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DIW-Studie Welchen volkswirtschaftlichen Nutzen die Ganztagsbetreuung hat

Die Betreuung von Grundschülern soll zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf beitragen – der Ministerin Giffey geht es aber um Chancengerechtigkeit der Kinder.
20.01.2020 - 17:02 Uhr Kommentieren
Das Angebot von Ganztagesbetreuung steigert die Erwerbsquote von Müttern deutlich. Quelle: dpa
Garderobe in der Kita

Das Angebot von Ganztagesbetreuung steigert die Erwerbsquote von Müttern deutlich.

(Foto: dpa)

Berlin Es ist eines der Prestigeprojekte im Koalitionsvertrag von Union und SPD: „Wir verbessern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, haben die Parteien festgehalten. Dafür soll bis 2025 ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter eingeführt werden.

Wie sich das Vorhaben konkret auf die Erwerbstätigkeit von Frauen auswirkt und welche fiskalischen Effekte sich dadurch ergeben, dazu lagen bislang keine verlässlichen Daten vor. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) darum nun rechnen lassen.

Die Forscher berücksichtigten ausschließlich Mütter, da „nahezu alle Väter mit Kindern im Grundschulalter bereits einer Vollzeiterwerbstätigkeit nachgehen.“ Ihr Fazit: Durch die Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter würde die Erwerbsquote von Müttern um zwei bis sechs Prozentpunkte steigen. Die öffentlichen Haushalte könnten so Mehreinnahmen zwischen einer und zwei Milliarden Euro verbuchen – durch höhere Steuer- und Sozialversicherungseinnahmen und weniger Sozialtransfers.

Das DIW legte den Berechnungen verschiedene Szenarien zugrunde. Erwerbseffekte wurden für Mütter simuliert, die bislang gar nicht arbeiten, sowie für Mütter, die durch die Kinderbetreuung ihre Arbeitszeiten ausdehnen könnten. Dem wurden die Kosten für den Ausbau des Betreuungsangebots gegenübergestellt. Unter dem Strich zeigt sich demnach: Der Ausbau finanziert sich zum Teil selbst. Dieser Selbstfinanzierungsanteil liegt je nach Szenario zwischen 30 und 90 Prozent.

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    Zuletzt hatte sich eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe mühsam auf Eckdaten zur Ganztagsbetreuung von Grundschulkindern geeinigt: Den Anspruch soll jedes Kind in Deutschland haben, von der ersten bis zur vierten Klasse, an fünf Tagen in der Woche, für acht Stunden am Tag. Dementsprechend müssten bis 2025 eine Million zusätzliche Plätze geschaffen werden. Die Investitionskosten für die rund 15 .000 Grundschulen werden auf fünf bis sieben Milliarden Euro geschätzt. Der Bund will die Länder zunächst mit zwei Milliarden Euro unterstützen. Die späteren Betriebskosten werden auf bis zu vier Milliarden Euro pro Jahr geschätzt.

    „Jeden einzelnen Euro wert“

    Als Engpass dürfte sich der Fachkräftemangel erweisen. Laut aktuellen Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) werden für die neu zu schaffenden Ganztagsplätze voraussichtlich mehr als 33. 000 zusätzliche Erzieher an den Grundschulen gebraucht.

    Lässt sich die Ganztagsbetreuung angesichts der DIW-Befunde als erfolgversprechende Maßnahme bewerten? Am Ende steigen die Erwerbsquoten der Mütter nur überschaubar an und den Staat kostet das Ganze Geld. Ministerin Giffey zeigte sich dennoch zufrieden: Der volkswirtschaftliche Nutzen sei ein „Zusatzargument“ für den Ausbau der Ganztagsbetreuung.

    „Mein Hauptantrieb ist die Chancengerechtigkeit von Kindern“, räumte Giffey ein. „Das ist mir jeden einzelnen Euro wert.“ Erst dann gehe es um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, um die Gleichstellung von Frauen und Männern und um den Fachkräftemangel, den Frauen mit ihrer Erwerbstätigkeit abmildern könnten.

    Mehr: Die GroKo will die Betreuung von Grundschülern garantieren. Doch es gibt Streit um die Finanzierung der nötigen Million Plätze. Auch rechtlich wird es kompliziert.

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