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Digitalisierung Bundesregierung und Unternehmen wollen den Onlinehandel neu ordnen

Der Einzelhandel soll nicht zum Verlierer der Digitalisierung werden. Daher will Arbeitsminister Heil gemeinsam mit Sozialpartnern und Unternehmen Lösungen finden.
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Globale Online-Riesen wie Amazon dominieren auch in Deutschland den e-Commerce-Markt. Quelle: dpa
Logistik-Zentrum

Globale Online-Riesen wie Amazon dominieren auch in Deutschland den e-Commerce-Markt.

(Foto: dpa)

BerlinDie Digitalisierung krempelt das tradierte Einzelhandelsgeschäft radikal um, spätestens seit Ende der 1990er. Damals ist Amazon in den deutschen Markt eingestiegen – mit weitrechenden Folgen für viele Unternehmen. „Besonders der Mittelstand fühlt sich schnell abgehängt, wenn er im direkten Wettbewerb mit der ungeheuren Marktmacht globaler Online-Riesen steht“, sagte Josef Sanktjohanser, Präsident des Handelsverband Deutschland (HDE), beim Festakt zum 100. Jubiläum des Verbands.

Ziel müsse sein, dass alle Unternehmen im digitalen Handel ihre Chance bekommen und erfolgreich tätig sein könnten, denn immer öfter ersetzt der Mausklick den Gang ins Geschäft. Dafür seien klare ordnungspolitische Leitplanken notwendig.

Diese Leitplanken wollen Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und sein Staatssekretär Björn Böhning nun zusammen mit Handelsverbänden, Unternehmen und Gewerkschaften setzen. Bis Oktober soll in mehreren Dialogrunden ein neues Lagebild Einzelhandel entstehen.

„Ziel der Erörterungen ist ein gemeinsames Verständnis von aktuellen Entwicklungen in den Branchen Handel, Logistik und E-Commerce, von der Weiterentwicklung der Geschäftsmodelle und dem Einfluss des technologischen Wandels auf Beschäftigung und Arbeit sowie eine präzise Beschreibung der Situation, Sichtweise und Interessen der Unternehmen und der Erwerbstätigen in diesen Bereichen“, heißt es in einem Papier, das in der Auftaktsitzung an diesem Donnerstag vereinbart wurde.

An den Gesprächen beteiligt sind unter anderem der HDE, der Großhandelsverband BGA, der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel, die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und Unternehmen wie die Otto Group, Mercateo, Conrad und Amazon, aber auch Logistikkonzerne wie UPS oder DHL.

Nach einer Bestandsaufnahme des Marktes wollen die Partner ergründen, welche neuen Technologien und Anwendungen Handel und Logistik in den nächsten zehn Jahren verändern werden. Ebenso besprochen werden soll, wie sich die Plattform-Ökonomie – also internetbasierte Geschäftsmodelle – auf das Verhältnis zwischen Produzenten, Handel und Verbrauchern auswirkt.

Außerdem geht es um die „letzte Meile“ des Onlinehandels, also den Weg vom Logistikzentrum zum Kunden. Verdi-Chef Frank Bsirske hatte kürzlich von teils „mafiösen Zuständen“ bei einigen Paketdiensten gesprochen, die die Auslieferung übernehmen. Oft sind hier schwer zu durchschauende Subunternehmerketten im Einsatz.

Arbeitsminister Heil will deshalb per Gesetz die großen Paketdienstleister dafür haftbar machen, wenn von ihnen beauftragte Unterlieferanten keine Sozialbeiträge zahlen. In einer dritten Sitzung soll es dann noch um die Themen Fachkräftesicherung sowie Weiterbildung und Qualifizierung gehen.

Schrumpfender Einzelhandel

Das Forschungsinstitut Ibi Research der Universität Regensburg geht davon aus, dass der Onlinehandel seinen Umsatzanteil bis 2024 auf bis zu 17 Prozent steigern wird. 2017 lag der Anteil laut Ibi bei 9,6 Prozent. Allerdings wird die Wachstumsdynamik nicht mehr ganz so groß ausfallen wie in früheren Jahren, erwarten die Forscher.

Dennoch stellt sich die Frage, was es für den klassischen Einzelhandel und seine Beschäftigten bedeutet, wenn Kunden immer häufiger im Internet shoppen. Derzeit beschäftigt die Einzelhandelsbranche rund drei Millionen Menschen.

Schreitet die Digitalisierung rasant voran, könnten es nach einer Projektion des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) im Jahr 2035 schon knapp 50.000 weniger sein. Die Einzelhandelsbeschäftigten gehören damit mit zu den größten Verlierern des digitalen Fortschritts.

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