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Digitalisierung Wirtschaftsministerium erwartet mehr Wohlstand durch Digitalisierung

Eine Studie prophezeit der Internetwirtschaft ein rasantes Wachstum. Das Wirtschaftsministerium rechnet mit positiven Effekten für den Wohlstand in Deutschland.
23.06.2020 - 13:02 Uhr Kommentieren
„Es ist deshalb in unser aller Interesse, den gegenwärtigen Digitalisierungsschub auch künftig aufrechtzuerhalten.
Der Beauftragte des Bundeswirtschaftsministeriums für die Digitale Wirtschaft und Start-ups, Thomas Jarzombek (CDU).

„Es ist deshalb in unser aller Interesse, den gegenwärtigen Digitalisierungsschub auch künftig aufrechtzuerhalten.", erklärt Jarzombek.

(Foto: dpa)

Berlin Der Beauftragte des Bundeswirtschaftsministeriums für die Digitale Wirtschaft und Start-ups, Thomas Jarzombek (CDU), rechnet durch die Digitalisierung mit positiven Effekten auf Wachstum und Wohlstand in Deutschland. „Und zwar vor allem dann, wenn wir sie möglichst schnell in vielen Bereichen erfolgreich umsetzen: in den Schulen, den Unternehmen, den Städten“, sagte Jarzombek dem Handelsblatt.

Durch die derzeitige Coronakrise zeige sich einmal mehr, wie wichtig die Digitalisierung für Deutschland sei. „Es ist deshalb in unser aller Interesse, den gegenwärtigen Digitalisierungsschub auch künftig aufrechtzuerhalten.“

Aus Jarzombeks Sicht komme hier die Coronakrise als „Katalysator“ ins Spiel. „Sie hat die Umsetzung von Industrie 4.0 in Deutschland weiter beschleunigt und auch zu einem Durchbruch der Homeoffices geführt“, erläuterte der CDU-Politiker.

Wer heute schon Industrie 4.0-Lösungen einsetze, wer Schüler und Arbeitnehmer auch mobil unterrichten und einsetzen könne, der sei klar im Vorteil. „Die Digitalisierung erlaubt es uns, schneller, flexibler, effizienter und kreativer zu sein. All das müssen wir nutzen.“

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Standort erkennen

    Auch eine am Dienstag veröffentlichte Studie der Unternehmensberatung Arthur D. Little im Auftrag des Digitalverbandes eco geht davon aus, dass die Digitalbranche „langfristig gestärkt“ aus der Coronakrise hervorgeht – mit starken Umsatzzuwächsen in den kommenden fünf Jahren.

    Das größte Wachstumspotenzial sieht Jarzombek bei den digitalen Schlüsseltechnologien wie etwa Künstlicher Intelligenz, den Netzwerktechnologien, Quantencomputing oder Blockchain. Wachstum werde es auch in den Branchen IT-Sicherheit, Automobil, Energie und Gesundheit geben.

    Dass gut bezahlte Arbeitsplätze in der Digitalwirtschaft dennoch vor allem im Silicon Valley entstehen, sieht der CDU-Politiker gelassen. Gut bezahlte Arbeitsplätze gebe es auch in Deutschland. „Es ist aber unser Ziel, hier noch konkurrenzfähiger zu werden“, sagte Jarzombek.

    „Wir arbeiten daran, die Standortbedingungen für Start-ups weiter zu verbessern.“ Wichtige Punkte seien dabei der Zukunftsfonds für die Wachstumsfinanzierung und der Ausbau der Möglichkeiten für Mitarbeiterkapitalbeteiligungen.

    Grünen warnen vor Scheitern des Gaia-X-Projekts

    Laut der eco-Studie setzt die Internetwirtschaft 2020 in Deutschland etwa 145 Milliarden Euro um. Bis 2025 soll sich der Umsatz um knapp 75 Prozent auf circa 253 Milliarden Euro erhöhen, was einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von zwölf Prozent entspricht.

    Die Entwicklung wird durch die aktuelle Pandemie nur leicht gebremst. Mit einem Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr von 1,2 Prozent infolge der Lockdown-Maßnahmen gehe die Internetwirtschaft im Vergleich zu anderen Sektoren „robust“ durch die Krise, heißt es in der Studie.

    Der Sprecher für Industriepolitik und digitale Wirtschaft der Grünen-Bundestagsfraktion, Dieter Janecek, sieht vor diesem Hintergrund die derzeitige Coronakrise als Chance. Die Pandemie werde den digitalen Strukturwandel in vielen Bereichen nochmal deutlich beschleunigen.

    Davon könne natürlich auch die Internetwirtschaft in Deutschland profitieren, sagte Janecek. „Die spannende Frage bleibt aber, ob die Marktmachtkonzentration bei den großen US-amerikanischen und zunehmend auch chinesischen Akteuren weiter zunehmen wird“, gab Janecek zu bedenken.

    „Für Deutschland als führende Industrie- und Exportnation ist dabei vor allem die Frage relevant, wer das Rennen bei digitalen Anwendungen im industriellen Bereich macht.“

    Deshalb sei auch die Cloud-Frage industriepolitisch zentral, fügte der Grünen-Politiker mit Blick auf das europäische Cloud-Projekt Gaia-X hinzu. „Wenn Gaia-X floppt, wird Europa weiter von den großen Cloud-Anbietern aus USA und China abhängig sein. Dann ist der industrielle Kern der deutschen Wirtschaft und damit auch die Basis unseres Wohlstands in Gefahr.“

    Defizite „schonungslos“ offengelegt

    Der FDP-Politiker Manuel Höferlin hält es für „geradezu unvermeidlich“, dass die Internetwirtschaft infolge der Coronakrise einen kräftigen Schub bekommen werde. „Denn nach Corona muss Deutschland aufholen, was vor Corona von der Bundesregierung verschlafen wurde“, sagte der Vorsitzende des Digitalausschusses im Bundestag dem Handelsblatt.

    Das sei nicht nur entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit und die Widerstandskraft der deutschen Wirtschaft über alle Branchen hinweg. „Es ist die zentrale Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands insgesamt und damit auch für das Versprechen einer besseren Zukunft für die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes“, betonte Höferlin.

    Daher habe es einerseits etwas Gutes, dass die Defizite bei der Digitalisierung in den vergangenen Wochen und Monaten so „schonungslos“ offengelegt wurden und jetzt Handlungsdruck erzeugen.

    „Andererseits wären die Auswirkungen der Coronakrise auf Deutschland auch weniger drastisch gewesen, wenn die Bundesregierung in den letzten Jahren die Digitalisierung nicht verschlafen hätte“, fügte der FDP-Politiker hinzu. „Dann wäre die Internetwirtschaft bereits heute deutlich größer in Deutschland und der jetzt folgende Schub wäre kleiner. Aber er kommt besser jetzt als nie.“

    Mehr: Wie sich die deutsche Internetwirtschaft in den nächsten fünf Jahren entwickeln könnte.

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