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Digitale Schulbildung CDU-Politiker kritisieren Kultusminister wegen Corona-Defiziten

Viele Schulen sind immer noch nicht für das Lernen unter Corona-Bedingungen gewappnet. Bundespolitiker haben dafür kein Verständnis.
13.08.2020 - 15:18 Uhr Kommentieren
Das Homeschooling hat in der Coronakrise nicht alle Schüler erreicht. Quelle: dpa
Unterricht am heimischen Laptop

Das Homeschooling hat in der Coronakrise nicht alle Schüler erreicht.

(Foto: dpa)

Berlin In der Union regt sich Unmut darüber, dass viele Schulen und Lehrkräfte immer noch nicht ausreichend für die Herausforderungen der Corona-Pandemie gewappnet sind. Schon jetzt sei klar, „dass der Unterricht auf absehbare Zeit aus einer Mischung von Präsenzunterricht und digitalem Lernen von zu Hause bestehen wird“, erklärte Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) in einem internen Schreiben an seine Fraktion, das dem Handelsblatt vorliegt. „Damit dreht sich die Diskussion erneut um die digitale Ausstattung von Schulen, Lehrern und Schülern.“

Brinkhaus erinnerte daran, dass der Bund im Zuge der Coronakrise zusätzlich zum sogenannten „Digitalpakt Schule“ 500 Millionen Euro bereitgestellt habe, damit die Schulen mobile Endgeräte anschaffen können. Jetzt seien die Bundesländer am Zug. „Sie müssen nicht nur Hygiene-, sondern auch Digitalisierungskonzepte entwickeln“, betonte der Unionsfraktionschef.

Die Lage an den Schulen in der Corona-Pandemie ist an diesem Donnerstag auch Thema eines Treffens zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), SPD-Chefin Saskia Esken, Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) und mehreren Kultusministern aus den Ländern.

Bei dem „informellen“ Gespräch im Kanzleramt gehe es um einen Austausch zu den Herausforderungen, vor denen die Schulen in Zeiten der Corona-Pandemie stünden, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. Gesprächsthema sollen auch digitale Bildungsangebote sein. Beschlüsse würden keine gefasst, weil Bildung Kompetenz der Länder sei und auch nicht alle Kultusminister anwesend seien, sagte Seibert. 

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    Der CDU-Digitalpolitiker Tankred Schipanski hielt den Ländern Versäumnisse bei der Digitalisierung der Schulen vor. „Insbesondere ist es die Kultusministerkonferenz, die erneut versagt“, sagte Schipanski dem Handelsblatt. Schon vor drei Jahren hätten die Minister eine Strategie zur „Bildung in der digitalen Welt“ beschlossen. Doch der „wohlklingenden“ Strategie fehle es an Verbindlichkeit, Kontrolle und Effektivität.

    Bitkom beklagt digitale Defizite an Schulen

    „Ich erwarte von der Kultusministerkonferenz endlich eine Sondersitzung zum Thema digitale Schulbildung mit klaren, verbindlichen Maßnahmen für alle Bundesländer“, sagte der CDU-Politiker. „Dazu müssen eine schnelle Zulassung von digitalen Lernmitteln und das Angebot einer modularen Online-Lehrerfortbildung gehören.“ Die digitale Lehrerfortbildung sei die „Achillesferse der digitalen Bildung in Deutschland“.

    Kritik äußerte auch der IT-Verband Bitkom. „Der Corona-Lockdown im Frühjahr hat uns schmerzlich vor Augen geführt, wie wenig vorbereitet die allermeisten Schulen auf Onlineunterricht und den Einsatz digitaler Technologien sind“, sagte Verbandspräsident Achim Berg. Und daran habe sich leider in der Breite bisher „nicht wirklich viel“ geändert. Man sei es aber den Schülerinnen und Schülern schuldig, „dass die Qualität ihres Unterrichts auch in Ausnahmesituationen gesichert ist und nicht vom Engagement einzelner Lehrkräfte und der Vorreiterrolle einzelner Schulen abhängt“. Zumal sich teilweise schon gezeigt habe, dass der Einsatz digitaler Medien dauerhaft eine „hervorragende Ergänzung zum klassischen Lernen“ sein könne.

    Schipanski kann denn auch nicht nachvollziehen, dass mehr als ein Jahr nach Inkrafttreten des „Digitalpakts Schule“ zur technischen Aufrüstung der Schulen die Mittel aus dem 5,5-Milliarden-Euro-Topf weiter nur langsam abließen. Zum Abruf der Gelder sei ein Medienkonzept notwendig. „Dieses als bürokratische Hürde zu bezeichnen zeugt von Unkenntnis“, betonte der CDU-Politiker. „Denn ohne ein entsprechendes Konzept können die Mittel nicht zielgerichtet und effizient eingesetzt werden.“

    Der Digitalpakt war am 17. Mai 2019 in Kraft getreten. Über das Förderprogramm stellt der Bund den Schulen fünf Milliarden Euro für Investitionen in digitale Tafeln (Smartboards), Schul-WLAN, Online-Lernplattformen und mobile Geräte zur Verfügung. Von den Ländern kommen weitere 500 Millionen dazu. Bundesbildungsministerin Karliczek hat wiederholt deutlich gemacht, dass sie bei der Umsetzung des Pakts vor allem die Länder in der Pflicht sieht.

    Mehr: Lesen Sie hier, warum deutsche Schulen den Digitalisierungsschub brauchen

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