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Die Meinung der Leser „Guttenberg entwickelt sich zum Pendant von Heidi Klum“

Karl-Theodor zu Guttenberg polarisiert wie nie zuvor: Die Politik ist fertig mit ihm, aber Prominente wie Lothar Matthäus und Rainer Calmund fordern ein Comeback. Die Mehrheit der Handelsblatt-Leser ist anderer Meinung.
21 Kommentare

Guttenberg-Buch im Handel

DüsseldorfDeutschland streitet über Karl-Theodor zu Guttenberg, und es ist ein bisschen, als wäre er nie weg gewesen. Noch immer polarisiert der frühere Verteidigungsminister wie kaum ein Zweiter. Seine Anhänger fordern Guttenbergs Rückkehr in die Politik, je schneller, desto besser. Seinen Gegnern ist der bloße Gedanke daran ein Graus – für sie ist Guttenberg nach der Affäre um seinen erschummelten Doktortitel nichts weiter als ein Scharlatan.

Die Politik hat ihr Urteil längst gefällt. Vertreter aller Parteien halten ein schnelles Comeback des einstigen Hoffnungsträgers für nicht wünschenswert. Sowohl Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) als auch SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier zeigten sich in einer Umfrage der Illustrierten „Bunte“ überzeugt, dass Guttenberg sich mit seiner Interview-Offensive keinen Gefallen getan habe. Auch für Hessens Ministerpräsidente Volker Bouffier (CDU) stellt sich die Frage nach einer Rückkehr Guttenbergs nicht. „Ich habe gehört, dass er sich in den USA sehr wohl fühlt“, sagte er.

Bei Deutschlands Prominenten ist das Meinungsbild anders – vor allem bei denen, die ähnlich wie Guttenberg häufig Gegenstand der Boulevard-Berichterstattung sind. Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus, der nach Meinung vieler Beobachter gewisse äußerliche Ähnlichkeiten zu Guttenberg aufweist, befürwortet eine schnelle Rückkehr des Freiherrn in die Politik. „Nicht nur weil er so gut aussieht wie ich, sondern weil ich glaube, dass er in der Politik sehr viel bewegt hat in den letzten Jahren“, sagte der 50-Jährige. Die Plagiatsaffäre hat Matthäus dem CSU-Politiker längst verziehen. „Und wenn einem Guten gewisse Fehlerchen passiert sind, sollte man das nicht so hochkochen“, sagte der Ex-Fußballer. Auch Fußballfunktionär Rainer Calmund drückt dem Mann aus Bayern die Daumen: „Guttenberg ist jung, hat seine Dummheit hinter sich und daraus gelernt. Jeder hat eine zweite Chance verdient“, ist Calmund überzeugt.

Ähnlichkeiten? Fußball-Rekordnationalspieler Lothar Matthäus findet, dass Guttenberg ähnlich gut aussieht wie er. Quelle: dpa

Ähnlichkeiten? Fußball-Rekordnationalspieler Lothar Matthäus findet, dass Guttenberg ähnlich gut aussieht wie er.

(Foto: dpa)

„Er ist der geborene Blender“

"Vorerst gescheitert" heißt das Buch von Karl-Theodor zu Guttenberg und Giovanni di Lorenzo.

(Foto: dapd)

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock hat ebenfalls klar Position bezogen – gegen ein Guttenberg-Comeback. „Bleib wo der Pfeffer wächst“, forderte er den einstigen Hoffnungsträger der CSU heute in einem Kommentar auf.

Die meisten der Leser von Handelsblatt Online hat Stock mit dieser Meinung auf seiner Seite: „Hoffentlich hört zu Guttenberg auf Sie, Herr Stock“, schreibt der Nutzer „Moika“ im Handelsblatt-Forum. „Er ist der geborene Blender und wird es immer bleiben. Hätte er nicht dieses Vermögen von Hause aus, bliebe von ihm nichts als ein gewöhnlicher Hochstapler übrig“, fügt „Moika“ hinzu.

Auch in einer Leser-Umfrage von Handelsblatt Online votierten mehr als 80 Prozent gegen eine Rückkehr Guttenbergs in die deutsche Politik.

Der Benutzer „Profit“ nennt Guttenberg im Handelsblatt-Forum einen „intellektuellen Tiefflieger“ ohne Führungsqualitäten. „Er ist ein Mann bestenfalls für den Boulevard“, so das Fazit. Der Benutzer No.7 rät Guttenberg, in den USA zu bleiben. „Gutti kann seine Aufführungen dort machen oder er kann sich von Arnie Schwarzenegger das Filmbusiness erklären lassen“, schreibt der Kommentator. „Wenn wir ihn nur loswerden, das wäre ganz prima.“

Der Benutzer „sterbende_demokratie“ hebt auf Guttenbergs Herkunft ab: „Ein Normalsterblicher wäre bei einem nachgewiesenen Betrug nicht mit einer Geldstrafe im Promillebereich des eigenen Vermögens davongekommen“, ärgert sich der Handelsblatt-Leser.

