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Digitale Schiene Was die Bahn mit dem eigenen Glasfasernetz vorhat

Das Glasfasernetz dient der Bahn zur intelligenten Steuerung von Weichen und Signalen sowie dem Schutz vor Metalldieben. Auch mehr Angebote für die Fahrgäste sollen damit möglich sein.
17.05.2021 - 10:56 Uhr Kommentieren
Das System aus Weichen und Signalen ist äußerst komplex. Durch die Digitalisierung soll es effizienter werden. Quelle: action press
Gleisanlagen am Frankfurter Hauptbahnhof

Das System aus Weichen und Signalen ist äußerst komplex. Durch die Digitalisierung soll es effizienter werden.

(Foto: action press)

Berlin, Frankfurt Zwei parallele Glasfasernetze entlang der Schiene zu errichten, eines von der Deutschen Bahn selbst, ein anderes vom Unternehmen One Fiber – das mag auf den ersten Blick wenig durchdacht aussehen. Doch es gibt dafür triftige Gründe.

Einerseits ist der Bedarf an Netzkapazitäten gewaltig und wird weiter wachsen, wie es vom Branchenverband Breko heißt. Zum anderen legt die Deutsche Bahn Wert auf eigene Breitbandkapazitäten. Die sind elementar für die Digitalisierung des gesamten Bertriebs und der Infrastruktur.

Im politischen Berlin ist jedenfalls die Hoffnung groß, dass durch die Ausbaupläne von One Fiber beim Glasfasernetz auch die Digitalisierung des Systems Schiene vorangeht. Der Druck ist groß, die Bahn schnell zu modernisieren, damit sie eine führende Rolle als Verkehrsmittel in Zeiten des Klimaschutzes einnehmen kann.

Bis 2030 soll sie bereits doppelt so viele Fahrgäste transportieren als bisher. „Glasfaserkabel sind Grundvoraussetzung für die Digitalisierung des Bahnbetriebs“, heißt es bei der Bahn. „Digital gesteuerte Züge und digitale Stellwerke sind die Basis für mehr Verkehr auf der Schiene.“ Deshalb brauche die Bahn „auch in den entlegensten Winkeln der Republik“ Datenkabel.

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    Für die Bahn nimmt das Datennetz eine ähnliche Rolle wie das Smartphone für die Bürger ein. Es ist die Plattform, auf der Apps für verschiedene Anwendungen „installiert“ werden können. Ein Beispiel ist die intelligente Steuerung von Weichen und Signalen.

    Grafik

    Wird ein Güterzug überholt, muss er bisher auf einem parallelen Gleis vor einem Signal halten. Besser wäre es, wenn der Zug langsam weiterfahren könnte. Denn bis dieser nach dem Halt wieder auf Geschwindigkeit ist, geht viel wertvolle Zeit verloren.

    In einer digital vernetzten Infrastruktur kann das System dem Zug genau sagen, wie schnell er wann fahren soll. Das Schienennetz könnte so ein Drittel mehr Züge vertragen. Die Kunden im Zug hätten auch noch ein gutes und stabiles Mobilfunknetz.

    Das Netz erfasst den Klang der Schiene

    Die Bahn kann auch Schäden im Netz viel früher erkennen und gegensteuern. Mithilfe der Glasfasern können zum Beispiel Schallwellen aufgenommen und übertragen werden. Mit entsprechender Software im Hintergrund kann das System den „Klang“ der Schiene erfassen und auswerten.

    Schäden werden so frühzeitig erkannt, im besten Fall, bevor sie den gesamten Zugverkehr auf der Strecke zum Erliegen bringen. Metalldiebe werden es deutlich schwerer haben, denn das System würde es sofort bemerken, wenn sich jemand am Gleisbett zu schaffen machte.

    Wie bei den gängigen App-Plattformen werden auch bei der Bahn im Laufe der Zeit immer mehr solcher Anwendungen dazukommen, ist man bei der Bahn sicher. Ganz nebenbei kann der finanziell angeschlagene Konzern mit seinem Netz auch noch ein wenig Geld verdienen.

    Die Bahn hat dazu die eigene Broadband GmbH gegründet. „Vorhandene freie Kapazitäten werden über die DB Broadband auf dem Markt angeboten“, heißt es bei dem Unternehmen. Die Bahn rechnet mit einem Betriebsgewinn von 22 Millionen Euro bis 2023.

    Mehr: Freie Wahl: Koalition will mehr Wettbewerb beim Glasfaserausbau

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