Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Dienstreisen der Bundesregierung Scholz sticht Müller aus – erneut Ärger mit den Regierungsfliegern

Entwicklungsminister Müller muss sich und seine Delegation zu einer Wirtschaftskonferenz in Ghana auf Linienflüge umbuchen – weil Finanzminister Scholz kurz nach Brüssel muss.
Kommentieren
Entwicklungsminister Müller muss erneut mit Linienmaschinen fliegen. Quelle: dpa
Scholz hat Vorrang

Entwicklungsminister Müller muss erneut mit Linienmaschinen fliegen.

(Foto: dpa)

BerlinRegierungsreisen können sehr beschwerlich sein. Jedenfalls für Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU): Im Januar war sein Regierungsflieger von Pannen geplagt, in Sambia und Malawi musste er die Global-Maschine der Flugbereitschaft der Bundeswehr zurücklassen und zweimal mit Linie weiterfliegen.

Am Sonntagabend steht der nächste Flug für den Minister an. Nach Accra in Ghana, zum deutsch-afrikanischen Wirtschaftsgipfel. Alle zwei Jahre richtet die deutsche Wirtschaft gemeinsam mit der Bundesregierung das Treffen für deutsche und afrikanische Unternehmer aus. Das Interesse an Geschäftskooperationen mit deutschen Firmen ist hoch: 500 Teilnehmer haben sich angemeldet.

Vor sechs Wochen meldete Müller der Flugbereitschaft seinen Bedarf für den Flieger. Mit ihm sollen Heinz-Walter Große, Chef der Subsahara-Initiative der deutschen Wirtschaft (Safri), Stefan Liebing, Chef des Afrikavereins der deutschen Wirtschaft, vier Journalisten und hochrangige Beamte aus dem Wirtschafts-, dem Finanz- und dem Entwicklungsministerium fliegen.

Am späten Donnerstag jedoch kam es anders als geplant, wie das Handelsblatt aus Delegationskreisen erfuhr und das Entwicklungsministerium bestätigte. Die bestellte Global ist demnach dieses Mal zwar in einwandfreiem Zustand, nicht aber der gesamte Flugzugpark.

Und da kurzfristig auch Olaf Scholz (SPD) Bedarf anmeldete, hat Müller nun das Nachsehen. Denn in der regierungsinternen Hackordnung steht der Vizekanzler und Finanzminister deutlich über dem Entwicklungsminister.

Wenn Scholz fliegen will, muss Müller zurückstehen, so sind die Regeln. Sie gelten auch dann, wenn Scholz am Dienstag kurz von Brüssel nach Berlin fliegen will, auf einer Strecke mit ziemlich vielen Linienfliegern, und Müller inklusive der Konferenzdelegation mühsam ausreichend Plätze auf einer Verbindung plus Umstieg suchen musste. Alle Verhandlungsversuche mit Scholz‘ Leuten änderten nichts für Müller, Scholz beharrte auf seinem Vorrecht.

Anders war es zuvor mit Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) gelaufen: Altmaier zog seine Regierungsflug-Anmeldung zurück und buchte Linie, als er von der geplanten Delegationsreise Müllers erfuhr.

Der Sprecher von Scholz bedauerte das Ungemach für Müller. „Gegenwärtig sind einige Maschinen der Flugbereitschaft nicht einsatzfähig“, sagte er auf Anfrage. Scholz und seine Delegation hätten ihre Reise zum EU-Finanzministertreffen in Brüssel seit langem geplant und bei der Flugbereitschaft angemeldet.

„Aufgrund von Anschlussterminen in Berlin ist ein Umbuchen auf Linie leider nicht möglich – bei allem Verständnis für die Schwierigkeiten des Bundesministeriums für Zusammenarbeit und Entwicklung“, sagte der Scholz' Sprecher.

Müller wird nun Stunden später in Accra ankommen. Auf dem Rückweg muss er morgens um 5 Uhr in Paris umsteigen. Und in der Wirtschaft geht einmal mehr das Lästern los: über unzuverlässige deutsche Regierungsflieger, und wie peinlich die Flieger-Mangellage doch für den Minister aus dem reichen Deutschland sei.

Denn auch wer jüngst eine Regierungsmaschine ergatterte, hatte sehr häufig Pech: Scholz strandete in Bali, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) musste ihren Flug zum G20-Gipfel in Buenos Aires abbrechen und in Köln notlanden, Müller kam in Afrika nicht weiter und auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier blieb zuletzt in Äthiopien hängen. Jedes Mal wegen Flugzeugpannen.

Müller mag sich also trösten: Der Linienflug ist gebucht, wegen eines Defekts am Regierungsflieger verzögert sich seine Reise dieses Mal nicht.

Brexit 2019
  • dri
Startseite

Mehr zu: Dienstreisen der Bundesregierung - Scholz sticht Müller aus – erneut Ärger mit den Regierungsfliegern

0 Kommentare zu "Dienstreisen der Bundesregierung: Scholz sticht Müller aus – erneut Ärger mit den Regierungsfliegern"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.