef.

Kurze Kanzlerschaft
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Erhard war 1141 Tage Kanzler – nicht einmal halb so lange wie die heutige CDU-Chefin Angela Merkel bereits zu Beginn des Jahres 2012 amtiert hat.

Kurt Georg Kiesinger
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Der CDU-Politiker begann seine Kanzlerschaft am 1. Dezember 1966, am 20. Oktober 1969 musste er wieder weichen: Seine Große Koalition verfehlte die erneute Mehrheit.

Kurt Georg Kiesinger (links) mit seinem Amtsnachfolger
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Kiesinger war 1054 Tage im Amt. Sein Nachfolger war der sozialdemokratische Vizekanzler und Außenminister Willy Brandt.

  • dpa
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