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Digitalisierung Justizministerium warnt vor „zweifelhaften Unternehmenspraktiken“ bei der Digitalisierung

Das Justizministerium appelliert an die Unternehmen. Kunden stießen zunehmend auf Chatbots und sorgten sich um ihre Daten. Den Befund bestätigt auch eine aktuelle Umfrage.
09.06.2021 - 04:00 Uhr Kommentieren
Deutschland rangiert einer Studie zufolge EU-weit beim Thema Digitalisierung hinter Malta, Estland und Spanien auf Platz zwölf. Quelle: dpa
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Deutschland rangiert einer Studie zufolge EU-weit beim Thema Digitalisierung hinter Malta, Estland und Spanien auf Platz zwölf.

(Foto: dpa)

Berlin Das Bundesjustizministerium hat die Unternehmen in Deutschland zu mehr Verantwortung im Umgang mit der Digitalisierung aufgefordert. Wo Vertrauen einmal „durch zweifelhafte Unternehmenspraktiken erschüttert wurde, können ganze Geschäftsmodelle - und somit ganze Branchen - Schaden nehmen“, sagte Justizstaatssekretär Christian Kastrop dem Handelsblatt. Daher sollten alle ein Interesse daran haben, verantwortungsvoll und im Sinne der Verbraucherinnen und Verbraucher mit der Digitalisierung umzugehen.

Den Handlungsbedarf zeigt auch eine aktuelle repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag des Bundesjustizministeriums zur digitalen Unternehmensverantwortung, die dem Handelsblatt vorliegt.

Demnach halten es 70 Prozent der 1.038 befragten Verbraucherinnen und Verbraucher für wichtig, dass Unternehmen digitale Verantwortung übernehmen. 27 Prozent gaben in diesem Zusammenhang an, dass Unternehmen kaum oder überhaupt nicht verantwortungsvoll mit der Digitalisierung umgehen.

Defizite sehen die Verbraucher laut der Umfrage etwa bei der Nutzung digitaler Produkte und Dienstleistungen. Demnach besteht bei 56 Prozent der Befragten die größte Sorge darin, hierbei Opfer von Datendiebstahl zu werden. Finanzielle Schäden und Verluste durch Betrug oder Fehler bei der Zahlungsabwicklung befürchten 38 Prozent der befragten Verbraucher.

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    Weitere 27 Prozent sorgen sich wegen einer schlechten Qualität der erworbenen Produkte und Dienstleitungen, 24 Prozent, dass es keine Möglichkeiten gebe, mit dem Kundenservice des Unternehmens in Kontakt zu treten. Ebenfalls fast ein Viertel der Befragten ist besorgt, dass algorithmische Entscheidungen im Hintergrund ablaufen, die nicht von Menschen kontrolliert werden.

    Bundesbürger wollen hohe Datenschutzstandards

    Kastrop gab in diesem Zusammenhang zu bedenken, dass Unternehmensverantwortung auch bedeute, nicht alles umzusetzen, was technisch möglich sei. „Diesbezüglich haben viele Unternehmen noch Nachholbedarf.“

    Dahinter steht die Idee der „Corporate Digital Responsibility“ (CDR). Gemeint sind damit freiwillige unternehmerische Aktivitäten, um die Digitalisierung „verantwortungsvoll“ zu gestalten. Eine entsprechende Initiative wurde vom Justizministerium unter Beteiligung mehrerer Unternehmen vor drei Jahren angestoßen.

    Kastrop warb dafür, die Digitalisierung „menschen- und gemeinwohlzentriert“ zu gestalten. Dabei sei es entscheidend, verantwortungsbewusst mit den Chancen und Risiken der Technik umzugehen. „Vertrauen ist die wichtigste Währung in der Digitalisierung“, betonte Kastrop. Dies lasse sich nicht allein per Gesetz verordnen, sondern müsse vorgelebt und erarbeitet werden.

    Die Umfrage gibt auch Hinweise, wie verloren gegangenes Vertrauen wiedergewonnen werden kann. Demnach wollen die Bundesbürger vor allem hohe Datenschutz- und Sicherheitsstandards (53 Prozent).

    Aber auch der direkte Kontakt zu Mitarbeitern (39 Prozent) statt Chatbots und standardisierter Computerstimmen könnte das Vertrauen in digitale Anbieter stärken. Über ein Viertel der Befragten (27 Prozent) wünscht sich zudem eine klare Kennzeichnung der Produkte, wann und wo genau Algorithmen im Einsatz sind.

    Mehr: Gefahr für den Staat oder moderne Geldalternative: So wollen die Parteien Kryptowährungen regulieren.

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