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Dienstpflicht-Debatte Wirtschaft befürchtet Verschärfung des Fachkräftemangels

Junge Menschen würden im Falle einer Dienstpflicht später in den Beruf einsteigen. Der Nachwuchsmangel in den Unternehmen würde sich verschärfen.
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Inzwischen steht auch eine Ausweitung des Bundesfreiwilligendienstes zur Debatte. Quelle: dpa
Ehrenamt

Inzwischen steht auch eine Ausweitung des Bundesfreiwilligendienstes zur Debatte.

(Foto: dpa)

Berlin, Düsseldorf Wirtschaftsvertreter sind darüber besorgt, dass sich der Fachkräftemangel durch eine allgemeine Dienstpflicht verschlimmern könnte. „Für 72 Prozent der Familienunternehmer ist der Fachkräftemangel die größte Sorge im Jahr 2018. Aufträge können nicht angenommen und Kunden müssen vertröstet werden, da es schwieriger wird, Stellen zu besetzen. Eine allgemeine Dienstpflicht hätte vor diesem Hintergrund gravierende Folgen “, warnte Reinhold von Eben-Worlèe, Präsident des Verbandes „Die Familienunternehmen“ dem Handelsblatt.

Demnach würden junge Menschen immer später ins Berufsleben einsteigen und ein Jahr vom Ausbildungs- und Arbeitsmarkt ferngehalten. Das würde den Nachwuchsmangel in den Unternehmen noch einmal verschärfen.

Axel Plünnecke vom arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft rechnet ebenfalls mit einer Verschärfung des Fachkräftemangels, sollte eine allgemeine Dienstpflicht eingeführt werden. „Bei einer Dienstpflicht geht die Motivation oft verloren. Personen arbeiten ein Jahr in Helfertätigkeiten und verlieren damit ein Jahr an Lebensarbeitszeit“, sagte Plünnecke. Diese könnten sie ansonsten als „Fachkraft, Experte oder Spezialist mit deutlich höherer Produktivität, Löhnen und Steuern sowie Sozialbeiträgen verbringen“.

Deutlich positiver sieht der Volkswirt hingegen einen möglichen Ausbau des Bundesfreiwilligendienstes. „Hier arbeiten oft hoch motivierte Personen in sozialen Dienstleistungsberufen als Helfer. Aufgrund ihrer hohen Motivation können sie in ihren Betrieben sicherlich bedeutende positive Impulse bewirken“, so Plünnecke weiter.

Für eine deutliche Ausweitung von Freiwilligendiensten sprach sich auch SPD-Politikerin Michelle Müntefering aus. Demnach könnten entsprechende Angebote das soziale Engagement aller Bürger fördern. Die für Kultur zuständige Staatsministerin im Auswärtigen Amt, kündigte an, den internationalen Kultur-Freiwilligendienst der Deutschen UNESCO-Kommission „kulturweit“ um eine zweite Linie „naturweit“ zu ergänzen.

„In den Unesco-Naturparks sollen junge Männer und Frauen die Möglichkeit bekommen, sich für Umwelt und Natur zu engagieren“, sagte sie. Das Programm solle vor allem junge Auszubildende ansprechen.

Unterdessen stellte CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer klar, dass es in ihrer Partei keine einheitliche Linie in der Frage um die allgemeine Dienstpflicht geht. Die angestoßene Debatte folge einem „Impuls aus der Basis heraus für das geplante neue CDU-Grundsatzprogramm“.

In der WDR-Sendung „Aktuelle Stunde“ sagte sie: „Es kann am Ende des Tages auch ein Ergebnis sein, dass wir feststellen: Mit einem verpflichtenden Dienst kommen wir in Deutschland nicht weiter.“

In diesem Fall müsse man aber vielleicht verstärkt über das Thema Ehrenamt reden, insbesondere über attraktivere Anreize und Fördermittel für Menschen, die sich freiwillig engagieren.

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