DIW-Studie Damit können die Parteien bei Wählern punkten

SPD-Hoffnungsträger Martin Schulz hat Gerechtigkeit zu seiner wichtigsten Leitidee im Wahlkampf erkoren. Doch eine Studie des DIW zeigt: Den Deutschen brennen ganz andere Themen unter den Nägeln.
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Der designierte SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU): Der Wettstreit um die besten Wahlkampfthemen hat begonnen. Quelle: dpa
Martin Schulz und Angela Merkel

Der designierte SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU): Der Wettstreit um die besten Wahlkampfthemen hat begonnen.

(Foto: dpa)

BerlinSieben Monate vor der Bundestagswahl schwören die Parteien ihre Anhänger beim Politischen Aschermittwoch auf den Wahlkampf ein. Die SPD wittert mit Martin Schulz Morgenluft und will den Kanzler stellen, während die Union noch über Strategien nachdenkt, wie sie den Umfrage-Höhenflug der Sozialdemokraten gestoppt bekommt.

Entscheidend wird sein, welche Themen die Parteien im Wahlkampf in den Vordergrund rücken – und wie die vermeintliche Wählerschaft darauf reagiert. Schulz will mit dem Schwerpunkt soziale Gerechtigkeit punkten. Seine Andeutung, Teile der vom früheren SPD-Kanzler Gerhard Schröder eingeführten Agenda 2010 zurückzunehmen, machte sich auch in Umfragen positiv bemerkbar. Die Union kann sich auch einen Gerechtigkeitswahlkampf vorstellen – allerdings mit einer deutlich anderen Stoßrichtung.

Während die SPD mit ihrer Vergangenheit hadere, blicke die Union nach vorne - auf eine Agenda 2025, so die Argumentation von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Während die SPD wieder nur ans Verteilen denke, kümmerten sich auch CDU und CSU um das Thema soziale Gerechtigkeit. Aber anders als die Konkurrenz dächten sie auch daran, dass wettbewerbsfähige, erfolgreiche Unternehmen Grundlage aller Wohltaten seien. „Wir brauchen einen guten Arbeitsmarkt, um alles umsetzen zu können. Das alles geht nur bei florierender Wirtschaft“, sagte Merkel kürzlich bei einer Parteiveranstaltung in Stralsund.

Zudem ließ sie die Unions-Anhänger wissen, was zentrale Botschaft im Bundestagswahlkampf 2017 sein wird: Die Union stehe für eine dreifache Sicherheit der Menschen - innere, äußere und soziale Sicherheit. Damit hat sie immerhin ein Thema angesprochen, dass den Bundesbürgern wirklich unter den Nägeln brennt. Zumindest legt das eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) nahe.

Die Forscher haben gemeinsam mit dem Umfrageinstitut Kantar Public Ende Januar bei 1.016 Personen die Relevanz einzelner Politikbereiche abgefragt. Aus den Ergebnissen könnten die Parteien ersehen, mit welchen Themen sie bei den Wählern punkten können, so die Wissenschaftler. Der Befund dürfte so manchen Wirtschaftspolitiker in Staunen versetzen.

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7 Kommentare zu "DIW-Studie: Damit können die Parteien bei Wählern punkten"

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  • Abnehmen und umverteilen.

  • Mein Hauptproblem ... Entdeutschung. Aber wir werden uns D zurück holen.

  • Wenn ich nach Deutschland reise und das Gespräch kommt auf Politik zu sprechen ist das Thema Nr. 1 die Einwanderung/Umvolkung.

    Faszinierend ist, wie sich der Autor am Kernpunkt des Wählerinteresses, vorbei manöveriert hat.

  • Die jahrzehntelange Erfahrung zeigt, dass politische Führer Gefolgsleute und Wähler hinter sich bringen, indem sie ihnen eine "bessere" Zukunft versprechen. Die demoskopischen Umfragen belegen, dass Martin Schulz solch ein Programm hat, das in den Augen vieler Wähler attraktiv ist.

    Mit persönlichen Angriffen ist das Programm von Martin Schulz nicht aus der Welt zu schaffen. Dazu bedarf es einer "besseren Alternative". Von den bürgerlichen Parteien wird diese "bessere Alternative" bislang nicht angeboten. Von ihnen ist nur Wortgeklingel zu hören. Aber der bloße Wunsch, weiter zu regieren, ist beim besten Willen noch kein politisches Programm.

  • Wähler sind schon eigentümliche Geschöpfe - andauernd meckern sie darüber, was die von ihnen gewählten Politiker alles verbocken, aber selber unternehmen sie trotzdem nichts um etwas zu ändern. Hocken lieber satt, fett und faul vor der Glotze oder in der Kneipe und wissen natrülich alles besser. Nun denn, unsere Demokratie funktioniert nun einmal so, dass regelmäßig Volksvertreter gewählt werden, die die Entscheidungen treffen. Da könnte aber jeder mitmachen, wenn er denn wollte. Die faulen Wähler haben jedoch den Parteien das Feld überlassen anstatt selbst Verantwortung zu übernehmen und regen sich lieber "über den Mist da oben" auf.

  • Die 3 wichtigsten Themen sind m. E.:
    Innere Sicherheit
    Wie geht es mit den Flüchtlingen weiter
    Gute Rahmenbedingungen für den Mittelstand

  • Man sollte die Intelligenz der Wähler nicht überschätzen. Es gehört nicht viel dazu, ein Kreuz neben die 3 Buchstaben zu setzen, die schon Eltern und Großeltern gewählt hatten.

    Die Redenschreiber von Schulz haben daher schnell von Brexit- und US-Wahl gelernt. Die Lügen können noch so dreist sein, die Wähler fallen darauf herein. Hauptsache der Kandidat ist "authentisch"!

    So kann Schulz in Leipzig unter dem Jubel seiner Anhänger ungestraft behaupten, die Schwarzen wären Schuld, wenn die Sicherheit im Lande nachlässt, weil die ja für mehr Privatisierung, die Roten jedoch für mehr Staat seien.

    Wer weiß von den Links-Wählern schon, dass die Polizei Ländersache ist?

    Wer weiß schon, dass es im Schwarzen Bayern, im Gegensatz zum Roten NRW und Berlin, keine No-Go-Areas gibt, in die sich die Polizei nicht mehr hineinwagt?

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