Diesel-Debatte Umweltministerin Schulze fordert von Autoindustrie technische Nachrüstungen

Bundesumweltministerin Schulze will Fahrverbote vermeiden und drängt auf Lösungen aus der Industrie. Auch andere Umweltthemen nimmt sie in Angriff.
4 Kommentare

Nach Abgasskandal – Hier lagern tausende abgewrackte Dieselautos

Nach Abgasskandal – Hier lagern tausende abgewrackte Dieselautos

BerlinAuch die neue Bundesumweltministerin Svenja Schulze will Fahrverbote vermeiden und drängt die Autoindustrie in der Dieseldebatte zu technischen Nachrüstungen. „Höhere Dieselsteuern oder Fahrverbote würden jetzt die Falschen bestrafen“, sagte die SPD-Politikerin der „Bild“-Zeitung vom Dienstag.

Eine blaue Plakette für Fahrzeuge mit geringerem Schadstoffausstoß sei auch keine Lösung. „Nichts davon würde die alten Diesel sauberer machen“, sagte sie. In der Pflicht seien die Autobauer. „Sie haben zum Teil massiv betrogen und Autos mit extrem schlechten Abgaswerten verkauft“, kritisierte sie. Deshalb müssen die Hersteller diese Fahrzeuge technisch nachrüsten – „auf eigene Kosten“. Mit Software-Updates und neuer Hardware lasse sich viel erreichen.

Schulze setzt damit den Kurs ihrer Vorgängerin Barbara Hendricks (SPD) fort. Wegen der hohen Diesel-Abgaswerte die deutschen Klimaziele noch einmal zu reißen, darf nach den Worten der Ministerin „nicht passieren.“ Vielmehr sei eine „Revolution“ im Verkehrssektor nötig. Es gelte bessere Alternativen zu schaffen.

Vor allem sei „deutlich mehr Elektro-Mobilität“ nötig. Dabei müsse das Fahren mit E-Autos so erschwinglich und spannend sein wie das mit einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Schulze kündigte mehr Anreize an, damit sich E-Autos schneller verbreiten. Dazu zähle etwa eine Prämie für Elektro-Lieferfahrzeuge.

Was den Einsatz des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat angeht, so müsse dessen Einsatz in dieser Legislaturperiode beendet werden, forderte Schulze.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • rtr
Startseite

Mehr zu: Diesel-Debatte - Umweltministerin Schulze fordert von Autoindustrie technische Nachrüstungen

4 Kommentare zu "Diesel-Debatte: Umweltministerin Schulze fordert von Autoindustrie technische Nachrüstungen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die Fahrverbots-Diskussion ist scheinheilig, denn es gäbe viele Alternativen, Stickstoffoxide zu reduzieren, an die man alle "wie ein Wunder" nicht denkt, z.B.
    - mehr Fahrverbote/Dieselverbote für LKW, Lieferwagen, Diesel-Loks
    - Verbot von Öl-Heizungen in Innenstädten, Umrüstung auf Elektro-Heizungen oder Erdgas
    - Filterung/Veränderung der Luft in Innenstädten mit technischen Gerät (kostet Energie, die wir ja dank Windkraft und Solar angeblich billig zur Verfügung haben)

    Aber nein, man hört nur von PKW, also der individuellen Mobilität, die eingeschränkt und wiedereinmal zum x-ten mal teurer gemacht werden soll.

    Oder wie wäre es mit fördernden Maßnahmen anstatt Verboten, z.B.
    - stärkerer Ausbau von Elektro-Ladestationen (bisher sehr sehr armselig und unzuverlässig)
    - Umstellung des ÖPNV, Stadtbusse/Taxis auf Elektro- oder Erdgasantrieb
    - Ausbau von Verkehrsengpunkten, Bau zusätzlicher Hochtrassen oder Tunnels um Staus zu reduzieren

  • Oder vielleicht, dass viele Vorschriften, die den Umweltschutz betreffen, vielleicht nur dann etwas mit Umweltschutz zu tin haben, wenn man dafür 250 Zeichen zum twittern zur Verfügung hat... bei genauerem Hinsehen aber bullshit sind!

    Nochmal: die Deutsche Umwelthilfe hat Geld von Toyota bekommen um damit gegen den Diesel zu stenkern! Und der Grund ist, dass Toyota keine Diesel mehr verkauft! Aber z.B. beim Thema Feinstaub sind Benziner und Elektroautos genau so schädlich!

    Zum Beispiel sehe ich es nicht ein, dass mein Euro 4 Diesel zwar nicht mehr NOx emittiert als die Euro 5 Wagen, sondern weniger, aber ich soll trotzdem von einem möglichen Fahrverbot betroffen sein???

    Warum wird bei den Elektroautos immer so getan, als wären die emissionsfrei? Warum wird nicht der deutsche Energiemix für Ökobilanzen rangezogen (wenn das Elektroauto sich überhaupt einer Ökobilanz stellen muss?)

    Warum kann eine Studie von Tausenden von Toten in Deutschland sprechen wenn in der selben Studie (wenn man sie mal liest), keine erhöhte Sterblichkeit durch NOx bei hoher Belastung nachweisen lässt (Vergleich München mit den anderen betrachteten Gebieten.)

  • Ich kann mir die regelmäßigen negativen Kommentare zu nahezu jeder Regelung, die im weitesten Sinne den Umweltschutz betrifft, nur so erklären, dass diese User simpel und ergreifend Fakes von Cambrigde Analaytica sind. Ansonsten schlage ich der Autoindustrie weiter von ihre Abgase zuerst durch die Fahrgastkabine zu leiten, dann würde jede Kritik verstummen.

  • Fahrverbote vermeiden? Woher kommt eigentlich der Quatsch mit dem Fahrverbot? Da hat ein Gericht entschieden, dass es kein Verbot von Fahrverboten gibt, aber wenn ich das richtig verstanden habe, haben die auch gesagt, dass ein Fahrverbot nur dann zulässig wäre, wenn damit die Luftqualität deutlich verbessert werden kann.

    Beipiel Hamburg: die Schiffe im Hafen fahren praktisch in die Innenstadt und pusten da raus was geht. Darum bekommen jetzt PKWs Fahrverbote?

    Laut Umweltbundesamt kommen 13% der NOx-Emissionen von Diesel PKW, es gibt also noch 87 übrige Prozent...

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%