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Dieselfahrzeuge Merkel warnt vor milliardenteurer Nachrüstung

Vor dem Diesel-Gipfel mit den Kommunen spricht sich Merkel dagegen aus, mehrere Milliarden Euro in die Nachrüstung von Dieselfahrzeugen zu investieren. Gabriel behauptet, sie wolle den Diesel sogar ab 2030 verbieten.
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Die Kanzlerin kündigte an, dass bei dem Diesel-Gipfel mit den Kommunen am 4. September sehr individuelle Lösungen für betroffenen Städte gesucht würden. Quelle: dpa
Angela Merkel

Die Kanzlerin kündigte an, dass bei dem Diesel-Gipfel mit den Kommunen am 4. September sehr individuelle Lösungen für betroffenen Städte gesucht würden.

(Foto: dpa)

Berlin/Salzgitter Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich dagegen ausgesprochen, mehrere Milliarden Euro in die Nachrüstung alter Dieselfahrzeuge zu stecken. „Wenn ich in alte Technologie pro Auto noch mal 1000 bis 2000 Euro stecke und die Wirtschaft dafür zwischen zehn und 20 Milliarden Euro aufwenden muss, die sie nicht in die Entwicklung neuer Technologien stecken kann – ist das eine Investition, die der Staat befördern sollte?“, sagte Merkel in einem am Montag veröffentlichten „tageszeitung“-Interview. „Ich möchte keine Lösung, die zwar Millionen Dieselfahrer betrifft, aber gleichzeitig dazu führt, dass die Autoindustrie sich nicht ausreichend um eine ressourcenschonende Zukunft kümmern kann.“

Merkel kündigte zudem an, dass bei dem Diesel-Gipfel mit den Kommunen am 4. September sehr individuelle Lösungen für betroffenen Städte gesucht würden. „In Kiel sind die Stickoxid-Emissionen auch deshalb so hoch, weil Schiffe betankt werden“, sagte sie. In Stuttgart müsse man dagegen die besondere geografische Lage einer Stadt in einem Talkessel beachten. Ziel sei es auf jeden Fall, Fahrverbote für Dieselfahrzeuge zu verhindern. Man werde etwa sehen müssen, welchen Erfolg die von Autokonzernen angebotenen Umtauschprämien für ältere Dieselfahrzeuge hätten. „Unbestritten ist, dass mit dem reinen Software-Update die Grenzwerte nicht eingehalten werden“, sagte Merkel.

Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) hat indes erneut davor gewarnt, wegen der Abgas-Affäre die Verbrennungsmotoren zu verteufeln. „Frau Merkel will ab 2030 den Diesel verbieten“, sagte Gabriel am Montag bei einem Wahlkampf-Auftritt in seinem Wahlkreis im niedersächsischen Salzgitter. Es sei gefährlich, in der wichtigsten Industriebranche mal eben so eine Operation am offenen Herzen durchzuführen. Die Angestellten und Arbeiter bei VW dürften nicht die Zeche für das Versagen der Manager zahlen.

Der schrittweise Umstieg auf Elektro-Autos sei zwar richtig. Aber es müsse allen klar sein, dass es dann nur noch 30, 40 Prozent der Arbeitsplätze bei den deutschen Autobauern geben werde, sagte der frühere Wirtschaftsminister. Die modernsten Diesel-Motoren seien viel sauberer und pusteten weniger Schadstoffe aus als Otto-Motoren. Gabriel lehnte Fahrverbote wegen erhöhter Stickoxid-Werte in Städten ab: „Nicht jeder kann sich ein neues Auto leisten.“

  • rtr
  • dpa
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3 Kommentare zu "Dieselfahrzeuge: Merkel warnt vor milliardenteurer Nachrüstung"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Von Merkel dürften Dieselfahrer kaum noch viel erwarten. Sie ist zwar „Meisterin des Ungefähren“, aber eines zeichnet sich deutlich genug ab: Eine volle Kompensation des Wertverlustes wird es weder von der Industrie noch von der Politik geben. Letzteres wiegt besonders schwer, weil es in Demokratien einen Primat der Politik gibt.
    Was aber bleibt den Millionen von kaltschnäuzig betrogenen und deshalb zu Recht enttäuschten Dieselfahrern? Die Parteiendemokratie hat offenbar keinen Anreiz, sich ausreichend um alte Diesel zu kümmern. Müssen also Dieselfahrer resignieren? Oder sich darauf beschränken, Rechtsmittel einzulegen bis hin zur Staatshaftungsklage? Sollen sie politischen Mandatsträgern Beine machen? Vielleicht. Aber sie hätten noch ein schärferes Schwert. Sie könnten im Schulterschluss mit gleichermaßen enttäuschten Sparern eine neue Partei gründen und so den Wettbewerb der Parteiendemokratie um die Gunst der Wähler verschärfen. Nicht nur, dass das die einzige Sprache ist, die etablierte Parteien verstehen: Ein gesunder Leistungswettbewerb dient dem Menschen – in der Politik genauso wie in der Wirtschaft. Also auf zu mehr Wettbewerb in der Demokratie!

  • Mein Tipp 2035 steigt Merkel mit den Grünen aus dem Verbrennungsmotor aus , kommt immer näher und wird immer wahrscheinlicher. Gabriel sein Tipp 2030 ist zu früh oder er wird in einer GROKO
    das durchsetzen wollen. Das Merkel die jetzige Autoindustrie schreddern wird
    ist schon beschlossen und alle die noch keinen Führerschein haben , sollten ihn machen um noch in einer Zeit zu leben, wo man selber fahren konnte.

    Wenn der Planet im Jahr 2070 noch lebensfähig ist, wird es Spielfilme geben
    wo das selbständige Fahren gezeigt wird und die Zuschauer sagen: Wow.. was für eine Geile Zeit war das denn.

  • Gabriel behauptet, sie wolle den Diesel sogar ab 2030 verbieten.
    Das wird richtig sein, großer Schaden, Industrie weg,, ein optimales Ergebnis für die Schadenskanzlerin.

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