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DIW-Studie Das Baukindergeld fördert vor allem gutsituierte Familien

Eine neue DIW-Studie bestätigt den Verdacht: Familien mit höheren Einkommen nehmen das Baukindergeld gern mit, die mit niedrigerem erreicht es nicht.
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Steigende Zinsen – Hier ist für Häuslebauer Vorsicht geboten

BerlinDas Ziel ist gut, die Umsetzung schwieirg. Familien mit Kindern sollen beim Erwerb von Wohneigentum unterstützt werden. Mit dem Haushaltsbeschluss des Bundestages an diesem Donnerstag ist das Baukindergeld in greifbare Nähe gerückt.

„Besonders stolz ist die Unionsfraktion auf die finanzielle Absicherung des Baukindergeldes“, freute sich Kai Wegner (CDU), baupolitischer Sprecher der Unionsfraktion. „Es wird hunderttausenden Familien dabei helfen, sich den Traum vom eigenen Heim zu erfüllen“, sagte er.

Die DIW-Ökonomen Stefan Bach, Claus Michelsen und Michelle Harnisch sehen jedoch keinen Grund, mit Wegner auf das nahende Baukindergeld anzustoßen. „Die teure Förderung droht in Mitnahmeeffekten und höheren Grundstückspreisen zu verpuffen“, schreiben sie in einer neuen Studie des Berliner Instituts.

Sie haben auf Basis ihrer umfangreichen Datensammlung SOEP über die deutschen Haushalte errechnet, dass das Baukindergeld in der jetzt geplanten Form in den nächsten 13 Jahren wohl gut zehn Milliarden Euro kosten wird. Neun Milliarden Euro davon werden an Familien gehen, die auch ohne die Förderung Wohneigentum kaufen oder bauen würden. Bewilligt wird das Baukindergeld in den Jahren 2018 bis 2020.

Das Baukindergeld von je 1200 Euro über zehn Jahre sollen Familien bekommen, deren zu versteuerndes Einkommen maximal 75.000 Euro nicht übersteigt. Pro Kind steigt die Grenze um 15.000 Euro pro Kind. Eine vierköpfige Familie mit 120.000 Euro Jahreseinkommen wäre damit auch noch förderfähig.

Die Ökonomen kritisieren, dass die neue Subvention von Familien aus der reicheren Hälfte der Bevölkerung gern mitgenommen werden wird – aber jene mit niedrigeren Einkommen nicht erreicht. Denn ärmeren Familien fehlt Eigenkapital, während sie – jedenfalls solange die Zinsen relativ niedrig bleiben – die laufenden Kreditkosten oft durchaus tragen könnten.

Diesen Familien wäre eher damit zu helfen, wenn sie über die staatliche Förderbank KfW billige Nachrangkredite zur Eigenkapitalergänzung bekommen könnten.

Das Baukindergeld sei vor allem für Familien in teuren Städten durch seine Verteilung auf zehn Jahre nicht geeignet, ihnen dabei zu helfen, genügend Eigenkapital aufzubringen. Schwierig finden die Ökonomen zudem, dass die Förderung ausgerechnet in Zeiten eines Baubooms mit stark steigenden Preisen eingeführt wird.

„In diesem Umfeld eine großzügige Förderung einzuführen, dürfte vor allem darin münden, dass die Erlöse von Grundstücks- und Immobilienverkäufern, Bauträgern und Bauunternehmern in die Höhe schnellen“, heißt es in der Studie.

Wie die 2006 abgeschaffte Eigenheimzulage dürfte das Baukindergeld am ehesten in ländlichen Regionen wirken, wo die Grundstückspreise niedrig sind. Dies setze einen Anreiz, auf dem Land wohnen zu bleiben, weit zu pendeln, um später im Rentenalter eine Immobilie zu besitzen, deren Wert nicht gestiegen oder gar gesunken sein wird. „Die Funktion der Immobilie zur Vermögensbildung und Alterssicherung steht dort zumindest infrage“, schreiben die Ökonomen.

Der größte Teil der Kosten dieser neuen Bauwirtschaftsprämie fällt allerdings nicht in der aktuellen schwarz-roten Regierungszeit an, sondern danach: Bis 2021 muss Scholz 2,3 Milliarden Euro aufbringen. Den großen Rest von acht Milliarden muss sein Nachfolger finanzieren.

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