Die Partei Satire-Partei stellt „Schattenkabinett“ vor

„Die Partei“ hat am Donnerstag ihr „Schattenkabinett“ vorgestellt. Comedian Serdar Somuncu werde als Kanzlerkandidat der Spaßtruppe fungieren – er hat auch direkt Einblicke in das Programm der Satire-Partei gewährt.
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Wolfgang Wendland, Shahak Shapira, Serdar Somuncu, Martin Sonneborn, Natascha und Mark Benecke (v.l.n.r) bilden das Schattenkabinett der Partei. Quelle: dpa
Die PARTEI

Wolfgang Wendland, Shahak Shapira, Serdar Somuncu, Martin Sonneborn, Natascha und Mark Benecke (v.l.n.r) bilden das Schattenkabinett der Partei.

(Foto: dpa)

BerlinGut vier Wochen vor der Bundestagswahl hat der Kanzlerkandidat der Spaßtruppe „Die Partei“, Serdar Somuncu, ein „Schattenkabinett“ präsentiert. „Wir versprechen nicht nur, wir machen auch nichts“, sagte der 49-jährige Comedian („heute-show“) zu der illustren Runde, die er und Parteichef Martin Sonneborn am Donnerstag in Berlin vorstellten.

Gleichwohl gab Somuncu Einblicke in sein „5-bis-13-Punkte-Programm“ zur Wahl. Demnach will „Die Partei“ unter anderem die „Ehe für Assis abschaffen“, „die Verhandlungen mit der Türkei über die Aufnahme in den DFB abbrechen“ sowie eine „Nacktpflicht für allen Frauen zwischen 18 und 25“ einführen. Somuncu: „Unser Kabinett hat einen Schatten.“

Mehr Parteien, mehr Kandidaten, neue Wahlkreise
Wer darf wählen?
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Wahlberechtigt sind 29,8 Millionen Männer und 31,7 Millionen Frauen – insgesamt 61,5 Millionen Menschen. Das sind rund 400.000 weniger als bei der Wahl 2013. Eine große Bedeutung haben erfahrungsgemäß die Älteren. Bereits 2013 stellten die Ab-60-Jährigen mit 21,3 Millionen gut ein Drittel aller potenziellen Wähler – es sind fast doppelt so viele wie die Unter-30-Jährigen. (Quelle: Deutsche Presse Agentur)

Wer darf wählen?
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Wie schon 2013 gibt es auch in diesem Jahr rund drei Millionen Erstwähler. Bundeswahlleiter Dieter Sarreither sagte bei der Vorstellung einer aktuellen Statistik am Dienstag in Berlin, die Parteien täten gut daran, die Erstwähler gezielt anzusprechen: „Man kann sie aktivieren.“ Die 30- bis 59-Jährigen wiederum stellten knapp die Hälfte der Wahlberechtigten. Für die Wahl im Herbst haben sich bisher rund 37.000 im Ausland lebende Deutsche in ein Wählerverzeichnis eingetragen - doppelt so viele wie 2013 zu diesem Zeitpunkt.

Welche Rolle spielen Wähler mit ausländischen Wurzeln?
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Zuletzt rückte der Aufruf des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, weder Union, SPD noch Grüne zu wählen, die Wähler mit ausländischen Wurzeln in den Blick. Wahlleiter Sarreither geht von rund 720.000 Wahlberechtigten mit türkischem Hintergrund aus.

Hat der Boykottaufruf Folgen?
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Laut einer Erhebung des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration vom November haben die Türkischstämmigen eine recht stabile Bindung an die SPD (69,8 Prozent). Insgesamt hatten vor vier Jahren 5,8 Millionen Wahlberechtigte einen Migrationshintergrund. Als Partei ihrer Wahl nennen Zuwanderer laut dem Rat zu 40,1 Prozent die SPD, es folgen die Union (27,6), die Grünen (13,2) und die Linke (11,3).

Welche Parteien treten an?
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Es gibt einen Rekord von 42 Parteien — so viele wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Sieben dieser Parteien wurden erst in diesem oder im vergangenen Jahr gegründet: Allianz Deutscher Demokraten, Bündnis Grundeinkommen, Demokratie in Bewegung, Die Grauen — Generationenpartei, Die Urbane — Eine Hiphop-Partei, Mieterpartei, V-Partei — Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer.

Welche Bewerber treten an?
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Insgesamt sind es 4828 Kandidaten — so viele wie seit 1998 nicht mehr. Wahlleiter Sarreither wertet das als klaren Hinweis gegen Politikverdrossenheit. Beruflich tätig sind mit 1757 die meisten in den Bereichen Unternehmensorganisation/Recht/Verwaltung, gefolgt von Gesundheit/Soziales/Lehre/Erziehung (683). 520 Bewerber verzeichnet der Wahlleiter unter dem Punkt Wiederkandidatur — sie kandidieren also erneut für den Bundestag. 348 Kandidaten sind Studenten, Azubis oder Schüler.

Wer ist der jüngste, wer der älteste Kandidat?
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Mit 1323 Bewerbern gehört ein Großteil der Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen an. Der jüngste Bewerber wird nach eigenen Angaben erst einige Tage vor der Wahl 18: der in Berlin geborene Schüler Floris Beer, der für Die PARTEI in Fürstenwalde antritt. Die älteste Kandidatin ist die 89-jährige ehemalige Autorin und Schauspielerin Barbara Rütting, die für die V-Partei für Veränderung in Bayern antritt.

Mit von der Partie sind Kriminalbiologe und Ganzkörperkunstwerk Mark Benecke als designierter „Minister für Tattoos und Verwesung“. Der aus Israel stammende Autor und Aktivist Shahak Shapira soll für Medien zuständig sein, weil er - wie es hieß - Twitter-Botschaften analog mit Kreide an eine Tafel malen kann.

Der Sänger der Punk-Band Die Kassierer, Wolfgang „Wölfi“ Wendland, wird im - allerdings wenig wahrscheinlichen - Fall eines Wahlsiegs „Atomminister“. Nicht anwesend war Ärzte-Schlagzeuger Bela B. Er ist, wie zu vermuten war, als „Gesundheitsminister“ vorgesehen.

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  • dpa
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