Der Benutzer „Plaggenberg“ ist von der guttenbergschen Medienoffensive einfach nur noch genervt. „Guttenberg entwickelt sich ja zum omnipräsenten Pendant von Heidi Klum“, schreibt er. „Die kann man auch nur schwer ertragen und auch sie beehrt uns von den USA aus mit Weisheiten.“

„Unterschätzt ihn nicht“

Die Verteidiger Guttenbergs wittern dagegen eine Medienkampagne und Schlammschlacht gegen ihr  Idol. „Es ist für mich eigenartig, dass auf zu Guttenberg eine wahre Hetzjagd veranstaltet wurde, aber die restlichen Plagiateure alle noch im Amt sind“, schreibt  die Leserin „margrit117888“. Der Benutzer „Bietchekoopen“ nimmt Guttenberg ebenfalls in Schutz: „Er ist ein herausragender Politiker mit außerordentlichen Sympathiewerten in der Bevölkerung. Klar dass die roten Socken ihn zur Zielscheibe auserkoren haben.“

Auch über die politische Zukunft Guttenbergs diskutieren die Leser eifrig. Auch wenn die meisten ein Comeback nicht befürworten, so halten es doch viele für möglich.

„Ich kann mir vorstellen, dass in Berlin die Alarmglocken sehr laut läuten“, schreibt „Mazi“. Guttenberg habe gewiss Fehler gemacht, die er auch nicht bestreite. „Aber er versteht es, sich und die Worte ins rechte Licht zu setzen.“ Ähnlich sieht das der Nutzer „Fortuna“: „Unterschätzt ihn nicht, oder besser die Kreise, in denen sich Guttenberg jetzt aufhält“, schreibt er. „Sie bauen ihn auf zu einer neuen Lichtgestalt, um hier Einfluss zu nehmen - ich kann nur hoffen, dass wir kritisch bleiben“, endet der Kommentar.

Der Benutzer „Pooliter“ nimmt Bezug auf den Titel des Guttenberg-Buchs „Vorerst gescheitert“, das am Dienstag in den Handel gekommen ist. „In der Politik wohl nicht nur vorerst!“, schreibt der Leser und empfiehlt Guttenberg, die Branche zu wechseln. „In einem Job in dem Redlichkeit nicht erwünscht ist und stattdessen gute Selbstvermarktung und Eitelkeit nützlich sind, kann er bestimmt Fuß fassen.“

Mit Material von dapd

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21 Kommentare zu "Die Meinung der Leser: „Guttenberg entwickelt sich zum Pendant von Heidi Klum“"

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  • Es ist ja nicht so sehr die Tatsache das KT betrogen hat, das ist unstrittig. KT macht sich selbst das Leben schwer, zu schwer, wenn er weiterhin behauptet, nicht absichtlich bzw. nicht vorsätzlich gehandelt zu haben.
    Jeder der selbst einmal wissenschaftlich gearbeitet hat, der weiß im Kern was wissénschaftliches Arbeiten bedeutet und welche Anforderungen erst Recht bei der Abfassung einer Doktorarbeit gelten. Das ist akademisches Einmaleins und wird in jedem Grundstudium gelehrt.
    Sollte er also wirklich "nur" die Übersicht verloren haben, so lässt dies keine guten Rückschlüsse zu auf sein wirkliches Talent. Man mag sich gar nicht vorstellen, was alles geschehen könnte mit jemandem wie ihm in einer wirklich verantwortlichen politischen Position?
    Es ist vor allem seine andauernde Dreistigkeit des Leugnens des vorsätzlichen Täuschens was ihm den Neubeginn in der Politik so erschwert. So lange er den Vorsatz nicht wirklich zugibt und Besserung verspricht, hat er in der Politik an verantwortlicher Stelle nichts zu suchen. Es wäre schade, denn politisches Talent hat er ohne Frage.

  • Ja, da liegt Matthäus richtig. Beide sind Blender und halten sich für unglaublich clever.Matthäus lebt es vor wie man vom Helden zur traurigen Figur verkommt.

  • Peinlich Peinlich.. also ganz ehrlich!

    Allein der Gedanke daran, dass der Scharlatan nochmal wieder kommt ist doch für jeden redlichen Bürger eine schallende Ohrfeige!..

    Da wird KTG geboren und schon da schiebt man Ihm einen goldenen Löffel in den Allerwertesten... Hat dieser Mann in Schichten (früh, Nachtschicht) gearbeitet um sein Studium zu finanzieren..

