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Digitaler Netzausbau „Mehr Geld falsch eingesetzt bedeutet weniger Glasfaserausbau“

Norbert Westfal, Sprecher der Geschäftsführung von EWE TEL, fordert statt mehr Geld für den Glasfaserausbau bessere Bedingungen.
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Die Bundesregierung will den Glasfaserausbau mit zwölf Milliarden Euro fördern. Quelle: dpa
Glasfaserausbau

Die Bundesregierung will den Glasfaserausbau mit zwölf Milliarden Euro fördern.

(Foto: dpa)

Deutschland will führend bei schnellem Internet sein. Die Realität sieht anders aus. Gerade bei Glasfaseranschlüssen am Haus hängt die Bundesrepublik im europäischen Vergleich weit zurück. Um das zu ändern, hat die Regierung zwölf Milliarden Euro zur Seite stellte, die den Ausbau voranbringen sollen. Es ist nicht das erste Mal, dass Deutschland mit Fördergeldern das schnelle Internet im Land voranbringen will.

Doch schon bei der letzten Runde wurden viele Gelder nicht abgerufen. Es gäbe zu viele Auflagen und gleichzeitig hätten die Baufirmen kaum Kapazitäten frei, hatten die Unternehmen geklagt. Ähnliche Probleme gibt es weiterhin, warnt Norbert Westfal, Sprecher der Geschäftsführung des Oldenburger Telekommunikationsanbieters EWE TEL. Die Politik drohe mit Ihren Plänen, den Markt zu verzerren.

Warum hängt Deutschland beim Glasfaserausbau bis ans Haus so weit zurück?

Die Politik hat in der jüngeren Vergangenheit nicht immer den richtigen Weg eingeschlagen. Vieles lief eher holprig, und auch die formulierten Ziele schienen wie durch hohe Dämpfungswerte runtergedrosselt auf halbherzige Vorgaben, die mit einer veralteten vorhandenen Infrastruktur zu erreichen sind. Jetzt kommen wir mit dem neuen Gigabit-Ziel wieder auf den richtigen Kurs. Wir brauchen keine Zwischenschritte, sondern so viel Glasfaser wie möglich.

Reicht mehr Geld von der Regierung, um den Ausbau voranzutreiben?

Mehr Geld kann falsch sein, wenn es durch falsche Vorgaben nicht richtig eingesetzt wird. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht den Markt überhitzen. Ein Glasfaserausbau benötigt Zeit. Zeit, die die Politik oft nicht hat oder nicht haben will. Aber enge zeitliche Vorgaben bei der Verwendung von Fördermitteln führen nur dazu, dass der Tiefbau immer teurer wird. Wir verlegen dann nicht mehr Glasfaser, sondern weniger. Da die steigenden Ausbaukosten auch auf eigenwirtschaftliche Ausbauprojekte durchschlagen. Diese werden auch verteuert und rechnen sich dann nicht mehr. Mehr Geld falsch eingesetzt bedeutet also weniger Glasfaserausbau.

Der Wirtschaftswissenschaftler ist seit Februar 2011 Geschäftsführer der EWE TEL und seit April 2014 Geschäftsführer des EWE Vertriebs. Quelle: EWE AG
Norbert Westfal

Der Wirtschaftswissenschaftler ist seit Februar 2011 Geschäftsführer der EWE TEL und seit April 2014 Geschäftsführer des EWE Vertriebs.

(Foto: EWE AG)

Warum ist bislang so wenig von den Fördermitteln abgerufen worden?

Die Vorgaben sind kompliziert und nicht ausbaufördernd. Sowohl die Kommunen als auch die ausbauenden Unternehmen leiden unter dem enorm hohen Bürokratieaufwand. Erschwerend kam hinzu, dass Vorgaben immer mal geändert wurden. Mit der Telekom wollen Sie in einem Joint Venture gemeinsam Glasfaser ausbauen.

Warum hat sich der Start des Unternehmens verzögert?
Mit der Gründung des gemeinsamen Unternehmens sind wir im Plan. Wir haben intensiv verhandelt und klären noch einige Details. Es ist ein ganz neuer Schritt, den zwei große Konzerne gemeinsam gehen. Das hat noch keiner vor uns gewagt. Und es geht um insgesamt zwei Milliarden Euro. Da sind ausführliche Verhandlungen ganz normal. Wir sind aber sehr zuversichtlich, dass wir in einigen Monaten mit dem Gemeinschaftsunternehmen starten können. Selbstverständlich ist das auch abhängig von der Genehmigung der Kartellbehörden.

Herr Westfal, vielen Dank für das Interview.

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