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Dirk Messner Der neue Chefkritiker der Umweltpolitik versteht sich als Weichensteller

Dirk Messner ist neuer Präsident des Umweltbundesamtes. Er ist ein renommierter Experte in den Bereichen Globalisierung, Nachhaltigkeit und Digitalisierung.
08.01.2020 - 15:30 Uhr Kommentieren
Der Nachhaltigkeitsforscher gilt als renommierter Experte. Quelle: Stefan Boness/Ipon
Dirk Messner

Der Nachhaltigkeitsforscher gilt als renommierter Experte.

(Foto: Stefan Boness/Ipon)

Berlin Dirk Messner hat sich einiges vorgenommen: „Wir wollen die Politik und die Gesellschaft beraten, dass sie mehr schafft als das unmittelbar Machbare“, sagte der neue Präsident des Umweltbundesamtes am Mittwoch bei seiner Amtseinführung.

Der 57-Jährige folgt auf Maria Krautzberger, die sich in den Ruhestand verabschiedet. Das Umweltbundesamt (UBA) in Dessau ist eines der wichtigsten Beratungsgremien der Bundesregierung.

Messner, ein Politikwissenschaftler und Nachhaltigkeitsforscher, kommt zu einer Zeit, in der die Arbeit der Behörde wichtiger denn je ist. So stehen so gut wie alle Themen, mit denen sich das Umweltbundesamt beschäftigt, gerade ganz oben auf der politischen Agenda, etwa der Klimaschutz, die Zukunft der Mobilität, Kunststoffe in der Umwelt, Recycling.

Seit 2013 war Messner einer von zwei Vorsitzenden des Wissenschaftlichen Beirats für globale Umweltveränderungen (WBGU), hier ist er zum Jahresende ausgeschieden. Zudem war er Direktor des Instituts für Umwelt und menschliche Sicherheit der Universität der Vereinten Nationen (UNU-EHS) in Bonn und Vize-Rektor der United Nations University (UNU). Zuvor hatte er das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik geleitet.

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    Messner ist ein renommierter Experte in den Bereichen Globalisierung, Nachhaltigkeit, Dekarbonisierung sowie Digitalisierung. Er hat verschiedene internationale Forschungsinitiativen geleitet und versteht sich selbst als Weichensteller: „Wir wollen unsere Frühwarn-, Mahner- und Problemlösungsfunktion wahrnehmen“, sagte er am Mittwoch. Die Regierung müsse sich an das Notwendige heranwagen, um irreversible Umweltkrisen zu vermeiden. In vielen Bereichen „läuft uns die Zeit davon“.

    Auch das Drängeln gehöre zu seinem Amt, um in der Umweltpolitik voranzukommen. Als wissenschaftliche Nachhaltigkeitsinstitution habe das UBA auch eine gesellschaftliche Verantwortung, sagte Messner. „Wir betreten nun eine Dekade der Weichenstellung für diese Themen. Es geht daher darum, das Umweltbundesamt für diese wichtigen Jahre bestmöglich aufzustellen.“

    Entscheidende Impulse

    Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) bezeichnete ihn als „den richtigen Mann zur richtigen Zeit“. Sie sieht Messner als Impulsgeber für die deutsche und internationale Umweltpolitik. Mit seiner globalen Expertise und Vernetzung stehe er wie kein zweiter für die Verbindung von Entwicklung und Umwelt und die politikberatende Nachhaltigkeitsforschung.

    Entscheidende Impulse habe er bereits mit dem Begriff der „Großen Transformation“ – dem sozial-ökologischen Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft – sowie in Sachen nachhaltiger Digitalisierung gesetzt. Wichtig sei ihr dabei: „Der Umbau hin zu einer treibhausgasneutralen Gesellschaft bietet die Chance, Wirtschaft, Ökologie und Soziales miteinander zu verbinden.“

    Schulze setzt da offenbar stark auf Messner, um diese Botschaft stärker als bisher zu lancieren: Die aufgeheizten Debatten der letzten Jahre hätten gezeigt, „dass wir beim Umweltschutz mehr denn je faktenbasiert er- und aufklären müssen“, sagte sie, sei es bei der Klimakrise, Luft-, Boden- und Wasserverschmutzung oder beim nachhaltigen Umgang mit Chemikalien. Eine starke Umweltpolitik brauche die unabhängige wissenschaftliche Expertise des Umweltbundesamtes – gerade in Zeiten der Polarisierung umweltpolitischer Debatten.

    Messners Vorgängerin Krautzberger war noch von Schulzes Vorgängerin, Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD), ernannt worden. Krautzberger hatte sich noch im Dezember darüber beklagt, wie wenig der Rat des Umweltbundesamtes bei der Regierung ankomme. „Die Politik hat zu wenig Mut“, sagte sie der „Süddeutschen Zeitung“.

    Schulze, die zu dem Zeitpunkt beim Klimagipfel in Madrid tagte, wollte das auf Nachfrage nicht kommentieren. Jetzt allerdings, zur Amtseinführung von Messner, holte die Ministerin zum Gegenschlag aus: sie hoffe, so formulierte sie es, auf „unabhängige wissenschaftliche Expertise mit Weitblick“.

    Mehr: Der zukünftige Chef der Behörde hat breit gefächerte Erfahrungen mit der Politik. Er gilt als politischer Kopf mit ausgewiesener Digitalexpertise.

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