Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Digitale-Versorgung-Gesetz Spahn will Gesundheitsdaten leichter der Forschung zugänglich machen

Jens Spahn plant im Zuge des Digitale-Versorgung-Gesetzes ein Forschungsdatenzentrum. Bei den Datenschutzvorgaben bessert der Minister nun nach.
Kommentieren
Der Bundesgesundheitsminister setzt große Hoffnungen in die Digitalisierung des Gesundheitswesens. Quelle: imago images/photothek
Jens Spahn

Der Bundesgesundheitsminister setzt große Hoffnungen in die Digitalisierung des Gesundheitswesens.

(Foto: imago images/photothek)

Berlin Die Forschung soll nach dem Willen von Jens Spahn leichter auf Gesundheitsdaten aus der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zugreifen können. „Die Medizin der Zukunft ist auf Daten angewiesen“, sagte der Gesundheitsminister dem Handelsblatt.

Allerdings müssten sich Versicherte, Ärzte und Kliniken auch auf den Datenschutz verlassen können, so Spahn. Aus diesem Grund bessert der CDU-Politiker bei seinem Digitale-Versorgung-Gesetz nach.

Das Gesetz, das an diesem Freitag im Bundestag beraten wird, sieht die Gründung eines Forschungsdatenzentrums vor. An zentraler Stelle sollen dort Daten von gesetzlich Versicherten gesammelt und anonymisiert aufbereitet werden. Neben den unterschiedlichen wissenschaftlichen Instituten im GKV-System sollen auch Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen Anträge für die Datennutzung stellen können.

Ausdrücklich untersagt ist dabei, über die Datenanalyse einen Personenbezug zu einzelnen Versicherten herzustellen. Ein Änderungsantrag zu dem Gesetz, der dem Handelsblatt vorliegt, weitet dieses Verbot aus. Demnach soll es Forschern auch nicht erlaubt sein, Leistungserbringer wie zum Beispiel die behandelnden Ärzte zu identifizieren oder sich mit Hilfe der Daten Kenntnisse über fremde Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse zu verschaffen.

Die große Datenschutzfrage hat Spahn aber noch nicht geklärt: Im Sommer musste er auf Druck des Justizministeriums die Regelungen zur geplanten elektronischen Patientenakte zurückstellen. Bis Jahresende will der Minister dazu ein eigenes Gesetz vorlegen.

Mit der Digitalisierung des Gesundheitswesens sind große Hoffnungen verbunden, die medizinische Versorgung zu verbessern und die Kosten im System zu senken. Allerdings sind gerade in diesem sensiblen Bereich die Sorgen groß, dass persönliche Daten abgegriffen und missbraucht werden.

Gesundheits-Apps auf Rezept

Mitte September befeuerten Berichte über ein Datenleck diese Befürchtungen. Medizinische Daten von Millionen Patienten weltweit standen auf offen zugänglichen Servern im Netz, teils über Jahre hinweg. Mehr als 13.000 der entdeckten Datensätze sollen aus Deutschland von mindestens fünf verschiedenen Server-Standorten stammen.

Für Datensicherheit soll in Deutschland künftig die sogenannte Telematikinfrastruktur sorgen, über die sich alle Beteiligten im deutschen Gesundheitswesen miteinander vernetzen sollen. Über die technischen Komponenten der Datenautobahn wacht das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Das im Juli vom Kabinett beschlossene Digitale-Versorgung-Gesetz regelt eine Reihe von Digitalisierungsfragen im Gesundheitssystem. Unter anderem sollen Ärzte künftig bestimmte Gesundheits-Apps verschreiben können, die beispielsweise chronisch Kranke bei der regelmäßigen Einnahme ihrer Medikamente unterstützen. Die Apps müssen dafür ein Prüfverfahren beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) durchlaufen.

Ein weiterer Änderungsantrag, der nun ins parlamentarische Verfahren einfließt, soll die Nutzung von Videosprechstunden erleichtern. So soll ein einfaches Verfahren entwickelt werden, wie sich Patienten bei der Onlinesprechstunde mit ihren Versicherungsdaten ausweisen können.

„Bei einem Besuch in einer Arztpraxis wird der Versicherte mit seiner Gesundheitskarte identifiziert. Nimmt er eine Fernbehandlung – zum Beispiel eine Videosprechstunde – in Anspruch, geht das natürlich nicht“, heißt es aus dem Gesundheitsministerium.

Außerdem ist in einem Änderungsantrag vorgesehen, dass die Krankenkassen ihren Versicherten Angebote unterbreiten, um ihre digitale Gesundheitskompetenz zu fördern. „Dazu können auch Fragen rund um das Thema Datenschutz und Datensicherheit gehören“, so das Ministerium. Die Angebote müssten aber einen Gesundheitsbezug haben.

Mehr: Per Gesetz will der Gesundheitsminister Onlineapotheken aus dem EU-Ausland verbieten, deutschen Kunden Rabatte zu gewähren. Doch die EU-Kommission stellt sich quer – und nicht nur die.

Startseite

Mehr zu: Digitale-Versorgung-Gesetz - Spahn will Gesundheitsdaten leichter der Forschung zugänglich machen

0 Kommentare zu "Digitale-Versorgung-Gesetz: Spahn will Gesundheitsdaten leichter der Forschung zugänglich machen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.