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Digitalisierung Gewerkschaften sind gegen bedingungsloses Grundeinkommen – und für Home-Office-Regeln

Ein bedingungsloses Grundeinkommen gilt als mögliches Mittel gegen Arbeitsplatzverlust. Doch die Gewerkschaften lehnen das Konzept ab.
30.04.2018 - 12:29 Uhr 5 Kommentare
Der DGB-Chef  (l.) sieht ein bedingungsloses Grundeinkommen skeptisch. Quelle: dpa
Reiner Hoffmann

Der DGB-Chef (l.) sieht ein bedingungsloses Grundeinkommen skeptisch.

(Foto: dpa)

Berlin Die Gewerkschaften lehnen ein bedingungsloses Grundeinkommen als Ausweg aus einem befürchteten Verlust von Arbeitsplätzen durch die Digitalisierung ab. „Menschen mit einer Stillhalteprämie aufs Abstellgleis zu stellen, weil ihnen keine Perspektive in der Erwerbsarbeit angeboten werden kann, ist keine Lösung“, sagte der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Montag). „Der Ruf nach einem bedingungslosen Grundeinkommen ist eine absolute Fehlorientierung.

Das Thema dürfte auch bei den Mai-Kundgebungen der Gewerkschaften an diesem Dienstag eine zentrale Rolle spielen. Die Veranstaltungen stehen in diesem Jahr unter dem Motto „Solidarität, Vielfalt und Gerechtigkeit“. Die Hauptkundgebung mit Hoffmann findet in Nürnberg statt. Insgesamt sind nach DGB-Angaben bundesweit knapp 500 Veranstaltungen geplant. Zur Teilnahme an den 1. Mai-Kundgebungen rief am Montag auch der SPD-Bundesvorstand auf.

Gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen sprach sich auch IG-Metall-Chef Jörg Hofmann aus. Er erklärte seine ablehnende Haltung in der „Heilbronner Stimme“ (Montag) damit, dass „Menschen nicht glücklich sind, wenn sie daheim sitzen und alimentiert werden“.

Ein bedingungsloses Grundeinkommen ist eine staatliche Leistung, die jeder unabhängig von seiner wirtschaftlichen Lage und ohne Gegenleistung erhält und die ein einigermaßen auskömmliches Leben sichern soll. Sie wird von Politikern verschiedener Parteien gefordert. Nicht zu verwechseln ist sie mit dem solidarischen Grundeinkommen, das Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) vorgeschlagen hat und bei dem Leistungsempfänger gemeinnützige Arbeiten verrichten sollen.“

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    DGB-Chef: Roboter vernichten nicht in jedem Fall Jobs

    DGB-Chef Hoffmann sagte, es sei eine offene Frage, ob die Digitalisierung traditionelle Jobs vernichte, ohne dass in gleichem Maße andere entstehen würden. „Schon in den 70er-Jahren hieß es, Roboter und technologischer Fortschritt machen arbeitslos.“ Das sei jedoch kein Automatismus.

    Skeptischer ist in diesem Punkt der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher. Er sieht gerade „gut bezahlte Industrie- und Bürojobs der Mittelschicht“ gefährdet“. In einem Beitrag für den Berliner „Tagesspiegel“ (Montag) schrieb er, nur mit mehr Flexibilität und lebenslanger Weiterbildung könnten die Betroffenen dem begegnen.

    Er schlug vor, dass für jeden Volljährigen 20.000 Euro bereitgestellt würden, mit denen im Laufe des Berufslebens Weiterbildungen, Umschulungen, aber auch familiäre Pflegezeiten bezahlt werden könnten.

    Gewerkschaften fordern Regeln für das „Home Office“

    Das DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach begrüßte, dass die Koalition einen neuen Rechtsrahmen für mobiles Arbeiten von zu Hause schaffen will, „solange dieser tatsächlich mehr Selbstbestimmung ermöglicht und klare Grenzen für die Arbeit zieht“. Bislang sei Arbeit im „Home Office“ in der Regel ungeregelt, was zu Überstunden führe. „Zwingend ist deshalb, dass auch mobile Arbeitszeit erfasst und vergütet wird. Außerdem braucht es mehr Mitsprache für erreichbare Zielvorgaben und ein Recht auf Log Off, damit es auch bei mobiler Arbeit einen Feierabend gibt.“

    Verdi-Chef Frank Bsirske forderte die Koalition auf, die Bildung von Betriebsräten in sogenannten Plattform-Unternehmen zu erleichtern. Das sind Firmen, die auf digitalem Wege andere Anbieter mit Kunden zusammenbringen, etwa auch Lieferdienste. Dort sollte für befristet beschäftigte Betriebsratsmitglieder die Befristung für die Dauer der Tätigkeit als Arbeitnehmervertreter ausgesetzt werden, verlangte Bsirske in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“.

    Bsirske sagte, es gebe entsprechende Gesetzentwürfe von Grünen und Linken, und man sei auch mit den Regierungsfraktionen im Gespräch. „Ich denke, dass es auch in der Bundesregierung einen Nerv dafür geben sollte, die Sicherheit für solche Beschäftigten zu verbessern. Ich bin gar nicht so pessimistisch.

    • dpa
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    5 Kommentare zu "Digitalisierung: Gewerkschaften sind gegen bedingungsloses Grundeinkommen – und für Home-Office-Regeln"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Logo , logo ! Wer "Grundeinkommen" hat, ist für die Gerwerkschaften verloren !

    • Logo , logo ! Wer "Grundeinkommen " hat , ist für die Gewerkschaften verloren !

    • @ Herr Steve Holzheu

      Sie sind vermutlich noch immer nicht im Kapitalismus angekommen?

      Selbstwirksamkeit kann man in seiner Freizeit mit Hobbys erleben.

      Arbeit bedeutet eine Leistung für Bezahlung zu erbringen, egal wo diese nachgefragt wird. Mit der Bezahlung kann man sich dann Hobbys leisten, mit denen man sich gerne auch selbst verwirklichen kann.

      Das bedingungslose Grundeinkommen bedeutet, dass sich Arbeitsscheue, in der DDR auch "Assis" genannt, von Fleissigen und Arbeitswilligen durchfüttern lassen. In der Nach-DDR wurden solche Drückeberger auch "Zecken" genannt.

    • Offenbar haben die Herren Gewerkschaftsvorsitzenden ein völlig falsches Bild von Arbeit. Arbeit bedeutet Selbstwirksamkeit zu erleben.

      Arbeitsunwillige schummeln sich so oder so überall durch. Mit einem BGE würde der Reiz des Duchmogelns komplett entfallen.

      Diejenigen, die zu fertig sind um sich mit Bürkokratie herumzuschlagen würden profitieren.

      Außerdem zahlen Arbeiter weniger, wenn das BGE kommt, da viel weniger Verwaltung nötig ist.

    • Die Gewerkschaften haben recht: Die Arbeiter sollten nicht fuer Arbeitsunwillige aufkommen.

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