    Eine Schande für jeden Akademiker ist der Typ...

    Wie will man eigentlich dem Volk noch Recht und Unrecht erklären??? Vielleicht erklärt mir das mal einer...

    Schlimmstenfalls wird der Betrüger noch Bundeskanzler und und geht dann mit fünfzig in Frührente und bekommt noch eine fürstliche Rente...

    Ganz ehrlich.. unsere Gesetze sind beschissener als das Papier worauf sie gedruckt sind...

    Und sollte der Kerl zurückkehren ist bewiesen, dass es für Politiker keine Grenzen mehr gibt..

    Ach ja... zu Loddar: Frei nach Nuhr: Wenn man nichts weiss, einfach mal die Fresse halten...

    Ganz Ehrlich, Deutschland ist ohne politische Führung - Wenn es so weiter geht ist bald Anarchie!!!

    Wartet es mal ab!!!

  • Jeder, der einen Betrug in der Wissenschafft und insbesondere dieses dreiste Ghostwriter Exemplar* eines Hoffnungstraegers als Schummelei abtut, ist dringend verdaechtigt, sleber nur mit Schummelei durch die Pruefungen geschluepft zu sein um das zu werden was er nun ist! Man kann auch sagen wer auf dises weise was wird, weis selten was aus ihm geworden ist..Siehe Guttenberg: "man" habe sich entschuldigt..und nun gut ist...der Psychopat spricht von sich in der 3. Person.....also schlimmer geht's nimmer !

    * das ist so etwas wie ein Beschiss-Finanzprodukt: jeder der es ausgibt und damit durchkommt, ist hiper, hat eine Deal gemacht! Aber wehe wenn er damit auffaellt, dann sind die, die sicht nicht bescheissen lassen "Taeter" oder die Anschuldigungen "abstrus" ..."ist ja alles nicht so gemeint".. oder so! Aber es gibt noch Mittel gegen diese Brueder: das Suedeifeler Ball-Branding-Iron! Das hift ultimativ gegen Beschiss!

  • Der kleine Adlige hat sich selbst zur Witzfigur gemacht, aber das deutsche Volk ist ja dermassen dumm, solch einen Blender wieder wählen zu wollen. Nun ja: alle dummen Kälber wählen ihren Metzger selber!
    Wenn wir schon keinen Berlusconi aufbieten können, dann eben einen Gutenberg!

  • Palmera sagt : BRD braucht den von Guttenberg als Kriegsminister ! Und - es sieht ganz danach aus, als
    würden die Adeligen und der Papst die Welt zurück eroberin
    wollen / werden .

  • Das ist ja die richtige Mischung, Z Promis wie Loddar und der Ueberdicke sind dem Handelsblatt als Meinungsbildner eine Meldung wert. Da muss man das Niveau schon mit dem U- Boot suchen. Das Niveau der Protagonisten, die sich an den Namen Guttenberg haengen, um mal wieder in der Zeitung zu stehen, aber auch des Handelsblattes, fuer das dies eine Meldung wert ist,laesst mehr als zu wuenschen uebrig. Banalitaeten anstatt wirklich wichtige Nachrichten oder Kommentare.

  • Anstatt sich irgendwelche Guttenberg-Artikel reinzuziehen, sollten HB-Leser lieber in Edelmetalle, zukunftsträchtige Aktien und Unternehmensanleihen umschichten. Und das schnellstmöglich. Im 24x7 Takt raus aus dem EU-Schuldennutten-Giralgeld. Im Laufschritt Marsch!!!

  • Mir geht es genauso. G. ist mir schnuppe, und seine Diss-Schummellei und sein Rumgelüge fand ich abstoßend, aber dafür hat er auch hinreichend büßen müssen. Dass immer noch Hetzkampagnen gegen ihn losgetreten werden, ohne dass je der Frage nachgegangen wird, warum ausgerechnet alle Doktorarbeiten von FDP- und Unionspolitikern, aber keine von den SPD- und Grünen-Politikern unter die Lupe genommen wurden, wirkt geradezu irre. Was soll das? Ablenkungsmanöver von wichtigerem, etwa der sich verschärfenden Klimakatastrophe, die uns zunehmend einholt, aber völlig aus dem blinden Blick geraten ist? Oder von den Hintergründen der derzeitigen Krise, die von Rot-Grün unter Eichel, Steinbrück und Asmussen verursacht wurden? Und, wertes HB: Keineswegs findet das die Mehrheit der HB-Leser okay, im Gegenteil, das ist schlicht widerlich.

  • Jeder kann einen Adelstitel erhalten. Adelstitel nicht von Geburt sondern durch Heirat oder Adoption. Dann gibt es in der Gesellschaft viele von und zu.
    Dann ist es nichts besonderes mehr. mehr Informationen unter www.adelstitel.us

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